Brittas Hafen Podcast

Britta Mueller

Tatort Hafen

Krimi-Autoren Angélique und Andreas Kästner

29.08.2026 37 min

Zusammenfassung & Show Notes

Angélique und Andreas Kästner, die Erfolgsautoren, sind in der neuen Folge von Brittas Hafen Podcast zu hören, und es wird wieder richtig kriminell. Mit „Der Tote von Lagerhaus F“ steht am 1. September der vierte Band der Bestseller-Reihe Tatort Hafen in den Startlöchern. Die beiden sind nicht nur ein eingespieltes Autorenteam, sondern auch im echten Leben ein Paar. Ihre beruflichen Hintergründe könnten für packende Hamburger Hafen-Krimis kaum spektakulärer sein. Angélique blickt als Psychologin und Psychotherapeutin tief in die Abgründe der menschlichen Psyche. Zusätzlich war sie jahrelang im Krisen-Interventions-Team tätig. Andreas bringt die ungefilterte Praxiserfahrung mit: Nach seinen Jahren als Vollmatrose auf See und einer bewegenden Lebensgeschichte war er über drei Jahrzehnte lang bei der Hamburger Wasserschutzpolizei im Einsatz. In diesem Gespräch erfährst du, wie das Ehepaar gemeinsam akribisch fiktionale Morde im Hafen plant, wer von beiden am Schreibtisch kompromissbereiter ist und wie sie es schaffen, Bestseller zu schreiben, ohne sich in die Haare zu kriegen.

Krimi Kästner
Barkassenfahrten zu den Tatorten der Kästner Krimis  - 26.09.2026, Boarding 15.30 Uhr, Abfahrt 16.00 Uhr
Das Foto der Kästners ist von Kerstin Petermann, Hamburg

2024 haben Angélique, Andreas und ich bereits Podcast Folgen aufgenommen. Damals haben wir nicht nur über ihren ersten Krimi gesprochen, sondern auch über Andreas’ bewegende, autobiografische Lebensgeschichte, über die es ebenfalls ein Buch gibt:
Torero Schnitte
Eine unglaubliche Geschichte, die mit einem Müllsack begann
Acht Freunde, ein Verräter und die letzten Jahre der DDR

Podcast Folgen mit der Wasserschutzpolizei
Kurs Karriere bei der Wasserschutzpolizei
Mit Hybrid Antrieb auf der Nordsee

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Transkript

Britta
00:00:05
Zur neuen Folge in Brittas Hafen-Podcast. Schön, dass du wieder dabei bist. Ich freue mich riesig auf die nächste halbe Stunde, denn es geht um Krimis. Krimis aus Hamburg. Ich bin übrigens Britta. Neulich bin ich an einer Buchhandlung vorbeigegangen und im Schaufenster sah ich ein Plakat für den neuen Krimi von Kästner & Kästner, Der Tote von Lagerhaus F. Der erscheint am 1. September. Es ist mittlerweile schon der vierte Band der Reihe Tatort Hafen und mit dem Hafen ist unser Hamburger Hafen gemeint. Die Kästners sind nicht nur ein Bestseller-Autoren-Duo, sondern auch im echten Leben ein Paar. Und die beiden haben einen sehr spannenden Background. Angélique ist Psychologin und Psychotherapeutin mit eigener Praxis. Sie war jahrelang im Kriseninterventionsteam tätig. Andreas ist in Rostock geboren. Früher fuhr er als Vollmatrose zur See, ist kurz vor der Wende dann ausgewiesen worden und danach nach Hamburg gekommen. Hier arbeitete er über 30 Jahre lang bei der Hamburger Wasserschutzpolizei. Wenn sich also jemand mit Abgründen und echten Hafenfällen auskennt, dann sind es Angélique und Andreas Kästner. Schon im April 2024 haben Angélique und Andreas und ich in meinem Podcast miteinander gesprochen. Damals haben wir nicht nur über ihren Erstkrimi gesprochen, sondern auch über Andreas' bewegende autobiografische Lebensgeschichte. Wenn du die Folgen 62 bis 64 noch nicht kennst, die Links packe ich dir direkt in die Shownotes. Heute wird es aber wieder kriminell. Ich möchte heute wissen, wie schreibt man eigentlich als Ehepaar gemeinsam Bücher, ohne sich in die Haare zu kriegen? Wer ist denn Kompromissbereiter? Angélique oder Andreas? Und wie plant man akribisch einen Mord im Hamburger Hafen, sodass zum Schluss wirklich alle Fäden zusammenlaufen? Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Zuhören. Dieser Podcast wird unterstützt von der Fairplay-Torch-Group Strong Connection. Vielen Dank dafür und los geht's! Hallo ihr beiden, wie schön, euch wieder im Podcast zu haben. Ich freue mich sehr.
Angelique
00:02:20
Hallo Britta, vielen Dank, dass wir da sein dürfen.
Britta
00:02:24
Ja, ich freue mich, dass ihr schon wieder ein neues Buch sozusagen fast auf den Markt gebracht habt. Ist ja nicht mehr lange hin. Aber ich würde sagen, wir gehen noch mal ein bisschen zurück. Und nachdem ich ja schon ein bisschen über die anderen Bücher, die ihr damals schon hattet, gesprochen habe, möchte ich ganz gerne starten mit Der Tod im Schatten der Elbflut. Das ist ja ein zweiter Band. Wir hatten ja damals die anderen Bücher schon ein bisschen vorgestellt. Und jetzt geht es darum, ein Jahrhundertsturm peitscht die Elbe auf, der Hamburger Hafen wird evakuiert und mittendrin treibt eine Leiche im Wasser. Und das Ermittlerteam beginnt einen Wettlauf gegen die Zeit. Irgendwo im Hafengebiet wird ein Augenzeuge in Lebensgefahr umher. Das ganze Buch dauert nur insgesamt im Buch selber 24 Stunden. Das ist ja ein rasantes Tempo. Ja. Habt ihr das auch in dem Tempo geschrieben?
Angelique
00:03:28
Also man muss dazu sagen, wir wollten das wirklich einfach mal ausprobieren. Kann man eine ganze Geschichte, einen spannenden Roman erzählen, wenn nur 24 Stunden Zeit vergehen? Das fanden wir einfach interessant. Haben dann aber festgestellt, also weder, dass man es in diesem rasanten Tempo dann auch geschrieben bekommt, Noch ist es einfach, weil du wirklich im Grunde jede Minute dir aufschreiben musst, wer ist wo, wer braucht, um von A nach B zu gehen, welche Zeit, wo halten sich die ganzen Protagonisten jeweils auf, wenn sie nicht gerade in der Szene spielen. Und das hat eben jetzt wenig Spielraum, sondern es passiert im Minutentakt. Da haben wir uns selber eigentlich erstmal das Leben schwer gemacht.
Andreas
00:04:17
Also ich fand die Idee ja gut. Das bringt so ein bisschen Dynamik rein. Und tatsächlich kann das ja ziemlich schnell gehen. Also wenn der Wind entsprechend stark weht aus West und das Wasser steigt innerhalb, ja wirklich von halbe Stunde zu halbe Stunde, dann ist diese Dramatik schon richtig.
Angelique
00:04:34
Ja, und das war natürlich Sinn der Sache, dass wir zeigen können, wenn dieses Hochwasser kommt, was macht die Wasserschutzpolizei? Und dann noch die Mordermittlung.
Britta
00:04:45
Also die Frage noch mal, habt ihr das denn auch in einem rasanten Tempo geschrieben? Also war das Buch auch schnell fertig?
Angelique
00:04:51
Nein, nein, nein, im Gegenteil. Wir brauchen eigentlich für jedes Buch ein Jahr. Und das geht auf Gar keinen Fall schneller, weil du eben, wie gesagt, minutiös gucken musst, Geht das überhaupt, was du jetzt erzählen willst? Und da haben wir schon ganz schön dran rumgetüftelt. Das war nicht schneller, sondern langsamer, würde ich sagen.
Britta
00:05:11
Und wie taktet man so ein Buch ganz genau? Schreibt ihr vorher so eine Excel-Liste und sagt dann, wann passiert was oder wie geht so ein Projekt?
Andreas
00:05:20
Ja, also ich habe ja mal wirklich in der Einsatzabteilung gearbeitet. Das ist die Abteilung, die die Hochwassermaßnahmen plant. Und da wusste ich noch aus dem Gedächtnis, was passiert wann. Das kann man ja nicht einfach alles durcheinander würfeln. Wo tritt die Flut zuerst auf? Wasserstandstufe 1, 2, 3 und 4 ist ja so die Folge.
Angelique
00:05:41
Wir haben ja einfach mit diesen Kenntnissen und mit der Geschichte, die wir erzählen wollten, hunderte von Post-its beschrieben und die tatsächlich auf dem Fußboden ausgelegt und immer wieder rumgeschoben. Wann passiert wo was? Also das ist im Grunde ein Plan, ja, old-fashioned ein bisschen, weil wir noch mit Papier und Bleistift arbeiten.
Andreas
00:06:03
Also keine Exceltabelle.
Angelique
00:06:04
Genau, eine Exceltabelle haben wir leider nicht.
Andreas
00:06:07
Wir sind da kein Freund von.
Angelique
00:06:08
Naja, ich kann es nicht, sagen wir mal so. Und wir haben dann auf dem Teppich rumgerobbt und diese Post-its verschoben und auf so große Flipchart-Papiere geklebt. Und damit haben wir auch gearbeitet, muss man schon sagen.
Britta
00:06:22
Ach cool, okay. Bei Sturmflut kennen wir das ja in Hamburg gerade da unten am Fischmarkt oder auch in Övelgönne, dass man da durchaus auch nochmal einen Blick drauf werfen kann, wenn man denn möchte. Wie ist das bei euch persönlich? Geht ihr lieber raus, wenn Sturmflut ist und spürt den Wind zum Beispiel irgendwo auf dem Deich oder sitzt ihr lieber eingekuschelt auf dem Sofa?
Andreas
00:06:45
Also ich gehe schon gerne raus und schaue mir das an. An die Wasserkante, du bist eher der Kuscheltyp. Ja, ja.
Angelique
00:06:53
Mir machen, ehrlich gesagt, Naturgewalten auch Angst. Also Feuer, Wassermassen, Sturm, da bin ich lieber in Sicherheit. Ich glaube, Andreas, der hat schon mit der Seefahrt natürlich gelernt.
Andreas
00:07:06
Ja, ich mochte das immer, das Raue. Und ich bin dann eher lieber draußen. Und vor allen Dingen dienstlich kann man sich ja dann eh nicht kuschelnd zurückziehen. Da muss man ja dann performen im Hafen und das wäre die falsche Eigenschaft, sich da zurückzuziehen. Aber ich mochte das eigentlich immer, so dramatisch wie möglich.
Britta
00:07:25
Und für alle, die euer Ermittler-Duo jetzt noch nicht kennen, möchtet ihr einmal Jonna, Jakobi und Tom Bendixen vorstellen?
Angelique
00:07:33
Ja, das kann ich gerne machen. Wir zeichnen uns aus dadurch, dass wir versuchen, so dicht wie möglich an der Realität dran zu bleiben. Also wir schreiben sehr authentisch, sowohl was die Arbeit der Wasserschutzpolizei betrifft, als auch was die Psychologie dahinter betrifft. Und so haben wir in unseren Büchern fortlaufend immer zwei Teams, die ermitteln. Ein Team ist um den Wasserschutzpolizisten Tom Bendixen, der ist Dienstgruppenleiter, Hauptkommissar am WSPK 2 in Steinwerder und hat natürlich ein Team. Und anders als im Fernsehen ermittelt die Wasserschutzpolizei aber nicht in Tötungsdelikten. Das macht eine Mordkommission aus dem LKA Hamburg. Hier haben wir Jonna Jakubi als leitende Hauptkommissarin und die hat natürlich auch ein Team. Und was die Mordkommission in Hamburg macht, ist, sich Experten zu einzelnen Fällen zuzuziehen, wenn sie das brauchen. Und tatsächlich gibt es ja in unserem Hamburger Hafen, Gott sei Dank, keine Tötungsdelikte oder kaum Tötungsdelikte, zwei in den letzten 30 Jahren. Und das LKA kennt sich im Hamburger Hafen tatsächlich nicht besonders gut aus. Und die würden auch in der Realität sich die Wasserschutzpolizei als Experte mit ins Boot holen. Und so machen wir das auch in unseren Büchern.
Andreas
00:08:55
Ja, wir sind sozusagen dann auch die Türöffner im Hafen. Also wenn jetzt das LKA zivil irgendwo an Bord gehen würde, da würden die schon schräg gucken da. Und wenn wir vorangehen mit unserer Wasserschutzuniform, da ist schon mal ein e ganz andere Akzeptanz dann da. Aber das geht alles viel einfacher. Das LKA, die kennen sich auch gar nicht auf so einem großen Containerschiff zum Beispiel aus. Da gehen wir dann schon voraus und bahnen sozusagen den Weg. Ja, übersetzt. Öffnen denen die Türen.
Angelique
00:09:24
Ich meine, die Seeleute sind ja auch ein bisschen speziell. ne? Das muss man ja auch mal...
Andreas
00:09:28
Englisch spricht das LKA bestimmt auch. Klar, die Sprache ist an Bord dann Englisch.
Angelique
00:09:32
Aber so die Traditionen und Werte und was so im Hafen wichtig ist, das kennen die da gar nicht.
Andreas
00:09:37
Das kennen die nicht. Und da gehen wir dann praktisch so zur Hand und unterstützen. Und das nehmen die auch gerne an.
Angelique
00:09:43
Und so ist es im echten Leben und so machen wir es im Grunde auch in den Büchern.
Britta
00:09:48
Das ist natürlich auch ganz besonders, dass ihr von eurem beruflichen Background so viel interne Erfahrung habt, dass ihr das so genau einschätzen könnt. Das ist natürlich wirklich toll.
Angelique
00:09:59
Ja, das ist toll. Das ist vielleicht auch ein bisschen unser Glück, sag ich mal, dass wir das vermischen können. Also fiktiv schreiben. Wir legen jetzt ja lauter Leichen in den Hafen. Die gehören da nicht hin. Wir sind ja alle von uns erdacht. Aber es macht Spaß, dann die eigene Expertise trotzdem einfließen zu lassen. Also es ist uns sehr wichtig, dass die Wasserschutzpolizei sagt, ja genau, so geht das. Das ist das, was wir machen oder das ist so korrekt, vielleicht ein bisschen gerafft oder dramaturgisch verdichtet, aber ja, so ist es. Wir haben auch schon Rückmeldungen zum Beispiel mal bekommen von einer Richterin, die schrieb, sie sei so erfreut darüber, dass wir das juristisch korrekt darstellen. Und das ist uns schon wichtig.
Andreas
00:10:47
Ja, zum Beispiel, wann darf man eine Wohnung betreten? Ab welche Uhrzeit? Oder wie laufen die Befragungen ab? Oder wie wird ein Zeuge belehrt?
Angelique
00:10:58
Und das muss ja deswegen nicht weniger spannend sein, nur weil es stimmt. Wir haben zum Beispiel eine Rückmeldung gekriegt von dem Ex-Kapitän der Kap Anamur, der sagte, endlich mal ein Buch, in dem auch die Seefahrt korrekt dargestellt wird. Und ich habe von Seefahrt keine Ahnung, aber Andreas natürlich.
Britta
00:11:17
Ja, das ist ganz wunderbar.
Angelique
00:11:20
Macht auch Spaß.
Andreas
00:11:21
Ja, welche Funktion hat wer an Bord? Wie sind die Räumlichkeiten? Die meisten Leser waren ja noch nie auf so einem großen Containerschiff. Da kommt man ja auch in der Regel nicht drauf. Aber Dienstgeheimnisse, das wurde ich auch schon mal gefragt. Dürfen Sie denn Dienstgeheimnisse ausplaudern? Darf ich natürlich nicht, das machen wir auch nicht. Also das, was wir da erzählen, das kann man im Internet auch erforschen oder so. Das ist kein Geheimnis.
Angelique
00:11:45
Ja, also wenn es um die Fälle geht, meinst du? Wir haben ja in unseren Büchern...
Andreas
00:11:49
Ja, auch die Abläufe so.
Angelique
00:11:51
Ja, das kriegst du ja eben genau nicht erforscht im Internet. Das habe ich schon mal selber versucht, sogar mit KI, nach dem Motto, was macht die Wasserschutzpolizei, wenn... Und da kommt nur Unsinn raus. Das kann man also tatsächlich nicht ergoogeln.
Andreas
00:12:06
Ja, schön, da haben wir doch, siehst du, ein Alleinstellungsmerkmal.
Angelique
00:12:09
Es ist schon, finde ich, wichtig, auch so psychologische Kenntnisse einfließen zu lassen und es nahbar zu machen. Also die Wasserschutzpolizei nicht nur fachlich korrekt, sondern auch, wie ist das miteinander? Wie ist das, wenn die zusammen essen? Wie ist das, wenn die sich mal streiten? Wie ist Teamgeist in so einer Truppe? Das finde ich auch spannend, auch als Leser. Das würde ich auch gerne lesen wollen. Erst recht, wenn ich dann weiß, das ist im wirklichen Leben so.
Britta
00:12:38
Ja, absolut. Das machen eure Bücher ja auch aus. Vor kurzem war ich bei der Wasserschutzpolizei Hamburg, dem Wasserschutzpolizeikommissariat 4, in Cuxhaven eingeladen. Ich durfte einen Tag mitfahren auf dem neuen Polizeiboot Bürgermeister Brauer und mit den Wasserschutzpolizisten vor Ort einen Podcast aufnehmen. In der Folge Karriere Wasserschutzpolizei geht es darum, wie man Wasserschutzpolizistin oder Polizist werden kann und wie im Detail der Job aussieht. Und in der Folge mit Hybridantrieb auf der Nordsee geht es um das neue Polizeiboot. Die Links habe ich dir in die Show losgelegt. Jetzt nochmal zu den Inhalten. Ich finde es ja erstaunlich. Es passiert ja ganz, ganz viel im Buch. Und trotzdem, die Charaktere der Menschen, die da vorkommen, die werden immer so ein bisschen genauer. Und dann kommt nochmal das Detail dazu und dieses Detail. Wie kommt ihr auf so viele Details?
Angelique
00:13:40
Oh, das ist eine gute Frage. Das weiß ich auch gar nicht. Also so Figuren zu erdenken, also fällt mir leicht. Wir haben ja auch manchmal reale Vorbilder.
Andreas
00:13:51
Also dieser Fall mit den Einschleichern, der ist mir so passiert, das habe ich natürlich noch, genau die blinden Passagiere da an Bord, das habe ich noch so in Erinnerung gehabt, auch diese Örtlichkeit da vorne auf der Ankerkette und dann rufe ich das noch so ab.
Angelique
00:14:07
Ja, wir haben natürlich in den Büchern, wie gesagt, die Toten sind fiktiv, aber die großen Handlungsstränge und auch manchmal die Auflösung, das sind ja reale Fälle. Also jeder Funkspruch, der da drin vorkommt, jeder Einsatz, den wir beschreiben, um zum Beispiel dramaturgisch einen Dialog stattfinden zu lassen, das sind ja reale Einsätze. Also wir versuchen das so dicht an dem, was Andreas erlebt hat, spielen zu lassen und vielleicht entsteht daraus genau diese Detailtreue. Ich weiß das gar nicht so genau, Britta, das ist eine gute Frage.
Andreas
00:14:43
Ja, weil ich es erlebt habe. Der schwimmende Dixi-Klo zum Beispiel ist echt. Oder die absaufende, das König der Löwen, die Geschichte. Oder die Bäume und die Container, die da auf die Straße stürzen im Sturm. Alles erlebt. Deswegen ist das so detailgetreu.
Britta
00:15:02
Ja, klar. Jetzt noch mal zu euch als Duo. Wenn ihr so ein Buch schreibt, dann wird bestimmt viel diskutiert, abgestimmt. Kompromisse müssen gefunden werden. Und dann noch so eine Story, die nur in 24 Stunden stattfindet. Wie geht das genau? Fliegen da auch mal die Fetzen bei euch? Oder will einer das Tempo drosseln und dem anderen geht es nicht schnell genug? Wie geht das?
Andreas
00:15:25
Ja, da hatten wir mal einen schönen Konflikt. Angélique wollte das ja mit den Funksprüchen so ein bisschen dramatisch gestalten, dass sich das immer mehr aufbaut. Und da musste ich dann irgendwann einschreiten, weil sie wollte gerne, dass so wörtlich Schimpfwörter über den Polizeifunk verbreitet werden. Du Idiot und Scheiße. Und da habe ich gesagt, nein, auf keinen Fall, das geht nicht. Das müssen wir viel sachlicher halten, auch in der Realität. Es wird immer eine Funkdisziplin eingehalten. Man flucht nicht über Funk, auch wenn man sehr nervös und sehr angespannt ist. Also im schlimmsten Fall kann man sich vielleicht mal verhaspeln oder versprechen, das kommt vor. Aber auf keinen Fall Schimpfwörter. Wollte sie nicht einsehen.
Angelique
00:16:04
Wollte ich nicht einsehen, weil aus psychologischer Sicht sage ich, kann mir doch keiner erzählen, dass wenn ich im Hochstress bin und wirklich vielleicht sogar Todesangst habe, dass ich dann mich an die Funkdisziplin halte. Das ist doch Unsinn. Und ich wollte es also dramaturgisch steigern. Und dann haben wir uns richtig gestritten, weil Andreas auf seinem Nein bestanden hat. Und dann ist das so und dann muss man tatsächlich ein bisschen um eine Lösung ringen. Und wir haben dann Versprecher eingebaut, Verhaspler eingebaut. Da ist zum Beispiel dann ein Kollege, ein Wasserschutzpolizist in den Seefunk gegangen, statt in den Funk.
Andreas
00:16:47
Polizeifunk, also in das Wording vom Seefunk.
Angelique
00:16:51
See-Alphabet.
Andreas
00:16:52
Im See-Alphabet, ja.
Angelique
00:16:54
So etwas kann dann passieren, dass man unter Hochstress also in so Automatismen verfällt. Und das hat Andreas dann auch abgenickt. Und ich musste dann eben ein bisschen zurückrudern und sagen, ja, okay, ich kann es aber immer noch nicht verstehen. Und dann hat Andreas mir etwas erzählt, was mich besänftigt hat. Ich konnte es nicht verstehen, wenn jemand zum Beispiel im Schusswechsel steht. Der ist doch nicht ruhig, der schreit doch in den Funk rein und hat nicht Funkdisziplin, ich konnte es mir nicht erklären.
Andreas
00:17:24
Auf keinen Fall schreit der Hilfe, Hilfe.
Angelique
00:17:26
Ja genau, aber das habe ich gedacht. Ich würde Hilfe, Hilfe schreien. Und dann sagte er, naja, es gibt tatsächlich, weil auch im Funk muss man ja zum Beispiel warten, bis man drankommt. Also man kann nicht einfach das Funkgerät zur Hand nehmen und losreden, sondern man muss auf eine Funkpause warten und dann sagt der Andreas, es gibt aber die Möglichkeit, ein sogenanntes Codewort zu nennen, das kennt jeder Polizist und das wird im allgemeinen Sprachgebrauch nicht benutzt. Wenn dieses Wort über Funk zu hören ist, heißt es für alle Funken in Dienststellen, dass sie sofort ruhig sein müssen und derjenige ein sogenanntes Vorranggespräch kriegt. Das heißt, es ist dann doch innerhalb von Sekunden kann er seine Einsatzmeldung loswerden. Also zum Beispiel, hier wird geschossen oder Beamter verletzt oder sowas. Weil ich konnte es mir nicht erklären, wie man in so einer Todesangst-Pfunkdisziplin ward. Also das war mir als Psychologin irgendwie nicht erklärlich.
Andreas
00:18:27
Polizisten haben keine Todesangst.
Angelique
00:18:30
Okay, Polizisten haben keine Todesangst, wissen wir das auch mal.
Britta
00:18:34
Also vielen, vielen Dank auf jeden Fall, dass wir da so einen kleinen Einblick bekommen, wie das läuft, wenn das Duo Kästner und Kästner mal nicht einer Meinung ist, wenn es um das weitere Schreiben geht.
Andreas
00:18:46
Es soll authentisch sein und dann können wir nicht da so eine Fantasiesprüche da reinschreiben. Da sagen die Kollegen ja, die lesen das ja auch. Oh Gott, was ist denn das? Was haben die denn da gemacht?
Britta
00:18:55
Danke, dass ihr das überhaupt beantwortet habt. Auf dem Cover des zweiten Buches steht Spiegel Bestseller-Autoren. Gratuliere erstmal. Das hat mich so gefreut. Was habt ihr gedacht, als sie das gesehen habt.
Angelique
00:19:09
Ja, also wir haben diesen Spiegel-Bestseller erreicht mit dem dritten Buch, Die letzte Fähre nach Dortmund. Da sind wir gleich nach Eröffnung auf die Liste gekommen. Und wir haben es natürlich immer gehofft. Wir haben es uns sehr gewünscht. Wir waren mit dem zweiten Buch, Tot im Schatten der Elbflut, auf Platz 21, was der undankbareste ist, weil nur die ersten 20 gelten. Und haben natürlich einfach die Daumen gedrückt und gezittert und gebibbert. Und als die Liste dann rauskam, waren wir einfach nur dankbar und haben uns unendlich gefreut. Für Autoren ist das immer noch die höchste Anerkennung, die es geben kann. Weil es bedeutet, dass ganz viele Menschen dieses Buch kaufen und lesen. Und das ist ja das, was wir möchten. Und wenn man erst mal auf der Liste war, dann sehen einen ja noch mehr Menschen. Und das bedeutet eben manchmal, dass dann Leser sagen, oh, und dann habe ich ihr Buch da auf der Liste gesehen, habe das mal in die Hand genommen, das klang ganz gut, ich habe es dann gelesen und mir hat es super gut gefallen. Und das heißt unheimlich viel positive Rückmeldung, Anerkennung für das ganze Tun, was man so im stillen Kämmerlein das ganze Jahr über macht. Und da waren wir einfach oder sind immer noch total glücklich.
Andreas
00:20:23
Ja, das ist sozusagen der Wetterschlag.
Britta
00:20:27
Könnt ihr ja auch. Also ich gratuliere nochmal ganz, ganz herzlich. Ich freue mich darüber sehr. Danke. Du hast es eben schon gesagt, die letzte Fähre nach Dockland, das war ja das nächste Buch, das erschienen ist. Kannst du einmal erzählen, worum geht es da genau?
Angelique
00:20:40
Ja, in der letzten Fähre nach Dockland machen wir einen kleinen Ausflug Richtung Finkenwerder und gehen auch auf den Kiez. Und zwar fällt eben von dieser letzten Fähre eine Frau, beziehungsweise sie wird von dieser Fähre gestoßen und stellt sich dann als Tötungsdelikt heraus. Und der Ehemann der Toten, das ist eine alte Kiezgröße. Und dann wird es ganz spannend, weil plötzlich Finkenwerder und der Kiez eine wichtige Rolle in dem Buch spielen und die müssen ermitteln, was da wohl passiert ist. Wir mögen ja sehr gerne diese ganzen Hafen-Locations und der Finkenwerder-Jachthafen, das ist schon ganz toll, spezielles Plädieren.
Britta
00:21:30
Ja, mehr möchtet ihr über das Buch nicht verraten?
Andreas
00:21:34
Vielleicht zu dem Job der Frau?
Britta
00:21:36
Ja, hab ich nicht.
Andreas
00:21:38
Darf ich?
Angelique
00:21:38
Ja.
Andreas
00:21:39
Sie ist eine Hafenlogistikerin. Sie arbeitet auf dem Terminal Toller Ort. Und sie hat da so spezielle Aufgaben. Und das gerät natürlich auch ins Visier, ob ihr Job damit was zu tun hat, mit diesem Todesfall. Das ist nicht ganz klar. Das klärt sich auch erst spät.
Angelique
00:21:57
Und der Ehemann, der ist auf einem ganz anderen Trip. Wie gesagt, er ist eine ehemalige Kiezgröße und er hat eine Menge Feinde. Und er hat nicht ganz Unrecht, wenn er sagt, vielleicht wollten sie mir schaden. Und wie kann man mir am besten schaden? Indem man mir das Liebste nimmt, das ich habe. Und das sind so wichtige Handlungsstränge. Nein, es ist nicht so, wie man jetzt glauben könnte. Es verändert sich alles nochmal. Es kommen weitere Figuren mit dazu, die auch eine Vergangenheit haben, eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel ein sehr schrulliger Schrotthändler, der schon ewig im Hafen lebt und viel dort erlebt hat. Also spielen verschiedenste Handlungsstränge zusammen.
Britta
00:22:42
Sehr, sehr spannend, dann wollen wir jetzt auch nicht mehr verraten, aber ich würde gerne mal auf dieses Thema kommen mit der Frau, die, einen Logistikjob hat. Das ist ja ein ganz, ganz aktuelles Thema, weil gerade die Sicherheitskonzepte an den Terminals werden ja verbessert, gibt es aktuell ja so eine Taskforce, die aus Zoll und Polizei und Reedereien und so weiter zusammengesetzt wird, um noch besser gegen Kriminelle vorzugehen. Ist das Thema aus der Zeitung auf euch zugekommen, dass ihr gesagt habt, ja, das müssen wir jetzt einbauen? Oder seid ihr von alleine jetzt auf dieses Thema gekommen, weil das sowieso schon vorher bei der Wasserschutzpolizei ein Thema war oder so?
Angelique
00:23:21
Tatsächlich, weil es schon vorher ein Thema war.
Andreas
00:23:23
Also wir waren in der Zeit sogar voraus.
Angelique
00:23:25
Ja, wir waren tatsächlich voraus, weil das Hafensicherheitszentrum ist erst gegründet worden, als wir gerade am Schreiben waren. Und wir haben natürlich beste Kontakte dahin. Und das Thema und die Prävention im Hafen, dass die Hafenarbeiter aufgeklärt werden, wie die kriminellen Kontakte zum Beispiel aufnehmen, was die bieten, wie viel Geld fließt, das war ja Wahnsinn, was man für kleinste Informationen schon an Summen kriegt, was natürlich für einen armen Hafenarbeiter durchaus attraktiv sein kann. Da haben wir schon lange dran geschrieben, als das überhaupt erst in die Presse kam. Und ja, ich glaube, genauso wie unser nächstes Buch, ich glaube, da sind wir auch der Zeit ein kleines Stück voraus. Aber das liegt daran, dass wir uns eben mit dem Hafen so sehr beschäftigen. Und ja, man hört natürlich oft Dinge, bevor sie dann in der Politik durchdekliniert sind, bevor sie in den Zeitungen stehen.
Andreas
00:24:24
Ich habe ja immer noch guten Kontakt zu alten Kollegen und das war dann schon mal ein Thema, das ich dann so aufgeschnappt habe. Ja, das nutze ich dann auch.
Britta
00:24:35
Das habe ich mir schon fast gedacht.
Andreas
00:24:38
Kurze Zeit später ging es dann durch die Medien.
Britta
00:24:40
Ja, tipptopp, immer aktuell. Aber du hast es schon gesagt, das neue Buch ist schon, also wahrscheinlich, wenn dieser Podcast veröffentlicht wird, kann man es schon kaufen. Der Tote von Lagerhaus F, der vierte Band, erscheint am 1. September. Worum geht es da jetzt genau in dem neuen Buch?
Angelique
00:24:59
Also auch das neue Buch hat angefangen eigentlich mit einer Idee, die aus dem entstanden ist, wo wir uns gerade mit beschäftigt haben. Andreas hatte, ich weiß gar nicht mehr, wie es damals kam, aber du hattest dich mit dem Moldauhafen beschäftigt. Da musst du gleich noch mal was zu sagen. Und ich war gerade dabei, die Premierenlesung für unseren zweiten Band Tot im Schatten der Elbflut zu organisieren. Und zwar sollte das in dem neuen Westfield Center in der HafenCity stattfinden. Und da gab es ja so viel Verzögerung mit der Baustelle. Es gab ja auch Unglücke. Und ich war also immer mit dem Westfield Center beschäftigt. Und irgendwann sagte Andreas, ja, ist doch eigentlich ein Ding. Dieses luxuriöse Westfield Center entsteht gerade mal 100 Meter Luftlinie zu diesem alten Moldau- und Saalehafen, die da verkümmern. Und was für ein Kontrast. Und wenn ich das Wort Kontrast höre, dann bin ich natürlich gleich sehr aufmerksam, weil wir brauchen ja Konflikte. Und also haben wir uns eine Geschichte überlegt, die in dem alten Moldau-Hafen Andreas Akirtes, der nochmal anfängt zu spielen. Dort wird eine Leiche im Parkhaus des alten Lagerhauses F entdeckt. Und der Weg führt aber, oder die Spur führt aber die Mordkommission Richtung Westfield Center, wo gerade ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff an der Pier liegt. Und dann wird noch ein Cold Case entdeckt, der da auch mit zu tun hat, der auch mit diesem Moldau-Hafen wiederum zu tun hat. Und ja, es ist eine sehr spannende Geschichte geworden, was diese beiden Locations betrifft. Und um das Ganze noch dramatischer zu machen, erzählen wir diesmal ganz viel über den Hafengeburtstag und was da alles so schief gehen kann und was die Wasserschutzpolizei da macht. Und natürlich flüchtet der Täter in den Hafengeburtstag und ja, sehr dramatisch wird das wieder.
Andreas
00:26:58
Kennst du den Moldau-Hafen?
Britta
00:26:59
Ja, ich kenne den Moldau-Hafen, ja.
Andreas
00:27:01
Es hat mich schon immer fasziniert, dass es da so ein Lost Place gibt, so ein Stück Hamburger Hafen, wo die Tschechische Republik die Hand drauf hat. Für 100 Jahre hat sie die gehabt. Jetzt, 2028 läuft das aus nach 100 Jahren. Und da war ja mal reger Betrieb in den 70er, 80er Jahren. Die Binnenschiffe kamen ja die Elbe runter aus Richtung Tschechien und sind dort gleich abgebogen. Heute wird das ganz einfach übersehen, eine ganz unscheinbare Ecke. Und damals war da richtig Betrieb, massenhaft Binnenschiffe. Da gab es ein Casino- und Hotelschiff, ein großes Werkstattschiff der Tschechen und da war richtig was los. Und heute ist das irgendwie völlig in Vergessenheit geraten, das Stück Hafen dort. Das wollten wir dann nochmal aufleben lassen.
Britta
00:27:49
Ja, vom Versailler-Vertrag ist das festgelegt worden.
Angelique
00:27:54
Genau, es ist ganz alt und 2028 geht es ja wieder zurück an Hamburg und dann wird das da sehr groß bebaut. Es gibt ganz große Bebauungspläne und wir haben gedacht, jetzt schnell schreiben, bevor es 2028 ist, weil dann können unsere Leser in 2027, 2026 dort nochmal hinfahren, sich das nochmal angucken. Ich finde es ja auch, ehrlich gesagt, ganz schön da und die Dessauer Straße entlang zu flanieren und sich das da alles mal anzugucken und auch mal ein bisschen was über die Historie zu lesen. Und wir mögen ja gerne, wenn unsere Leser die Locations selber aufsuchen. Wir bieten ja inzwischen sogar Bar-Kassen-Fahrten an, wo wir an diese Orte, wenn es irgendwie geht, von Wasserseite aus hinfahren, uns das alles angucken und Andreas das erklärt. Deswegen mussten wir uns jetzt schnell beeilen, damit sich die Leser alles noch angucken können.
Britta
00:28:53
Das ist ja spannend. Da müssen wir gleich nochmal drauf zurückkommen auf eure Barkassenfahrten. Zum Moldauhafen fällt mir noch ein, dass die neue Station in der Hafencity oder für mehr hinter der Hafencity bei dem neuen Stadtteil Grasbruck, die wird ja den Namen Moldauhafen bekommen.
Andreas
00:29:10
Ja, das haben wir auch schon gehört. Doch charmant. Das Ganze wird noch so ein bisschen...
Britta
00:29:16
Dann wird das später nicht vergessen, der Name.
Andreas
00:29:18
Ja, genau.
Angelique
00:29:19
Es wird ja so ein großes Gewerbegebiet dort geben, ein großes Wohngebiet. Und es wird als Erler erst erstmal eine Brücke gebaut, die dann diesen Moldauhafen mit der Hafencity verbindet. Und das sind riesige Projekte. Das wird die ganze Gegend dort sehr verändern.
Britta
00:29:37
Ja, wird aber auch noch ein paar Jahre dauern, bis das da verhängt. Das stimmt. Jetzt nochmal zu euren Barkassenfahrten. Ihr bietet jetzt Fahrten an, wo ihr zu den Locations fahrt, die in den Büchern vorkommen.
Angelique
00:29:49
Ja, also wir haben letztes Jahr im Sommer, machen wir das nur so zwei, drei, vier Mal, dass wir mit Barkassenmeier so vier Stunden Rundfahrten machen, wo Andreas eben den Hafen mal ganz anders zeigt. Und wir versuchen genau an diese Orte, an die unsere Bücher spielen, ranzufahren. Also zum Beispiel auch nach Finkenwerder, an das alte U-Boot-Denkmal, wo die Leiche angespült wird oder ähnliches. So dass die Leser, die die Bücher gelesen haben, sagen, ah ja, hier war die Leiche, ah ja, hier ist das passiert, hier ist jenes passiert und die Robiere sehen.
Andreas
00:30:29
Wird sehr gut angenommen und nachgefragt und sein Ursprung hatte das, weil wir unsere allererste Premierenlesung, war das eigentlich unsere Idee?
Angelique
00:30:37
Da war Britta doch dabei.
Britta
00:30:39
Ja, da war ich dabei.
Andreas
00:30:41
Genau, so nahm das seinen Anfang.
Angelique
00:30:42
Als der Verlag das vorgeschlagen hat. Das haben wir einfach aufgenommen, aber eben nicht nur die Lesung, sondern jetzt geht es vor allen Dingen um den Hafen. Und deswegen ist diese Fahrt auch so lang. Wir lesen ein bisschen, wir stellen die Bücher vor, aber wir sagen eben, hier ist die Leiche angespült. Und das finden die wahnsinnig spannend, die unsere Lesen.
Andreas
00:31:05
Aber so entstand die Nachfrage. So haben die Leute dann nachgefragt, können wir das nicht wiederholen? Und dann haben wir das in Zusammenarbeit mit Bar Kassenmeier gemacht.
Britta
00:31:13
Und buchen kann man das dann bei Barkassen Meyer oder bei euch?
Angelique
00:31:17
Nee, bei Barkassen Meyer. Die neuen Termine müssen jetzt die, also wenn es im September noch stattfindet, sind die online.
Andreas
00:31:26
Okay. Diesmal gibt es nur noch eine.
Angelique
00:31:28
Im September.
Andreas
00:31:29
Ja, es muss natürlich, es muss noch hell sein, also es macht keinen Sinn, durch den dunklen Hafen zu fahren. Ich will ja auch vieles zeigen und erklären und das passt gerade noch so im September.
Angelique
00:31:39
Ja, genau, also wir machen keine Lesungen abends, dann ist es dunkel und auch nicht im Winter, weil dann sieht man nichts. Sondern jetzt im September fahren wir, glaube ich, um 18 Uhr los, 17 Uhr los und dann passt das grad noch, ist noch hell genug da.
Britta
00:31:54
Das neue Buch spielt ja beim Hafengeburtstag. Ich würde mal gerne wissen, wie seht ihr das mit dem Hafengeburtstag? Ich mag den ja ganz gerne, weil diese Einlaufparade und Auslaufparade finde ich immer total schön. Ich versuche mir dann auch immer Freitag Urlaub zu nehmen, aber ich habe eigentlich nicht so große Lust, immer in die Menge hineinzugehen, sondern ich setze mich dann irgendwo ans Strand mit einer Picknickdecke und gucke schön, wie die Schiffe vorbeifahren. Wie macht ihr das mit dem Hafengeburtstag?
Andreas
00:32:22
Ich habe das ja 31 Jahre mitgemacht, dienstlich. Früher als junger Kollege, noch mittendrin auf den Speedbooten und als Patrouiller auf den Landungsbrücken und so in den Menschenmassen, später nachher auf dem Wasser. Da ist es natürlich viel entspannter, wenn man das vom Boot aus alles machen kann und nicht sich durchdrängeln muss durch die Massen. Mittlerweile als Privatmensch bin ich da auch nicht mehr so gerne.
Angelique
00:32:49
Ja, mir geht es ein bisschen anders. Ich habe ja nicht 32 Jahre Hafengeburtstag hinter mir, deswegen finde ich das immer noch sehr spannend. Aber tatsächlich vor allen Dingen die Schiffe, die Ein- und Auslaufparaden, weil das Landprogramm, da ist vielleicht noch die Musik ganz interessant, aber ansonsten bin ich da jetzt auch nicht so der Fan von in die Menschenmassen zu gehen. Aber trotzdem merke ich, dass ich sehr stolz auf unseren Hafen bin und mich zum Beispiel immer sehr freue, wenn das Wetter gut ist. Weil ich dann denke, dann geht es den Touristen gut. Die haben was davon. Und ich finde die Übungen interessant. In unseren Büchern haben wir die SOS-Übungen aufgenommen und auch das Schlepperballett oder die Wasserskifurführung. Ich bin da stolz drauf so ein bisschen. Ich finde das toll.
Andreas
00:33:39
Also ich freue mich auch für die Organisatoren und die Schausteller und die viel investieren und viel sich überlegen. Die bauen einen Riesenstand auf. Wenn das Wetter schlecht ist, dann lohnt sich das alles nicht. Da gab es ja schon mal richtig schlechte Hafengeburtstage, wo die gar nichts verdient haben, aber mittlerweile. Der letzte war, glaube ich, sehr gut. Der lief gut.
Britta
00:33:57
Da war auch tolles Wetter.
Andreas
00:33:59
Ich kann mich noch erinnern, da war Korea, glaube ich, Gastland. Da hat der Regen gepeitscht. Die Bühne war genau neben unserer Dienststelle aufgebaut. Die hatten dann groß was vorbereitet und das fiel alles ins Wasser. Das war ganz schlimm.
Angelique
00:34:11
Das ist dann wirklich sehr traurig.
Andreas
00:34:13
Sehr traurig für alle Beteiligten.
Angelique
00:34:15
Ich finde, es ist einfach ein ganz spannendes Fest und es ist auch nicht zu lang, drei Tage und dann ist wieder gut. Also ich oute mich jetzt mal, aber ich mag das.
Britta
00:34:27
Ja, sehr schön. Also ich oute mich auch. Ich mag auch den Hafengeburtstag. Aber eben, wie gesagt, am liebsten vom Strand aus.
Andreas
00:34:36
Ist eine sichere Entspannung.
Britta
00:34:37
Dann habe ich noch eine letzte Frage an euch beide. Gibt es eigentlich bei euch beim Schreiben Kaffee oder Tee?
Angelique
00:34:43
Kaffee.
Andreas
00:34:45
Wir sind kaffeesüchtig. Kaffee-Junkies.
Angelique
00:34:47
Das ist ganz schlimm.
Britta
00:34:49
So wie man sich Schriftsteller vorstellt.
Angelique
00:34:52
Ja, das ist wirklich schlimm, weil ich gehe zum Beispiel gerne einkaufen, Lebensmittel einkaufen, oute ich mich nochmal. Und eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist, mal unserer Kaffeesorte hinterher zu jagen, wo die gerade im Angebot ist. Und wenn ich es mal im Angebot finde, dann bin ich mir nicht so schade, irgendwie dann gleich so 10, 15 Packungen zu kaufen. Weil wir doch leider relativ...
Andreas
00:35:15
Aber du schwächst ihn ja ab mit Sahne. Den muss man schwarz trinken.
Angelique
00:35:18
Mit Milch? Was heißt denn hier Sahne?
Andreas
00:35:20
Mit Milch, das ist ja genauso.
Angelique
00:35:24
Immerhin trinkst du ihn jetzt nicht mehr wie ein Söhmann. Die Söhner trinken ihren Kaffee ja... Türkisch. Das heißt, die füllen den Kaffeepulver direkt in die Tasse und einfach heiß Wasser drauf. Das ist so unfassbar stark, das Zeug. Das habe ich ihm abgewöhnt. Jetzt kriegt er nur noch gefiltert.
Andreas
00:35:41
Gefiltert.
Angelique
00:35:41
Aber handgefiltert. Keine Maschine.
Britta
00:35:45
Nee, mache ich auch.
Andreas
00:35:45
Kaffeemaschine kommt nicht ins Haus.
Britta
00:35:47
Nee, wir filtern ja auch mit der Hand.
Angelique
00:35:50
Ja, das ist das Beste.
Britta
00:35:51
Ja, absolut. So, jetzt haben wir auch das Getränke-Thema geklärt. Ich bedanke mich jetzt ganz, ganz herzlich bei euch beiden für diesen tollen Einblick in euer Schriftstellerleben und die ganzen noch Prämisse.
Angelique
00:36:05
Wir haben uns dazu bedanken, dass wir die Gelegenheit bekommen. Da freuen wir uns immer sehr.
Britta
00:36:10
Na, ich freue mich. Wieder ausdrücken. Und dann wünsche ich euch jetzt ganz, ganz viel Erfolg bei eurem neuen Buch.
Angelique
00:36:16
Oh ja, drück uns die Daumen. Wenn wir wieder auf die Liste kommen, dann platzen wir. Dann gibt es zwar kein sechstes Buch mehr. Dann gibt es einen Kaffee.
Britta
00:36:25
Und ich wollte noch darauf hinweisen, ihr gebt ja auch Lesungen. Und die sind ja auch viel im Herbst. Die kann man alle auf eurer Internetseite gucken, ne? Die Termine?
Angelique
00:36:34
Ab Oktober geht es wieder los. Oktober, November, Dezember, Januar, Februar und so weiter und so weiter. immer nur in den dunklen Monaten sind wir unterwegs.
Britta
00:36:42
Wunderbar. Den Link packe ich natürlich in die Show Notes. Ja, und dann sage ich jetzt nochmal Danke und wünsche euch einen super schönen Tag.
Angelique
00:36:48
Gerne. Das wünschen wir dir auch und wir danken.
Andreas
00:36:50
Ja, wir danken. Tschüss.
Angelique
00:36:52
Tschüss. Tschüss.
Britta
00:36:58
Vielen Dank, dass du bis hierher zugehört hast. Das waren Angelique Kästner und Andreas Kästner. Ich hoffe, dir hat diese Folge genauso viel Spaß gemacht beim Zuhören wie mir beim Aufnehmen. Ich wünsche dir jetzt einen wunderschönen Tag und freue mich, wenn du nächstes Mal wieder dabei bist. Bis dahin.
Angelique
00:37:16
Tschüss.

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