CAP SAN DIEGO auf Kurs Bremerhaven
Kapitän Birger Möller und Kapitän Gerd Sietas, CAP SAN DIEGO
28.02.2026 37 min
Zusammenfassung & Show Notes
Mit den Kapitänen Birger Möller und Gerd Sietas geht es um die die logistischen Herausforderungen hinter den Kulissen, wenn für die CAP SAN DIEGO die Klassenerneuerung ansteht. Von der präzisen Rückwärtsplanung der Route bis hin zu den über 240 einzelnen Werftpunkten, die in nur drei Wochen abgearbeitet werden müssen.
Es gibt exklusive Einblicke in das Projektmanagement für dieses elegante Schiff.
Aber die CAP SAN DIEGO ist mehr als nur ein Schiff – sie ist ein schwimmendes Wahrzeichen Hamburgs.
Damit der „weiße Schwan des Südatlantiks“ weiterhin in Fahrt bleiben darf, steht im März ein Mammutprojekt an. Kurs Bremerhaven zu Bredo Dry Docks.
Es gibt exklusive Einblicke in das Projektmanagement für dieses elegante Schiff.
Aber die CAP SAN DIEGO ist mehr als nur ein Schiff – sie ist ein schwimmendes Wahrzeichen Hamburgs.
Damit der „weiße Schwan des Südatlantiks“ weiterhin in Fahrt bleiben darf, steht im März ein Mammutprojekt an. Kurs Bremerhaven zu Bredo Dry Docks.
- Logistik der Extraklasse: Warum die Vorbereitung einer Werftzeit ein Fulltime-Job ist und wie man ein 65 Jahre altes Schiff sicher durch die stürmische März-Nordsee manövriert.
- Technik unter der Wasserlinie: Was passiert bei der Dickenmessung des Stahls und warum sind Ultraschall-Untersuchungen im Dock wichtig?
- Finanzierung eines Oldtimers: Wie ein siebenstelliger Betrag für die Instandhaltung durch Ehrenamt, Sponsoren, Passagierfahrten und viele andere Bausteine gestemmt wird.
- Zwei Generationen Kapitäne: Birger Möller berichtet von seiner Zeit auf allen fünf Schwesterschiffen und den goldenen Jahren der Stückgutschifffahrt zwischen Hamburg und Südamerika. Gerd Sietas ist mit Containerschiffen über die Weltmeere gefahren. Beide waren weltweit unterwegs und engagieren sich heute für die CAP SAN DIEGO.
In dieser Podcast-Folge hörst du wie viel Herzblut nötig ist, um dieses maritime Erbe lebendig zu halten.
Links zur Folge:
- Homepage der CAP SAN DIEGO
- WhatsApp-Kanal: CAP SAN DIEGO Werftzeit
- Fahrplan für die Saison 2026 CAP SAN DIEGO
- Instagram Kanal der CAP SAN DIEGO
- Folge 89 mit Anke Wiedau, Surveyor bei Bureau Veritas
- Folge 101 mit Laura Leisinger, Marine Surveyor bei Bureau Veritas
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#strong connection
Transkript
Im Moment 240 und ein bisschen Werftpunkte.
So ein bisschen Projektmanagement par excellence.
Jeder hat da irgendwie so ein Arbeitspaket, aber nicht jedes Arbeitspaket geht
über die ganze Zeit. Und die Kosten sind erheblich.
Es geht heute um den Werftbesuch für die Klassenerneuerung der Cap San Diego.
Und natürlich geht es auch um die spektakulären Anlegemanöver.
Und da wirklich eine Absprache und dann die entsprechenden Kommandos an die
Schlepper, die das aber auch kennen.
Und da kommt es manchmal wirklich so auf.
Minuten oder manchmal wirklich sind es ja nur 10 Zentimeter Spielraum,
dass dann im richtigen Moment der dritte Schlepper dann das Schiff auch richtig reindrückt.
Wir hören etwas über die Herausforderung, bis das Schiff wieder fest an der Überseebrücke liegt.
Es ist schon spannend, je nach Wetterlage auch. Schlecht ist,
wenn es auf einmal aufbriest und dann der eine Schlepper, der drücken soll,
der dann zwar Taifun heißt, aber nur so stark wie eine Brise ist,
dann hat man ganz schön was zu tun.
Es geht um die Vorbereitung für die Werftzeit.
Normalerweise fahren wir im Sommer auf der Unterelbe und diesmal geht es im März nach Bremerhaven.
Da können die Umweltbedingungen schon ein bisschen anders sein.
Sprich, das kann auch sein, dass das Schiff sich dann aufschaukelt.
Und da werden noch einige Sachen hier gesichert und verzurrt werden.
Herzlich willkommen zur heutigen Folge in Brittas Hafen Podcast.
Der Podcast aus Hamburg für ungewöhnliche Berufe, echte Persönlichkeiten und
maritime Chancen. Ich bin Britta und ich freue mich so, dass du heute zuhörst.
Am 9. März ist es soweit.
Die Cap San Diego geht für drei Wochen ins Dock, nach Bremerhaven zur Bredo Werft
Die Klassenerneuerung steht an und es gibt einen WhatsApp-Kanal.
Er heißt Cap San Diego Werftzeit.
Sensationelle Bilder von der letzten Werftzeit und Details von der Vorbereitung.
Unbedingt abonnieren. Meine Gäste sind heute Birger Möller und Gerd Sietas,
Kapitäne der Cap San Diego.
Dieser Podcast wird unterstützt von der Fairplay Towage Group - Strong Connection.
Vielen Dank dafür und jetzt geht's los.
Die Cap San Diego wurde 1961 gebaut und liegt seit 1988 an der Überseebrücke.
Heute gehört sie als Wahrzeichen zu Hamburg wie der Michel und die Elphi.
Sie ist das letzte erhaltene Schiff einer Serie von sechs schnellen Stückgutfrachtern,
die für die Reederei Hamburg-Süd gebaut wurden.
Wer eine besondere Übernachtungsmöglichkeit sucht, die Cap San Diego ist auch
ein schwimmendes Hotel.
Und wer das Seefahrtsgefühl erleben möchte, als dieses Schiff noch Liegezeiten
von zum Teil über einer Woche in Santos hatte, die Cap San Diego legt mehrmals
im Jahr zu Ausfahrten mit bis zu 500 Gästen ab.
Und jetzt geht es in die Werft, ein spannendes Projekt. Wie ist denn genau das
ganze Manöver geplant, um nach Bremerhaven zu kommen?
Also wir haben das jahrelang gemacht und bis jetzt ist es uns auch immer gelungen.
Ja, wenn man das macht, wenn man das täglich macht, ist das nicht so die große Tat.
Das ist natürlich, das ist ein Riesenprojekt, wo sie also verschiedene Einrichtungen
haben, verschiedene Menschen, die alle zusammenspielen müssen.
Wenn also oben einer am Maschinentelegraf irgendwie ein Manöver vorgibt,
dann muss das aus der Maschine kommen. Und das kommt eigentlich auch.
Das sieht für Außenstehende sehr kompliziert aus, aber an sich,
ja, wir sind darauf ausgebildet, wir haben das jahrelang gemacht mit der nötigen Erfahrung.
Das ist an sich richtig.
Für uns Daily Business. Ich sitze hier in der Mannschaftsmesse der Cap San Diego,
ein Ort, wo man wirklich Seefahrtsgeschichte atmen kann.
Mir gegenüber sitzen Gerd Sietas und Birger Möller, Kapitäne der Cap San Diego. Hallo Birger.
Ja, hallo. Und hallo Gerd. Hallo.
Die beiden sprechen also von Daily Business, wenn es in die Werft nach Bremerhaven
geht, mit der Cap San Diego. Ja, bis jetzt sind wir noch immer angekommen.
Das muss natürlich, da habe ich das ganze Wochenende dran gesessen,
die Reise vorzuplanen. Wann sind wir, wann, wo.
Das spielt ja auch nach draußen hin. Wir müssen Lotsen bestellen,
wir müssen Schlepper bestellen.
Vorgabe ist,
wir wollen am Montagmorgen um 9 Uhr vorm Kaiser-Doc 3 sein in Bremerhaven.
Und dann plant man es rückwärts durch.
Dann muss man sich überlegen, mit welcher Geschwindigkeit wollen wir fahren.
Das ist natürlich auch eine Frage, wie viel Brennstoff, wie viel Kraftstoff
wollen wir verbrauchen oder dürfen wir verbrauchen.
Und dann rechnet man das rückwärts, haben wir gemacht und Sonntagabend 18 Uhr soll das losgehen.
Und wie war das bei der letzten Werfzeit? Gab es da Überraschungen,
wo man gedacht hat, ach Mensch, das haben wir gar nicht eingeplant,
das wird ja jetzt noch viel teurer?
Nein, eine besondere Überraschung nicht. Man ist ja immer darauf vorbereitet.
Und da kann sich was anbahnen, also es sind so Puffersummen da,
also keine große Überraschung.
Sachen standen schon vorher fest, was da gemacht wird und manchmal wird es dann
noch ein bisschen mehr als erwartet, aber keine besondere Überraschung.
Diese ganze Liste, was ich vorhin gehört habe, was gemacht werden muss auf der
Werft, da gab es dann auch hier Experten an Bord, die sich das alles überlegt haben?
Oder wurden da auch Menschen von extern geholt, die das dann nochmal angeguckt
haben? Oder gibt das die Klassifikationsgesellschaft vor oder wie geht das?
Die Klassifikationsgesellschaft, die haben ja ihre Vorschriften,
da müssen wir ja einiges einhalten und dementsprechend machen und sonst wird
das hier an Bord in unseren Meetings zusammengestellt, die Werfliste.
Und da geht man eben von der vorherigen Werfliste aus und dann sieht man,
was ist jetzt noch neuerdings, neu fällig und einiges ergibt sich eben von Wandstärke,
Bordwandmessung und so, ob da noch was dazu kommt oder nicht.
Also das, was die Klasse fordert, das ist bekannt.
Da gibt es also einen Katalog, was die Klasse sehen möchte. Da gehören diese Dicken-Messungen zu.
Sie wollen die Dichtung von der Schwanzwelle sehen. Also eine Riesenliste ist
abhängig vom Alter des Schiffes.
Allerdings hört diese Staffelung bei 20 Jahren auf. Wir sind jetzt 65.? Overage.
Das ist also vorgegeben, was sie da sehen wollen.
Alle Ausgussventile, alle Außenhautsventile und und und. Das weiß man.
Was ein Risiko, was mit Risiko behaftet ist, ein bisschen sind die Dickenmessungen.
Wenn da also jetzt wirklich ungeplante Minderdicken auftreten,
dann muss der Stahl ersetzt werden.
Das haben wir im Vorwege das, was wir gesehen haben, grob geschätzt und im Allgemeinen
ist diese Schätzung auch richtig.
Wenn ich schon einmal die Chance habe, Insider dieser Cap San Diego zu sprechen,
die sich so gut auskennen, wie wird das Ganze vorbereitet und wann genau geht
es los und wie geht das alles?
Wir wollen also am 8. 18 Uhr hier auslaufen, dann geht das los am 8.
Morgens werden die ganzen Maschinenanlagen hochgefahren. Wenn das Schiff hier
liegt, kriegen wir ja Landstrom.
Dann wird umgestellt auf Bordnetz und dann wird die Anlage hochgefahren und
alles nochmal gecheckt und überprüft und nochmal gecheckt und nochmal überprüft.
Irgendwann kommt der Anruf von den Kollegen aus der Maschine.
Maschine ist klar und dann kann das losgehen. Wir werden hier schon auch am 7.
Schon einige Sachen vorbereiten. Das Ladegeschirr muss niedergelegt,
runtergelegt und gesichert werden.
Normalerweise fahren wir im Sommer auf der Unterelbe und diesmal geht es im März nach Bremerhaven.
Da können die Umweltbedingungen schon ein bisschen anders sein.
Sprich, das kann auch sein, dass das Schiff sich dann aufschaukelt.
Und da werden noch einige Sachen hier gesichert und verzurrt werden.
Und das werden wir am siebten März machen. Aber die Ausstellung auf dem Schiff ist schon
abgebaut oder bleibt der Käfer an Bord?
Der Käfer bleibt an Bord. Der ist auch gesichert schon. Der ist safe.
Und die anderen Sachen, da gehen wir noch bei. Also die werden teilweise mit
Holz, mit Keilen und sonst auch mit Laschmaterial gesichert.
Wir sind ja vor fünf Jahren, da habe ich die Fahrt auch zur Werft gemacht.
Also draußen in der Nordsee, da kann es schon mal, das Schiff ist ja leer.
Da schaukelt sich das schon mal ein bisschen auf, wenn man dann Kurs ändert, auf die Weser zugeht.
Also da klirrt es hier und da schon mal, weil viele sind es ja nicht gewohnt, dass das Schiff fährt.
Die denken, das liegt ja immer hier und dann kann es schon mal sein,
dass ein paar Teller oder Tassen irgendwie runter fallen. Aber das Personal ist jetzt
hier im Bilde, es wird alles vorbereitet.
Und übrigens die Museumsaufstellung, das bleibt alles so. Wird nur nochmal gesichert
eben, dass wenn wir da in der Nordsee um die Ecke fahren, dass wirklich alles
feststeht und nicht nachher irgendwo ein Trümmerfeld ist.
Und der Käfer ist sowieso gut gesichert. Wie viele Leute fahren eigentlich mit
zur Werft von den Ehrenamtlichen? Wie viele sind dabei?
Ich habe jetzt irgendwas bei 40. 40 Leute ungefähr. Und Teil kommt auch,
fährt nicht mit dem Schiff, sondern kommt so nach Bremerhaven.
Und es ist auch nicht jeder jeden Tag da. Birger kommt die Hälfte der Zeit ungefähr.
Ich bin die ganze Zeit dabei, der Chief ist die ganze Zeit dabei.
Das ist so ein bisschen Projektmanagement par excellence.
Jeder hat da irgendwie so ein Arbeitspaket, aber nicht jedes Arbeitspaket geht über die ganze Zeit.
Und ja, wir hoffen, dass wir am 30. alles fertig haben. Ich bin positiv gestimmt, das kriegen wir hin.
Dann sind das insgesamt wie viele Tage in der Werft? Drei Wochen.
21 Tage. Wir haben im Moment 240 und ein bisschen Werftpunkte.
Da gibt es große, da gibt es kleine Werftpunkte.
Das ist dann die Sache, was wird wann wie wo gemacht und welche Ressourcen werden gebraucht.
Aber das machen wir auch nicht zum ersten Mal. Also der 31.
Morgens um 7.30 Uhr, Schiff fest, Überseebrücke, der Termin steht.
Ich habe mal in der Werft, da hing so ein Bild an der Wand. Ein Schiff nur die Spanten,
nur die Spanten, keine Außenhaut.
Taufkanzel, Taufpate, Werftdirektor, Flaggen, alles das große Hallo.
Schiff soll getauft werden und Stapellauf.
Und dann stand da drunter, egal, Termin ist Termin.
Nein, aber es ist am Ende des Tages ein technisches Projekt und das hat immer
seine Unwegbarkeiten.
Aber ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß gar nicht, wie viele Werftzeiten ich mitgemacht habe.
Bis jetzt sind wir immer in der Zeit rausgekommen und das Projekt ist auch gerade
bei der Cap San Diego sehr lang geplant.
Also ich habe eine Klasse gemacht mit dem Containerschiff in fünf Tagen,
aber dann wird Tag und Nacht gewühlt und dann ist natürlich auch kein Puffer drin.
So, das können wir uns hier finanziell gar nicht erlauben, rund um die Uhr zu
arbeiten und müssen wir auch nicht.
Und wenn Sie ein Containerschiff haben, das muss Fahren und Geld verdienen.
So, wir verdienen unser Geld nicht nur durch Fahren oder der Anteil Fahren ist
sehr viel geringer, sodass wir das schon ein bisschen gestreckt haben.
Klassenerneuerung der Cap San Diego, teures Vergnügen, rund 200 einzelne Werftpunkte,
das muss natürlich alles irgendwie bezahlt werden. Ich möchte mal Herrn Dr.
Klein zitieren auf dem letzten Admiralitätsessen, der gesagt hat,
ja, jegliche Einnahmen sind durch Kosten gedeckt.
Und also es sind einmal natürlich wichtig die Ehrenamtlichen,
die dieses Schiff betreiben.
Weiterer wichtiger Faktor sind Sponsoren und Spendengelder.
Ganz klar, das ist nicht unerheblich. und das dritte sind eben auch die Passagiere
so eine Passage ist, ja es bringt Erlöse.
Und dann haben wir noch das Management der Betriebsgesellschaft,
die das alles zusammenfegt.
Und so wird dann ein Schuh draus. Und mir fällt natürlich noch etwas ein,
ich sitze hier ja im Cap San Diego Hoodie und natürlich die Cap San Diego hat
einen Shop oben an der Überseebrücke und durch den Verkauf all dieser Produkte,
wo Cap San Diego draufsteht, die es oben im Shop gibt,
dank der vielen Ehrenamtlichen, die auch diesen Shop machen,
das ist natürlich auch eine Menge Geld, die zum Erhalt des Schiffes beitragen.
Erheblichen Beitrag leisten zum Erhalt dieses Schiffes. Ja, und gerade jetzt
gibt es auch neue Hoodies mit einem Aufdruck, wo man sagen kann,
man ist selber praktisch Cap San.
Das ist ja auch eine pfiffige Idee und so gibt es wirklich viele Bausteine,
wie sich das Geld zusammensetzt, das für den Erhalt des Schiffes da ist.
Weitere Einnahmen kommen natürlich auch durch das Hotel, das Schwimmende,
das ja die Cap San Diego ist.
Aber da komme ich später nochmal drauf zurück, denn ich möchte auch gerne wissen,
wer denn früher in diesen Kabinen der Gäste übernachtet hat.
Du guckst jetzt so, du wolltest auch noch einen Punkt sagen,
wie noch mehr Geld zusammenkommt?
Vielleicht eine fünfte Säule sind noch, das will ich gar nicht unterschlagen.
Wir kriegen also auch öffentliche Fördergelder, Landesmittel,
Bundesmittel, die uns helfen, das in Schuss zu haben.
So können wir dieses Schiff erhalten und können es auch in Fahrt halten und
eben auch entsprechend warten und reparieren auch.
Ja, diese ganzen Einnahmen sind
ja auch wirklich nötig, denn so ein Werftaufenthalt ist ja richtig teuer.
Das sind siebenstellige Beträge, die da zusammenkommen.
Und das Schiff unterliegt den üblichen Bestimmungen und Regularien für diese Kauffahrteischiffe.
Das heißt also, es muss in regelmäßigen Abständen überprüft werden.
Das ist einmal die sogenannte Klasse, die alle fünf Jahre fällig ist.
Und das sind aber auch noch Zwischenbesichtigungen. An sich wird das Schiff
während des Klassenlaufs fünf Jahre jährlich nochmal besichtigt durch einen
Besichtiger einer anerkannten Klassifikationsgesellschaft.
Und des Weiteren sind auch einige Zertifikate, Sicherheitszertifikate,
die durch den Flaggenstaat ausgestellt werden, auch nochmal fällig und müssen.
Nochmal überprüft werden.
Die Punkte, die überprüft werden, sind nicht so augenscheinlich.
Da müssen wir dann zum Beispiel in die Tanks oder in die Maschinenraumbüllschen,
in wirklich unzugängliche Räume, die normalerweise verschlossen sind,
die müssen dann geöffnet werden. Das können wir mit Bordmitteln gar nicht machen.
Deswegen müssen wir in die Werft alleine, um die Zugänge zu schaffen.
Dann werden Materialstärken gemessen.
Das können wir im Wasser auch nicht machen, können wir auch mit Bordmitteln nicht machen.
Da werden also die Materialstärken des Stahls mit Ultraschall gemessen und da
müssen auch bestimmte Werte erreicht werden, sonst muss der Stahl ausgetauscht
werden. Das Schiff ist 65 Jahre alt.
Und da rostet dann schon mal der eine oder andere Millimeter Stahl weg.
Aber wir rechnen auch dieses Jahr wieder damit, dass wir einen nennenswerten
Anteil Schiffs-Stahl austauschen.
Klassifikationsgesellschaften, das ist wirklich ein sperriges Wort.
Aber dahinter stecken sehr, sehr spannende Details.
In Folge 89 ist Anke Wiedau, Surveyor.
Und in Folge 101 ist Laura Leisinger, Marine
Surveyor. von der Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas zu hören.
Hier wird das Thema Klassenvorschriften, Vorschriften der Flagge und Details
zu einem Bordbesuch bei einer Klassenverlängerung besprochen.
Wer diese Folgen verpasst hat, unbedingt nochmal reinhören.
Die Kosten des Werftaufenthalts wurden eben angesprochen.
Mit der Buchung einer Ausfahrt auf der Cap San Diego kann man zwei Dinge auf einmal erledigen.
Man kann eine einzigartige Reise auf einem Frachtschiff erleben,
das aus den 60er Jahren stammt.
Während der Fahrt kann man alles ansehen, sogar in den Maschinenraum gehen und
sehen, wie die Maschine funktioniert.
Und gleichzeitig unterstützt man mit dieser Reise das Schiff.
Den Link zum Fahrplan mit allen geplanten Reisen findest du in den Shownotes.
Nochmal zurück zu der Fahrenszeit mit den Cap San Schiffen.
Wie lange war man da unterwegs?
Nach Südamerika hin und zurück dauerte so sechs bis acht Wochen die Fahrt,
Und man hatte ja, es ging Hamburg los, dann nächster Hafen war Bremen oder Antwerpen
oder beide und dann ging es rüber nach Brasilien.
Meistens war der erste Hafen Santos, der wichtigste Hafen eigentlich Brasiliens
und überhaupt Südamerikas.
Und dann südgehend wurde ja überall entladen, was man hier in Europa geladen
hatte, vorwiegend so Maschinenteile, Chemikalien.
Und dann ab Buenos Aires nordgehend wurde wieder geladen, aus Argentinien sehr
oft tiefgefrorenes Fleisch oder gekühltes Fleisch.
Ab Brasilien vorwiegend Kaffee, vorher noch Uruguay, auch sehr viel Fleischexporte.
Und dann ging es wieder Richtung Europa und da war meistens Rotterdam der erste
Hafen und dann kam Hamburg.
Und Liegezeit in Santos, wie lange war das? Ja, manchmal lag man zwei,
drei Tage, manchmal länger.
Wenn Regenzeit war und Kaffeesaison, dann lag man halt länger.
Denn bei Regen sollte eben kein Kaffee geladen werden.
Wasser und Kaffee ist erst gut nachher beim Kaffeekochen, aber nicht bei der Beladung.
Und da lag man manchmal schon drei, vier, fünf Tage. Oder wenn mal gestreikt
wurde, auch noch etwas länger.
Ich sehe da so ein bisschen Strahlen in den Augen. Das war wohl eine ganz angenehme Zeit, ne?
Ja, war eine recht angenehme Zeit und man hatte Zeit an Land zu gehen,
aber man war auch an Bord ja sehr in den Arbeitsprozess sehr eingebunden mit
Nachtwachen und beim Ladegeschirr überall immer alles im Auge behalten.
Also man hatte auch an Bord immer viel zu tun, aber man hatte dann eben auch
die Möglichkeit an Land zu gehen und sich da etwas umzusehen.
Wie groß war die Besatzung damals? Als ich anfing, da waren wir immer zu Anfang um 50 Leute.
Denn Cap San Antonio war zum Beispiel ein Ausbildungsschiff,
da wurden also mehr Leute als üblich.
Und später hat sich das so bei 45 ungefähr eingependelt. Ich freue mich so,
dass wir hier die Gelegenheit haben, von Birger Möller zu hören,
wie es wirklich war, mit einem Schiff wie der Cap San Diego zu fahren,
als diese Schiffe noch im Dienst waren.
Magst du uns noch ein bisschen mehr über dich und diese Zeit erzählen?
Ich bin in Südamerika aufgewachsen, das ist noch so historisch dazu, als Kind bis zum 14.
Lebensjahr in Buenos Aires und dann hier in Deutschland weiter zur Schule gegangen
und darum zog es mich dann auch wieder Richtung Südamerika. war mit ein Grund,
bei Hamburg Süd anzufangen.
Und da bin ich seit 67 durchgehend bei Hamburg Süd zur See gefahren.
Außer in den Semesterferien, als ich hier das Studium zum Kapitän machte,
da bin ich da auch mal woanders gefahren, sodass ich mal gesehen habe,
wie es bei einer anderen Reederei aussieht.
Aber sonst immer bei dieser Reedereo, aber auch weltweit, da war noch nicht
mal Südamerika-Fahrtgebiet, sondern komplett die Fahrtgebiete erweitert.
Australien, Neuseeland, USA, Asien, Da sehr viel kennengelernt und ebenso allmählich
dann die Leiter hoch, bis ich Kapitän wurde und.
Und seit 2019 bin ich hier auf der Cap San Diego angefangen,
als Kapitän auch wieder.
Jetzt sind wir mitten eingestiegen in die Reisen der Cap-San-Schiffe,
aber wie hat das bei dir persönlich angefangen, Birger? Wie bist du zur Seefahrt gekommen?
Ja gut, ich bin mit der Seefahrt angefangen 1967 auf einem Schwesterschiff der
Cap San Diego, nämlich auf der Cap San Antonio.
Das war so der erste Job, weiß ich auch immer noch, Luke 4 und den Raum Fegen.
Da ging man da runter mit dem Besen mit mehreren, dann kommt ein Offiziersanwärter
in Uniform, guckte, wie man da unten sauber macht.
Und da dachte ich, naja, dachte man sich so sein Teil, was man da so unten alles
macht. Und allmählich habe ich mich dann halt hochgearbeitet.
Auf allen fünf Cap-San-Schiffen bin ich gefahren. Also auf zwei noch vor dem
Studium und nachher nach dem Studium zum Kapitän auf Cap San Lorenzo war mein
erstes Schiff als dritter Offizier.
Und so bin ich bis zum Ersten Offizier auf allen fünf Cap-San-Schiffen gefahren.
Und diese Schiffe wurden ja nachher überflüssig und abgelöst durch die Containerschifffahrt.
Die Container haben nachher, man sagte grob damals, ein Containerschiff ersetzt drei Stückgut-Schiffe.
Und insofern waren die Schiffe nachher überflüssig, speziell in der Südamerika-Fahrt.
Da ging die Containerschifffahrt erst relativ spät los, dadurch wurden die noch relativ lange.
Aber irgendwann war es mit diesen Schiffen halt vorbei.
Ja, es gab eine Zeit, wo ein Schiff nach dem anderen verschrottet wurde,
aber die Cap San Diego hat überlebt.
Kannst du dazu ein paar Worte sagen, bitte?
Ja, dieses Schiff wurde zum Glück gerettet vorm Verschrotten.
Die anderen Schwesterschiffe sind alle verschrottet worden.
Und irgendwann kam man in Hamburg wohl auf die Idee, also das letzte noch fahrende
Cap-San-Schiff, das damals auch in Asien verschrottet werden sollte,
in letzter Minute noch vor der Verschrottung zu retten.
Und da hat der Hamburger Senat das dann noch gekauft, so kam es eigentlich in
einem schrottreifen Zustand hier nach Hamburg zurück, 1986.
Und damals gab es dann aber auch wieder Bestrebungen, es dann doch zu verschrotten,
je nachdem, wer gerade im Senat das Sagen hatte. Aber zum Glück hat man sich
durchgesetzt und es erhalten.
Und jetzt ist es eben wirklich hier ein Vorzeigeschiff und irgendwie ein Symbol der Stadt.
Ja, inzwischen ja auch ein Wahrzeichen, genauso wie der Michel oder die Elbphilharmonie.
Ich habe heute ja das große Glück, mit zwei Kapitänen verschiedener Generationen zu sprechen.
Gerd Sietas, dürfen wir auch etwas von dir hören? Wie war dein Berufsweg?
Wer bist du, was machst du und wie bist du zur Cap San Diego gekommen?
Ich bin letztes Jahr 68 geworden, habe die letzten zehn Jahre meines Berufslebens
als Kapitän bei der Hamburg Süd verbracht und bin seitdem ich in Rente bin von Birger angesprochen,
wenn nicht zu sagen eingefangen worden und seit 2022 bin ich also hier auf der Cap San Diego aktiv.
Ich bin aber vorher auf den Schwesterschiffen, auf den fünf Schwesterschiffen nie aktiv geworden.
Ich habe sie nur als kleines Kind, ich bin hier südlich der Elbe groß geworden
und habe auf dem Deich gestanden und habe die Hamburger Südschiffe mir angeguckt,
auch die Cap-San-Schiffe und ich fand sie als kleines Kind.
Nicht besonders reizvoll, weil diese Schiffe keinen Schornstein hatten.
Nun haben kleine Kinder, eine ganz bestimmte Vorstellung, wie so ein Schiff auszusehen
hat und Cap-San-Schiff, Schiff ohne Schornstein, das fand ich nicht so toll.
Du bist auch schon vorher auf Cap-San-Schiffen gefahren oder nicht?
Ja, aber nicht auf diesen.
Birger ist, sage ich immer so, ein altes Hamburg-Süd-Urgestein.
Er hat, also ich glaube, da seine ganze Karriere bei der Hamburg-Süd zugebracht.
Ich bin erst zu Hamburg-Süd gekommen im Jahr 2010.
Da waren die meisten Hamburg-Süd-Leute, die ich hier an Bord treffe,
die waren schon in Rente.
Was war denn das Lieblingsschiff oder die Lieblingsroute? Gibt es da was,
was besonders im Gedächtnis geblieben ist?
Einmal mit diesen Schiffen fuhr man ja traditionell immer die Hauptroute nach
Buenos Aires. Und das war halt, eigentlich jeder Hafen hatte so seine Reize.
Natürlich da, wo man am längsten lag, das war in Santos der größte Hafen und der wichtigste.
Und da lief man ja auch zweimal an.
Südgehend zum Entladen und nordgehend wieder zum Beladen.
Dadurch hatte man da am meisten Zeit, Oder in Buenos Aires,
wo erst Entladen dann wieder geladen wurde, hatte man auch einige Tage.
Wenn da gerade gestreikt wurde, lag man da schon mal eine Woche im Hafen.
Das war die Sicht von Birger Möller auf seine Zeit der Seeschifffahrt.
Wie ist es bei Gerd Sietas?
Gibt es da einen Lieblingshafen, eine Lieblingsroute?
Was ist dir besonders im Gedächtnis geblieben?
Sie waren alle irgendwo schön und sie waren auch alle irgendwo manchmal nicht
so schön. Das kann ich so überhaupt gar nicht sagen.
Ja, ist so. Und bei der Cap San Diego gibt es ja jede Menge Geschichten.
Kann man ja auch auf dem Instagram-Kanal sehr schön sehen. Was ist denn jetzt
die Lieblingsgeschichte von Birger Möller von der Cap San Diego?
Es gibt ja viele kleine Geschichten, also es gibt keine besondere Geschichte,
die es besonders irgendwie so.
Hervorsticht. Eigentlich hat jede Fahrt immer so nette Erlebnisse und manchmal
auch interessant mit den Gästen, was die für Fragen da oben stellen.
Das muss man ja auch immer eine passende Antwort da geben.
Ich denke auch, das ist wirklich der ganze Strauß. Also das macht es dann interessant.
So einzelne herausragende Ereignisse wüsste ich.
Nee, wüsste ich jetzt auch nicht. Wüsste ich auch nicht. Es ist wirklich diese ganze Mischung.
Und stört das eigentlich ein bisschen, wenn man da als Kapitän sich konzentrieren
muss und dann kommt immer mal jemand vorbei und guckt einem über die Schulter
oder härtet man da so ein bisschen ab gegenüber den ganzen Besuchern und Besucherinnen?
Es wird manchmal schon etwas reduziert hier beim Ablegen oder so,
dass wir dann einen Bereich absperren für uns und dann auch die Leute bitten,
still zu sein und ansonsten sage ich manchmal den Gästen, wir verzichten da
auf gute Ratschläge, wir werden schon das selber alles gut hinkriegen.
Man muss ja auch mit den Gästen entsprechend umgehen und da haben wir so Bereiche,
wo wir erstmal absperren für uns beim Ablegen und dann auf der Elbe,
dann dürfen die überall dazu, wenn die zu laut werden, bitten wir auch wieder um Ruhe und,
Das war im Allgemeinen sehr gut. Und da muss man dem einen oder anderen Klar machen,
dass da oben die Geräte, Radar und elektronische Seekarte, dass das keine Play-Konsolen
sind, sondern wirklich aktive Geräte.
Da hat man auch schon manchmal welche erlebt, die meinen, da kann man mal eben
Knöpfe drücken, verlockt ja auch, wenn da so alles so ist.
Aber das haben wir eigentlich immer ganz gut im Griff gehabt da oben.
Ich denke auch, man muss zum gewissen Grad das selektives Gehör haben.
Das muss man raus selektieren. Und wenn die Zeit und die Gelegenheit da ist,
beantworten wir natürlich Fragen und beantworten wir auch gerne.
Und wenn es halt nicht passt, dann sagen wir jetzt nicht, kommen Sie in einer
halben Stunde wieder oder was auch immer.
Das ist ganz klar. Also die Sicherheit des Schiffes, die steht vorne an.
Also soweit das die Situation ermöglicht, machen wir das eigentlich auch gerne.
Und so Knöpfe drücken ist so während der Fahrt, wird dann einfach mal gemacht.
Aber wir fahren ja auf der Elbe und Radar und zur Not kommen wir ohne Radar
und ohne elektronische Seekarte schon dahin, wo wir hinwollen.
Heute gibt es auf der Cap San Diego die Möglichkeit zu übernachten.
Sie ist nämlich ein Hotel und die Hotelzimmer sind die ursprünglichen Kabinen der Passagiere.
Wie war das jetzt genau mit den Passagieren an Bord während der Fahrenszeit?
Wir konnten zwölf Passagiere mitnehmen. Ab 13 hätte ein Arzt an Bord sein müssen.
Darum war immer bei Frachtschiffen zwölf das Limit, obwohl manchmal trotzdem
ein Arzt mitfuhr, der brauchte dann wohl nichts zu bezahlen.
Und die Passage kostete damals ebenso viel wie einen VW-Käfer,
darum haben wir in Luke 1 ja auch einen Käfer stehen.
Und es fuhren aber auch oft Leute mit oder Familien, die zum Beispiel von einer
deutschen Firma rübergeschickt wurden.
In Brasilien gibt es ja nun mal von fast allen großen deutschen Firmen Niederlassungen
oder Lehrer, die ins Ausland geschickt wurden.
Es gab ja da unten auch, oder gibt es noch, deutsche Schulen.
Und manche wurden dann eben mit dem Schiff rübergeschickt, weil die ja dann
Mobiliar und alles mitnehmen konnten.
Nun fährt die Cap San Diego natürlich nicht mehr nach Südamerika,
aber man kann trotzdem fantastische Ausfahrten mit dem Schiff machen.
Wo geht es denn dieses Jahr hin?
Ja, es stehen verschiedene Reisen an.
Das sind einmal die drei Fahrten zum Hafengeburtstag. Ich glaube,
die sind schon teilweise ziemlich gut gebucht.
Das sind so Tagesfahrten, dann machen wir eine Reise in Juli nach Cuxhaven,
das wird dann auch eine Drei-Tages-Reise.
Und ansonsten kann man so sagen, jeden Monat so eine Reise auf der Unterelbe,
das geht dann von hier von Hamburg los bis Krautsand,
Bützfleth, irgendwo zwischen Krautsand und Bützfleth drehen wir dann um,
damit wir pünktlich wieder hier sind.
Und das ist alles nur möglich natürlich, weil so viele Menschen sich ja ehrenamtlich
für dieses Schiff engagieren.
Wie viele Menschen sorgen denn hier für die Cap San Diego? Also im Großen und
Ganzen ist glaube ich, auf der Liste sind das um die 100 Personen,
die hier mitarbeiten, manche mehr, manche weniger.
Wenn wir so Ausfahrten machen, sind wir so um die 60 Besatzungsmitglieder und
wenn wir längere Reisen machen, über Tage dann ja auch immer so um die 60 Leute.
Die Cap San Diego hat an der Seite zwei große Ringe, die mit einer Art Riegel
geöffnet und geschlossen werden.
Damit ist die Cap San Diego an den Dalben an der Überseebrücke fest.
Das Anlegemanöver, wenn die Cap San Diego von einer Reise zurückkommt,
sieht für mich sehr schwer aus und muss ja wohl ganz genau passen,
weil man mit diesen fest angebrachten Ringen an den Dalben wieder so einparken muss.
Sieht das nur für mich jetzt so spektakulär und so schwierig aus oder ist es
das auch in Wirklichkeit? Gut, dann ist es auf der Brücke, ja,
da haben wir hier den Hafenlotsen.
Es gibt eben drei, die das vorwiegend hier machen, die das auch schon zigmal gemacht haben.
Und das ist dann immer eine, wir stehen in der Nock und da wirklich eine Absprache
und dann die entsprechenden Kommandos an die Schlepper, die das aber auch kennen.
Und da kommt es manchmal wirklich so auf Minuten oder manchmal wirklich sind
es ja nur 10 cm Spielraum dass dann im richtigen Moment der dritte Schlepper
dann das Schiff auch richtig reindrückt und das ist immer sehr spannend aber
manchmal klappt es nicht beim ersten dann nochmal zurück und wieder und das
ist so zusammen mit dem Lotsen,
die Teamarbeit auf der Brücke und mit den Schleppern, dass die alles sofort
umsetzen, was sie an Order kriegen.
Ja, großes Kompliment an dieses wahnsinns Teamwork, wie die das hinkriegen,
dass diese riesige Cap San Diego jedes Mal punktgenau hier an den Dalben wieder
festmachen kann. Ich finde es faszinierend.
Hinterher sind wir auch immer, wie heißt es so schön, gelingt Dir etwas auf Anhieb,
lass Dir ja die Überraschung nicht anmerken.
Ne, aber es bringt immer Spaß, auch man ist hinterher doch immer wieder,
so haben wir wieder gut hingekriegt, wieder genau rein in die Position.
Also da sagt auch ein Kapitän, das ist ganz schön knifflig? Es ist schon spannend,
je nach Wetterlage ja auch, wenn es schlecht ist, wenn es auf einmal aufbriest
und uns und dann der eine Schlepper, der drücken soll, der dann zwar Taifun
heißt, aber nur so stark wie eine Brise ist, dann hat man bestimmt was zu tun.
Aber hat bisher immer gut geklappt. Ja, es ist eine Frage des Timings und das
ist auch dann eine Frage der Konzentration.
Also da müssen wir genau gucken, was da passiert. Wie bewegt sich hier,
welches Schiff in welche Richtung.
Und wenn das auf Anhieb klappt, dann freut man sich. Und sonst macht man das nochmal.
Was gibt es denn noch für Möglichkeiten, die Cap San Diego zu unterstützen?
Wenn jetzt jemand im Internet das erste Mal gesehen hat, wow,
Cap San Diego, tolles Schiff, möchte ich gerne mitmachen. Eine Fahrt buchen.
Einmal die Fahrten mitmachen. Ja, und er kann sich natürlich auch ehrenamtlich hier engagieren.
Muss ich was können? Nein, das zeigen wir Ihnen.
Ja, nee, das ist wirklich, das kippt. Wir haben also hier in den letzten Jahren
oder auch wie du angefangen bist,
noch sehr viele Seeleute gehabt, Berufsseeleute, die also in der Zeit ihrer
Rente hier mitgearbeitet haben.
Das hat sich jetzt einfach verdünnt. Und wir haben auch Leute,
die Freude haben an dem Schiff, an der Arbeit, an der Gemeinschaft.
Und ja, denen zeigen wir, wie das geht. Hier sind viele aus verschiedenen Berufen.
Einige kennen die Seefahrt nur von der Hafenrundfahrt. Wenn es denen Spaß
bringt, die motiviert sind, das ist die Hauptsache.
Und wir nehmen die auch an die Hand dann.
Und wir machen Fortbildungskurse, also das heißt interne Fortbildungskurse.
Also insofern kann, also, ja, wäre natürlich schön, so ein handwerklicher Hintergrund,
da träumen wir alle von, aber wir haben jetzt keine Eingangsvoraussetzungen definiert.
Also alle herzlich willkommen und wie viel Zeit muss man mitbringen?
Die Freiwillige treffen sich im Abteilung Deck am Dienstag um neun und die technische
Abteilung am Donnerstag um neun.
Zeitbedarf kann man natürlich abstimmen, aber ich würde so sagen,
zwei Tage im Monat sollten schon über sein.
Das ist das Minimum, sonst geht die Entwicklung an einem vorbei und man fängt
immer wieder bei Null an.
Ansonsten ist das ja jeder, wie er möchte so ein bisschen und auch jeder, wie er kann.
Und das ist natürlich so, jetzt ist die Situation eine besondere,
die Werft vorbereiten, da ist das gerade für die Schiffsführung schon ziemlich arbeitsinteressant.
Aber das kommen auch wieder andere Tage. Es gibt noch eine Variante,
wie man die Cap San Diego unterstützen kann.
Man kann die Cap San Diego ja auch für Veranstaltungen mieten.
Ja, es gibt hier verschiedene Veranstaltungsflächen. Das geht einmal los mit dem Salon.
Oben, der so ein bisschen 50er-Jahre-Charme edel hat.
Dann Luke 4 für kleinere Gruppen, so 200 Leute. Und Luke 3,
da kann man also richtig mit 400, 500, 600 Leuten feiern.
Mit Hotel, das sind diese Veranstaltungen, die natürlich auch erheblichen Beitrag
leisten zum Erhaltens des Schiffes.
Falls du für eine Firmenfeier einen Veranstaltungsort suchst oder vielleicht
einen Tipp geben kannst in deiner Firma, dann denk auch an die Cap San Diego.
Hier gibt es auch einen tollen Caterer, mit dem die Cap San Diego zusammenarbeitet.
Ich bin auch immer wieder überrascht, in welcher Qualität, in welcher Menge
und in welcher genauen zeitlichen Abfälle
hier Fairmaster, das ist unsere Cateringfirma, wie die das hinkriegen.
Das ist schon eine Herausforderung.
Da sage ich, lieber dreimal einparken als einmal da Catering.
Vielen, vielen Dank für eure Zeit. Vielen, vielen Dank an Birger Möller zuerst
einmal für die tollen Eindrücke aus einer Zeit, als man mit der Cap San Diego
und deren Schwestern unterwegs war.
Also alles, alles Gute für die Fahrt nach Bremerhaven und für alles, was noch kommt.
Ja, vielen Dank. War interessant, mal etwas von dem Schiff zu erzählen.
Und ich hoffe, dass wir auch jetzt einige Leute motiviert haben,
hier auch mal zu buchen und hier mal eine Fahrt auf der Elbe mitzumachen. Ja, das hoffe ich auch.
Vielen, vielen Dank an Gerd Sietas, der uns so tolle Eindrücke gegeben hat
und als Kapitän natürlich demnächst noch weiter auf der Cap San Diego unterwegs
ist. Auch dafür alles, alles Gute.
Vielen Dank. Herzliche Grüße an die gesamte Crew der Cap San Diego und herzlichen
Dank für euer Engagement. Der Cap San Diego wünsche ich eine erfolgreiche Werftzeit
und eine genauso erfolgreiche Saison 2026.
Ende März ist die Cap San Diego dann wieder an der Überseebrücke fest und kann
von der Brücke bis zum Maschinenraum besichtigt werden.
Öffnungszeiten und Link zur Website findest du in den Show Notes.
Ich wünsche euch beiden eine gute Reise nach Bremerhaven. Tschüss. Tschüss. Tschüss.
Vielen Dank, dass du bis hierher zugehört hast.
In dieser Podcast-Folge waren Birger Möller und Gerd Sietas,
Kapitäne der Cap San Diego.
In zwei Wochen nehme ich dich mit ins Deutsche Hafenmuseum.
Ich spreche mit Ursula Riechenberger über die Highlights in dieser Saison.
Es geht um Spürhunde, Swing-Musik und einen Containerbrückensimulator mit VR-Brille.
Ich freue mich, wenn du nächstes Mal wieder dabei bist. Hab einen superschönen
Tag. Bis, denni. Tschüss.