Brittas Hafen Podcast

Britta Mueller

Wasserkünste

Jörg Baumhauer, Produzent und Host des Podcast Wasserkünste, Podcast über Wasser, Natur, Reisen und Kultur

25.07.2026 38 min

Zusammenfassung & Show Notes

Jörg Baumhauer, der Macher des Podcasts „Wasserkünste – Wasser, Natur, Reisen und Kultur“ ist der Gast in dieser Podcast Folge. Wir sprechen über seine Arbeit bei der re-natur GmbH, unter anderem zu Dachbegrünung, Wasser im Garten, biologischem Pflanzenschutz und Erosionsschutz.
Ein Schwerpunkt ist eine biologisch abbaubare Erosionsschutzmatte aus Heu aus der Paludikultur, die gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz und der Klimafarm entwickelt wurde. Der erste Einsatz beim WOA - Wacken Open Air war so erfolgreich, das dieses neue Produkt: Event-Matte, auch auf anderen Großveranstaltungen seinen Platz findet.  Außerdem spricht Jörg über die Entstehung seines Podcasts, über Schwammstadt und Schwammgärten sowie über den Umgang mit Starkregen, Trockenheit, Renaturierung und mehr Raum für Wasser.

Wasserkünste - Podcast
Link zu re-natur

Dies ist Folge 114 in Brittas Hafen Podcast

Vielen Dank, dass Du meinen Podcast hörst.
Wenn du vorab bereits informiert werden möchtest, wer im nächsten Podcast zu Gast ist, abonniere meinen Newsletter: Brittas Hafen Podcast (Dann kannst du die neue Folge schon vorab hören!)

Meine Home Page: Brittas Hafen Podcast
Feedback zur Podcast Folge? Schreib mir gern auf: Brittas Hafen Podcast
Mein Instagram Kanal ist:  @brittas.hafen.podcast
Mein LinkedIn Profil - ich freu mich über eine Nachricht

Wenn Du für Deine Gruppe eine von mir moderierte Hafentour buchen möchtest: https://www.brittas-hafentour.de

Dieser Podcast wird unterstützt von der FAIRPLAY TOWAGE GROUP - #strong connection

Transkript

Jörg
00:00:06
Stadt bedeutet einfach, dass das Wasser, was jetzt von oben kommt und uns ungemach bereitet hat in den letzten Jahrzehnten, weil es eben nicht mehr so wie früher alle 100 Jahre irgendwie so einen starken Niederschlag kommt, sondern der kommt jetzt alle zwei Jahre. Und dann kommt plötzlich so viel Wasser, dass die Kanalisation das nicht mehr aufnehmen kann. Also haben wir uns überlegt und die Skandinavier sind dann ein Stück weiter vorne als wir. Wie kriegen wir unsere Städte so schwammartig aufgebaut, dass das Wasser das fällt zurückgehalten wird.
Britta
00:00:38
Moin und hallo, herzlich willkommen zur neuen Folge in Britas Hafen Podcast. Heute geht es ums Wasser und um genau zu sein, um den Podcast Wasserkünste über Wasser, Natur, Reisen und Kultur von Jörg Baumhauer. Ich freue mich, dass du heute dabei bist. Ich bin Britta. In Jörgs Wasserkünste Podcast gibt es so viele verschiedene Themen. Es geht um das Trinkwasser auf einer Hallig, Wassergärten in Städten, Moore. Nachhaltigkeitsthemen finde ich zum Beispiel immer besonders spannend. Zu Gast sind bei ihm auch Künstler und Künstlerinnen, Experten und Expertinnen aus verschiedensten Wissensgebieten. Es geht mal um Algen oder historische Bauwerke, Aktuelles und um Zukunftstechniken. Ich finde es wirklich erstaunlich, was für Themen Jörg immer findet. Dieser Podcast wird unterstützt von der Fairplay Towage Group. Vielen, vielen Dank dafür. Strong Connection. Und jetzt gehts los! Heute zu Gast ist Jörg Baumhauer mit seinem Podcast Wasserkünste, Wasser in Natur, Reisen und Kultur. Ein spannender Podcast, dessen Folgen allerdings etwas länger sind. Manchmal gehen sie auch über eine Stunde. Jörg, ganz spontan die Frage, wie lange ist der längste deiner Podcast-Folgen?
Jörg
00:01:57
Den habe ich jetzt gerade gemacht, den waren 95 Minuten.
Britta
00:02:01
95 Minuten?
Jörg
00:02:02
Ja, ich mache wahrscheinlich zwei Folgen draus. Ich habe selber ein bisschen Angst bekommen. Aber du hast eine Frage, was die größte Herausforderung ist. Und dazu kann ich was sagen.
Britta
00:02:12
Da kommen wir später nochmal zu. Erstmal ganz, ganz toll, dass du da bist. Vielen, vielen Dank, dass du dich bereit erklärst, hier eine Folge mit mir aufzunehmen. Ich freue mich sehr, über deinen Podcast zu sprechen. Herzlich willkommen.
Jörg
00:02:25
Liebe Britta, ich freue mich megamäßig. Das ist tatsächlich eine Premiere für mich. Ich war im Fernsehen, ich war im Radio. Ich war noch nie im Podcast und heute bei dir. Und das macht natürlich so viel mehr Spaß, weil ich weiß, wen ich gegenüber habe, weil du schon bei mir im Podcast warst. Und deshalb bin ich sehr, sehr entspannt und freue mich megamäßig auf unser Gespräch.
Britta
00:02:47
Ja, und ich erst. Du warst schon im Fernsehen?
Jörg
00:02:51
Ja, tatsächlich schon ein paar Mal.
Britta
00:02:53
Ach, entschuldige, das habe ich gar nicht mitbekommen. War das Regionalfernsehen oder war das Schleswig-Holstein-Magazin? Oder was war das dann?
Jörg
00:03:02
Ja, sowohl als auch, das war im NDR tatsächlich ein paar Mal, es war jetzt nicht nur wegen Wacken, sondern wegen auch ein paar anderen Dingen, von unserem Unternehmen aus, immer zu dem Thema, dass wir hauptberuflich oder dass ich hauptberuflich mache. Wasserkünste ist ja ein Spaß für mich, ein Hobby, eine Leidenschaft und das, was ich im wahren Leben mache, das dreht sich natürlich auch ums Wasser, aber auch ganz viel um Dachbegrünungen und ähnliche Sachen und dazu war ich dann schon ein paar Mal irgendwo im Fernsehen.
Britta
00:03:32
Jörg, dann erzähl doch mal, was machst du denn hauptberuflich?
Jörg
00:03:36
Ich bin viele, viele Jahre Geschäftsführer eines Unternehmens gewesen in Schleswig-Holstein. Das ist die re-natur GmbH. Ich habe mich jetzt sozusagen aus der ersten Reihe zurückgezogen, bin jetzt in der zweiten Reihe, mache jetzt nur noch Produktentwicklung und Marketing. Also was heißt nur noch? Ich mache das noch und das mache ich mit einer sehr, sehr großen Leidenschaft. Mich reizt dieses Thema vom Dach bis in den Boden mehr oder weniger. Also wir machen wirklich von der Dachbegrünung bis zum Wasser im Garten, vom biologischen Pflanzenschutz über Zäune und ganz viel Wasser und Erosionsschutz. Und das ist etwas, was mir unglaublich viel Spaß macht. Also das ist eine Spielwiese, auf der ich mich da bewegen kann seit Jahren. Ja, mehr als 30 Jahren und das, ja, also ich finde es mega.
Britta
00:04:27
Apropos Spielwiese, ich habe im letzten Jahr gesehen, dass deine Firma oder euer Team hat einen Weg beim Wacken Open Air mit einem bestimmten Stoff ausgelegt, der organisch abbaubar oder biologisch wieder abbaubar ist. Ich weiß gar nicht genau, wie man das jetzt sagt, der auf jeden Fall die Umwelt nicht verdreckt und der dafür sorgt, dass die Wacken Open-Air-Teilnehmer auf einem Weg, man kennt ja diese ganzen Bilder mit dem Schlamm, trockenen Fußes zu einem bestimmten Punkt kommen. Das fand ich schon sehr, sehr beeindruckend. Kannst du einmal erzählen, was war das für ein Material genau und wie baut sich das wieder ab?
Jörg
00:05:03
Das ist relativ simpel. Das Material nennt sich Heu aus der Paludikultur. Und Paludikultur, das ist ein zusammengemixtes Wort aus Sumpf und aus Kultur und aus dem Moor. Und man nimmt also Pflanzen von wiedervernästen Moorflächen, mäht diese wiedervernästen Moorflächen und das Material, das bekommen wir und wir machen dann eine Matte daraus. Und die Matte ist eigentlich eine Erosionsschutzmatte, also die gehört ursprünglich mal an Hänge, damit die Hänge bei Starkregen, bei langer Trockenheit nicht abrutschen. Und der Boden da drauf bleibt und dann irgendwann die Vegetation kommt und diesen Hang sichert. Und ich habe ein Material gesucht, weil normalerweise diese Erosionsschutzmatten. Mit Material gebaut werden, das nicht so unbedingt bei uns wächst. Also es ist mal Heu drin, wenn man Glück hat, aber ganz viel ist Kokos und ähnliches. Das wächst jetzt noch nicht bei uns, obwohl wir gerade viel dafür tun, dass es irgendwann bei uns wächst. Und ich habe dann mal mit Seegras rumexperimentiert, was natürlich bei uns an der Küste tonnenweise rumliegt. Es ist aber nicht so richtig skalierbar. Also man kriegt das nicht vernünftig so sauber, dass man es in großen Mengen einbauen kann. Und dann kam ich über einen Zufall an die Stiftung Naturschutz und da an die Klimafarm in Erfte. Das ist hier oben bei uns in Schleswig-Holstein. Und wir haben uns zusammengesetzt und die haben gesagt, wir haben Rohstoff. Und ich habe gesagt, ich brauche einen Rohstoff. Und dann haben wir daraus ein Produkt entwickelt. Und das ist die Paludimatte, also eine Erosionsschutzmatte aus diesem Heu. Und naja, wie es dann so ist, plötzlich sitzt man irgendwo zusammen. Und nachdem das erste dann konzipiert und gebaut wurde, kam irgendwie der Kontakt zu diesem Wacken-Festival und die haben gesagt, wir brauchen was und habt ihr Lust? Und wir haben gesagt, ja, eigentlich ist die Matte dafür gar nicht vorgesehen, aber wir machen sie einfach ein bisschen stabiler und legen sie dann da aus. Und das haben wir gemacht. Für uns war das ein Riesenspielplatz, weil wir einfach ausprobieren konnten, was kann unsere Matte? Und die hat wunderbar performt und hat eben diesen großen Vorteil, weil es Heu ist, dass es im Boden bleiben kann. Also das verrottet, das wird am Ende einfach Kompost, Humus und bleibt im Boden kein Mikroplastik, nichts. Und daraus ist dann eine Paludie-Event-Matte entstanden. Das heißt, wir rüsten jetzt auch Events aus, wenn sie das wollen, mit dieser Matte, die dann im Boden bleiben kann. Voll biologisch, 100 Prozent abbaubar, kein Mikroplastik, auch kein verstecktes Mikroplastik. Und das macht echt viel Freude. Und gleichzeitig vernerren wir die Moore wieder, mit der Stiftung Naturschutz dann oder mit anderen Stiftungen. Und damit tun wir was für den Klimaschutz, für den Umweltschutz. Wir haben eine regionale Wertschöpfung, also sprich, das kommt einfach aus Schleswig-Holstein oder aus anderen Ländern. Das kann ja auch aus Niedersachsen sonst irgendwo kommen. Und wir tun was für die Landwirtschaft, weil die Landwirtschaft kann auf diesen Flächen dann weiterarbeiten. Also das ist eine, so oft win kann man eigentlich gar nicht sagen, Situation.
Britta
00:08:10
Nee, besser geht es ja gar nicht. Okay, du hast es schon eben angesprochen, du kommst aus Norddeutschland. Wo kommst du genau her?
Jörg
00:08:17
Wir sitzen in einem kleinen Dorf zwischen, Bad Segeberg und Kiel und zwischen, Ja, wie soll man sagen, zwischen Neumünster und Plön, so in der holsteinischen Schweiz.
Britta
00:08:32
Ja, wunderbar. Und jetzt steht die Kieler Woche vor der Tür und da kommen diese Matten wieder in Einsatz oder habt ihr dafür jetzt ein anderes Produkt gemacht?
Jörg
00:08:41
Nein, da kommt wieder die Paludimatte hin. Also die Kieler Woche, dieses Büro hat überlegt, ob sie das machen. Dann ging es immer so ein bisschen herher. Es musste dann mit dem grünen Flächenhabender auch abgeklärt werden. Und ja, sie wird jetzt dann verlegt zur Kieler Woche in einem besonders matschigen Bereich. Und das ist für uns dann natürlich auch nochmal einerseits eine kleine Ehre und andererseits natürlich nochmal ausprobieren, wie gut ist sie. Wir wollen das ja auch weiterentwickeln. Das Produkt soll nicht zu Ende sein. Und da gibt es noch ganz viele Ideen.
Britta
00:09:11
Was für eine coole Sache. Also ganz, ganz toll. Ich bin total begeistert. Ich war ja schon damals total begeistert von dem ersten Bild. Jetzt kommen wir mal zu deinem Podcast. Wasserkünste. Was könnte besser zu meinem Podcast passen als Wasser natürlich beim Hafen-Podcast. Also passen wir ja schon sehr gut zusammen. Insofern eine spannende Sache. Wie bist du darauf gekommen, diesen Podcast über dieses Thema zu machen?
Jörg
00:09:42
Ich habe es angedeutet, Wasser fasziniert mich und das hat mich immer sehr, sehr gefesselt. Und ich habe irgendwann bei einem Webinar einen, ja, da war der Schlusssatz eines des Referenten, der sagte, der richtige Zeitpunkt ist jetzt. Der ist nicht morgen, der ist nicht übermorgen, der war nicht gestern, der ist jetzt. Probiert es einfach aus und lernt beim Tun. Und dann habe ich mich an einen anderen Kollegen erinnert, dessen Flipchart oder diesen Charts am Ende immer mit dem Akronym, will ich es nennen, Mut enden, M-U-T. Und das heißt nicht nur unbedingt Mut im Sinne von ausprobieren, sondern das heißt auch Mut im Sinne von machen und tun. Und dann habe ich gesagt, ich wollte es immer tun, ich finde das Wasser so faszinierend und ich finde Geschichte faszinierend, ich finde Reisen faszinierend, Ich finde, die Biologie faszinierend mehr, mich fesselt das unglaublich und ich fange jetzt einfach mal damit an. Und dann ist mir nichts Besseres als der Begriff Wasserkünste eingefallen. Ja, du hast ja selber auch schon einen Podcast mit den Wasserkunsten gemacht und zwar mit, nicht nur mit mir natürlich, das hat mich sehr gefreut, aber mit der Wasserkunst in Hamburg. Und da sind wir natürlich irgendwie so breit aufgestellt mit dem Thema Wasser, dass ich gesagt habe, so, das mache ich. Und dann wollte ich am Anfang das tatsächlich viel mehr im Bereich Künste auch noch mitmachen. Habe dann festgestellt, als ich die erste Folge selber aufgenommen habe, da gibt es bestimmt Leute, die mir was darüber erzählen können. Und dann hat es mich so ein bisschen hinfortgespült. Die Wellen haben mich mitgenommen, und haben mich tatsächlich so weit rausgetragen. schaukeln mich immer weiter weg. Und das finde ich so spannend, weil mittlerweile mache ich überhaupt nichts mehr selber, sondern ich habe nur noch Gäste. Ich habe nur noch Gespräche. Das ist leider, und du merkst es gerade, das ist leider meine Schwachstelle. Ich rede gerne mit Menschen. Die haben so viel zu erzählen. Die haben so tolle Geschichten. Und alle, die da sind, sind von Wasser fasziniert. Und das hört überhaupt nicht auf, weil es so unglaublich viele Facetten gibt, wo Wasser eine Rolle spielt. Und deshalb habe ich, glaube ich, nur ganz viel zu tun. Und da ist, ja, so ist es halt gekommen. Und so lasse ich mich jetzt von der Quelle bis zum Meer tragen. Aber ich glaube, ich bin gerade erst, die ersten kleinen Wasserfälle habe ich jetzt hinter mir. Aber es wird noch ganz lange dauern, bis ich unten im Meer angekommen bin. Naja, mit manchen Folgen bin ich schon im Meer. Aber ist egal, da schwimme ich wieder hoch.
Britta
00:12:25
Also ein Podcast mit wirklich sehr vielen Facetten, Sagt ja auch schon der zweite Teil des Titels eben Wasser in Natur, Reisen und Kultur. Ich muss ehrlich gestehen, ich höre sie manchmal nicht bis zu Ende, weil ich einfach manchmal, dann ist meine Fahrt schon zu Ende und dann ist das für mich manchmal schwierig, hinterher wieder einzusteigen. Aber was ich trotzdem sagen möchte, es ist immer überraschend. Ich hatte neulich den Podcast gehört über Moore. Mich interessieren generell meistens die, die über Klimaschutz und Nachhaltigkeit und sowas. Das höre ich eigentlich noch lieber als manche andere von dir. Und da war ein Podcast über Moore, da habe ich lauter neue Worte und Begriffe gehört, sowas wie Hochmoortorf, Niedermortorf, dann gibt es Weißdorf und Schwarztorf, was beides zum Hochmoortorf gehört, um mal so einen Einblick zu geben. Jetzt würde mich mal interessieren, du hast ja schon ganz, ganz viel Ahnung von diesen ganzen Themen. Lernst du trotzdem noch was dazu oder kennst du dich da immer schon gut mit aus, wenn deine Gäste so etwas Genaues erklären?
Jörg
00:13:39
Ich lerne immer dazu und das ist das, was es für mich ausmacht. Ich bin, was das betrifft, unglaublich neugierig. Und die haben eben so viel zu erzählen und das ist leider auch meine Schwachstelle. Ich gebe das zu. Also wir fangen an. Ich bereite das, du hast es damals selber gemerkt, relativ intensiv vor. Es gibt eine Checkliste, es gibt Fragen, die ich meinen Gästen stellen will. Und ich bereite sie insofern schon darauf vor, weil ich ihnen sage, Es kann sein, dass du mir irgendeine Frage beantwortest und im Nebensatz was sagst, wo ich sage, Moment, das möchte ich jetzt aber genauer wissen. Und dann sind alle anderen Fragen, die hinterher kommen, eigentlich völlig hinfällig, weil dieser Punkt uns dann wegträgt, so Stück für Stück woanders hin. Und ich finde das schön, weil das ein Gespräch ist tatsächlich. Und leider, im positiven Sinne, haben meine Gäste so viele tolle Sachen zu erzählen, dass ich manchmal nicht aufhören kann. Das sind die Folgen so lang. Ich gebe es zu, manchmal überlege ich, da beneide ich dich, dass du es mit 30 Minuten und sowas schaffst. Ich bin da... Es ist halt am Ende des Tages auch so unglaublich vielseitig. Also ich habe demnächst eine Bestseller-Autorin dabei, die einfach einen tollen Roman geschrieben hat über Wasser. Und ich habe einen Seegraspezialisten und ich habe einen Erfinder, der beinahe ertrunken wäre und ein Produkt gemacht hat. Also wenn man so möchte, hat er aus der Not ein Geschäft gemacht. Und die kommen jetzt demnächst wahrscheinlich so in etwa wie deine kommen, Das ist ein Küstenarchäologe. Ehrlich gesagt, ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt.
Britta
00:15:25
Das wusste ich auch gar nicht. Was ist denn jetzt Küstenarchäologie genau?
Jörg
00:15:29
Das ist ein Archäologe, der sich auf die Küstenregion und das Leben an und in den Küstenregionen spezialisiert hat. Und gerade im Bereich Halligen, also das, was wir hier bei uns haben, Niederungen, ist der sehr, sehr aktiv. Und hat auch viele Bücher darüber geschrieben und über so ein Buch bin ich über ihn gestoppert. Ich habe ja keine Hemmung. So habe ich auch angefangen mit dem Rudi Sebastian. Ich habe das Buch hier im Regal stehen bei mir und habe gesagt, da möchte ich mehr darüber wissen. Der macht so ein tolles Buch über Wasser, ich schreibe dem eine Mail. Und dann habe ich ihm eine Mail geschrieben, hast du Lust mit mir zu reden? Und dann kommt zurück, ja, habe ich. Und dann rede ich mit denen und dann merke ich, Mensch, du hast noch mehr zu erzählen, dann machen wir halt eine zweite Folge draus. und der Christenarchäologe sein Buch stand bei uns im Buchladen. Dann habe ich gesagt, kann ich ja sagen, das Buch heißt Wohin mit dem Wasser? Und dann habe ich gesagt, das klingt ja spannend, das ist ja genau mein Thema. Und dann habe ich ihn angeschrieben, haben Sie Lust? Ich mache sowas wie einen Podcast und ich möchte gerne mit Ihnen drüber reden. So, ja, kann man machen. Und dann redet er mit mir und ja, Seegras-Spezialisten, ein Helikopterpilot und Fotograf, der, schon beinahe abgestürzt ist, aber halt ganz viel fotografiert über Wasser und einen Maler und auf der anderen Seite auch die Biologen, die bei mir sind mit dem Biber. Ich habe so unglaublich viel bei Lutz Dahlberg über den Biber gelernt. Oh, da hörst du gar nicht auf.
Britta
00:17:04
Wie viele Folgen gibt es denn insgesamt von deinen Podcasts?
Jörg
00:17:07
Das ist eine gute Frage. 42. Ich habe im Februar 25 angefangen. Und ich bin aber tatsächlich schon über 50. Folgen weit. Würd ich schon sagen. Alle zwei Wochen nur.
Britta
00:17:25
Das ist aber ja schon viel Arbeit. Also ich mache ja auch einen Podcast.
Jörg
00:17:33
Und schon viel länger und viel erfolgreicher.
Britta
00:17:35
Naja, also es ist schon, ich muss ehrlich sagen, es ist mehr Arbeit, als man vielleicht denkt. Man nimmt die Folge auf, aber dann muss man sie ja bearbeiten, das alles richtig einpegeln und so weiter. Und dann geht die Arbeit ja nochmal los mit dem ganzen Post dazu machen und Werbung dafür machen, darüber sprechen und so weiter. Das ist ja auch nochmal fast genauso viel Arbeit, würde ich mal sagen. Oder was ist bei dir beim Podcasten das, was viel Zeit in Anspruch nimmt?
Jörg
00:18:07
Ja, da stimme ich dir zu. Es ist die Nachbearbeitung. Die nimmt mit Sicherheit trotz allen Helferlein, die wir mittlerweile haben, nimmt das am meisten Raum ein. Weil ich im Prinzip jede Folge nochmal komplett durchhöre und dann die Intros dazu mache. Und das nimmt sehr viel Raum ein. Das habe ich tatsächlich unterschätzt, wie umfangreich das ist. Diese ganze Geschichte drumherum, die du ja zum Beispiel auch sehr intensiv und sehr gut machst mit Social Media. Das ist wie beim Fotografieren. Ich fotografiere total gerne und gucke mir die Bilder auch gerne an. Aber das hinterher dann nochmal zu bearbeiten oder zu sortieren oder zu verschlagworten, habe ich schon keine Lust mehr. Ich möchte das gerne aufnehmen, ich möchte das gerne nach draußen bringen, ich möchte gerne mit den Menschen darüber reden. Aber gehört das ganze andere auch noch mit dazu? Ja, leider. Also das ist eindeutig am meisten Arbeit und wahrscheinlich könnte es am Ende des Tages auch noch sein. Ja, sich vielleicht auch in mehr Downloads oder Hörern oder sowas niederschlagen. Ich mache es, weil ich Lust dazu habe. Und das ist vielleicht das, was vielleicht auch ein bisschen rüberkommt. Ich habe unglaublich viel Lust dazu. Ich bin sehr, sehr neugierig auf diese Menschen und auf das Wasser. Und da fallen vielleicht manche andere Sachen hinten runter. Das mag dann sein, aber solange es mir Spaß macht. Ich verdiene ja kein Geld damit. Also ich muss kein Geld damit verdienen. so rum. Also das ist vielleicht auch ein gewisser Luxus, den man dann da dran hat.
Britta
00:19:43
Wenn es einem Spaß macht, ist man ja sowieso immer begeistert eigentlich daran, was man gerade tut, finde ich. Das geht irgendwie halt in Hand, ne?
Jörg
00:19:54
Also ich meine, wie viele Folgen hast du jetzt?
Britta
00:19:57
110 oder so.
Jörg
00:20:00
Und du machst das seit wie vielen Jahren?
Britta
00:20:01
Ach, ich mache das schon seit Corona. Ich habe aber zwischendurch auch mal ein halbes Jahr ganz aufhören müssen und musste dann wieder von vorne anfangen. Kann ich nicht empfehlen. Verliert man einige an Hörerinnen und Hörern. Aber manchmal ist das eben so, dass man dann eine Pause einlegen muss. Aus verschiedensten Gründen vielleicht, das geht nicht anders. Naja, und trotzdem alle zwei Wochen, du hattest ja auch gesagt, alle zwei Wochen nur. Ich finde schon, alle zwei Wochen ist schon herausfordernd.
Jörg
00:20:36
Ich habe mich da so ein bisschen, ja, vielleicht auch beeinflussen lassen, weiß ich nicht. Wenn man dann liest und sich so ein bisschen informiert, dann gibt es ja die schlauen Menschen, die das alle schon ganz lange machen und sehr erfolgreich sind und die dann sagen, der Algorhythmus, der funktioniert eben dann, wenn du so und so oft reinkommst und da. Und ich glaube, davon habe ich mich ein bisschen beeinflussen lassen. Deshalb habe ich dann den Zwei-Wochen-Rhythmus gewählt, wo ich sage, okay, das kriege ich noch einigermaßen hin. Mir fällt es jetzt in den Sommermonaten dann auch schwer, immer vorm Rechner zu sitzen. Da bin ich eh schon im Büro dran und dann bin ich lieber draußen. Also da habe ich irgendwie mehr Freude. Aber ich zitiere da sehr gerne eine sehr geschätzte Person. Die hat mal gesagt, steht hier auch in meinem Flipchart, das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut. Und das ist so ein Motto, da agiere ich einfach danach und deshalb sage ich, ich mache das zwei Wochen. Passt. Läuft. Für mich, es muss mir Freude machen. Würde ich dann wahrscheinlich auch damit aufhören. Ich glaube auf der anderen Seite auch, ich weiß nicht, wie du das siehst, aber Podcast hat ja sowas unglaublich Sympathisches. Also die Menschen, die man fragt, willst du mit mir reden für einen Podcast? Ich habe da noch nie irgendwas Negatives mitgekriegt, oder? Wie geht dir das?
Britta
00:21:58
Nee, habe ich eigentlich auch nicht. Im Gegenteil, ich glaube, viele Menschen freuen sich eher, wenn sie gefragt werden, ob sie in einen Podcast kommen und freuen sich auch gerade bei mir über ihren Beruf zu erzählen. Die Leute, die ich bis jetzt eingeladen habe, sind ja immer auch selber begeistert von dem, was sie tun und freuen sich dann, dass jemand anders Interesse daran hat. Und das ist natürlich schön.
Jörg
00:22:23
Und das kommt ja auch rüber.
Britta
00:22:25
Das verbindet unsere beiden Podcasts irgendwie, weil bei dir immer Menschen sind, die begeistert sind von dem, was sie tun. Und deswegen höre ich deinen auch gerne.
Jörg
00:22:35
Ja, das ist so. Also ich glaube, du wirst auch am Ende des Tages nur das, was dich erfüllt. Ich vermeide tatsächlich gerne dieses, wofür du brennst, weil da kannst du auch verbrennen. Aber wenn dich etwas erfüllt, wenn du mit Leidenschaft dabei bist, dann hältst du das auch durch und dann machst du das. Und das sind die Leute, die da bei mir dabei sind. Das sind, ob das Psychologen sind oder ob es eben die Segrasleute oder die Menschen, die die Living Walls bauen, das sind Menschen, die so unglaublich motiviert sind, dass sie sagen, ich möchte das gerne weitermachen. Und da spielt Wasser einfach immer eine zentrale, eine wirklich große Rolle. Ja, diese Rolle, die nehme ich gerne auf. Ich hatte es ja schon gesagt, ich finde diese Wertschätzung dem Wasser gegenüber, die fehlt uns einfach. Und es ist dieses Allgemeingut Wasser, was wir zu wenig wertschätzen in meinen Augen. Und das ist die Begeisterung, die mich dann nach vorne treibt. Und sagen, da möchte ich Wasser gerne eine Stimme geben. Und die Menschen, die da sind, die haben ganz viele Stimmen. Also das ist ja, wenn du, ich meine, überleg mal, du gehst raus und nennst dich Unterwassergärtner. Da fragst du, was bin ich? Ja, ich bin Unterwassergärtner. Ich meine, ich bin auch gelernter Gärtner. Aber ich habe Wasserpflanzen auch mal produziert und verkaufe sie auch und sowas und ich schwärme für Wasserpflanzen. Aber der geht halt raus und motiviert Menschen dazu, Seegras zu pflanzen. Weil er sagt, Seegras ist nicht nur wichtig für die Natur, sondern es ist auch wichtig für uns Menschen. Weil wer schon mal auf Sylt war, und bei uns oben hier im Norden, kriegst du es natürlich immer regelmäßig mit, es muss wieder Sand angespült werden, weil von oben ist nach unten mal eben der Sand weggewandert worden. Und durch die Dünung. Ja, und dann kommt Seegras, das wird da gepflanzt, und dann bleibt der Sand da, wo er hingehört. Ja, wie geil ist das denn? Das ist doch mega. Und dann hast du jemanden gesagt, ich mache das jetzt. Das ist nicht mein Beruf, aber es ist meine Berufung. Und dann geht der los und der hat eine Tauchfirma. Und natürlich macht der auch Forschungstauchen und so. Weiß natürlich auch sehr, sehr viel über Seegras. Und dann kriegst du solche Leute. Ich finde es einfach so toll, mit Menschen zu sprechen, die das leben, was sie tun. Wenn du dann so Startups mit dabei hast, wir hatten über My Spirulina gesprochen, über die Alge, die du auf dem Fensterbrett produzieren kannst. Ben und seine Firma My Spirulina, die waren bei mir zu Gast, tatsächlich auch eine der Ersten mit. Auch so ein Dankbarer, den man anmorst, dem sagt, hast du Lust? Und er sagte, ja, mach ich. Und der war in einer dieser großen Sendungen, wo man sich dann bewerben kann, um einen Deal mit einem Geschäft, einen Sponsor oder wie man es auch immer nennt, einen Part zu bekommen. Und sie haben das in der Episode auch geschafft. Ganz sympathisch, finde ich, haben sie toll gemacht. Am Ende hat es nicht geklappt, aber es war trotzdem gut für die beiden, weil sie viel gelernt haben. Und sie haben jetzt eine neue Farm entwickelt. Also sie haben die optimiert, die kann man jetzt kaufen und dann kannst du Algen auf dem Fensterbrett züchten. Und dann sagen viele, Algen habe ich schon mal im Fischladen gekauft, schmeckt nicht. Leute, probiert das. Ihr schmeckt sie nämlich nicht. Und das ist das Tolle daran. Weil Spirulina unglaublich gesund ist, aber sie hat keinen Geschmack, keinen Eigengeschmack. Also das heißt, du kannst sie ins Müsli, in die Torte, in Smoothie, in Gemüsepfanne, Deinen Kaffee, was war immer, Gemüsepfanne, überall reinpacken. Du profitierst von dem Positiven, aber du hast eben keinen negativen Geschmack dabei. Und gleichzeitig machst du es selber auf deine Fensterbrett. Und du produzierst es selber. Du kannst zugucken, wie es wächst.
Britta
00:26:36
Und das ganze Jahr ernten.
Jörg
00:26:38
Das ganze Jahr ernten, weil Lampe mit dabei ist. Und das ist anscheinend schon eine tolle Idee gewesen, die die ja gemacht haben. Und er hat es halt mitgebracht aus Korea. Hat auch erzählt, hat bei den ersten Versuchen auf Studentenheimladen gelegt, weil er einen Kurzschluss produziert hat. Ja, das macht echt viel, viel Freude mit solchen Menschen. Und ja, das läuft weiter bei denen. Gerade solche Startups sind wie Wasser. Es gibt halt diese Wellenbewegung rauf und runter, rauf und runter. Und dann gehst du mal unter, dann schluckst du Wasser. Ja, dann musst du halt dir irgendwie Schwimmflügel zulegen, damit du dann über Wasser bleibst und überlebst wirtschaftlich auch. Und davon ja durchaus. Also wenn man Wenn man so ein Element wie Wasser wertschätzt, dann darf man damit im Zweifelsfall auch Geld verdienen. Also früher war das ja, um auf die Geschichte nochmal zurückzukommen, bei den Wasserkünsten anders. Da hat man gesagt, die Wasserkünste waren einerseits da, um Wasser von A nach B zu transportieren, weil man es benutzt hat. Aber gleichzeitig waren die Wasserkünste auch ein Zeichen von Macht. Weil der Mensch die Macht über das Wasser hatte. Er konnte das Wasser in Gefäßezwängen, in Brunnenzwängen, Zwängen zu Fontänen, Animieren und ähnlichen Geschichten. Also ihr schaut her, Natur, ihr, wir sind die, die euch tatsächlich beherrschen. Gut, das hat die Natur geschafft, uns zu zeigen, dass wir das vielleicht doch nicht sind. Das zeigt sie uns jetzt auch immer deutlicher und deshalb ist dieser Respekt und diese Wertschätzung, glaube ich, sehr, sehr wichtig, die wir dem Wasser gegenüber bringen. Und ja, das versuchen wir halt jetzt in den Bereichen und ich versuche es um meinen Podcast.
Britta
00:28:22
Jetzt, wo du vorhin schon nochmal das Wort Living Walls angesprochen hast, in dem Podcast, den ich auch gehört habe über die Moore, geht es ja auch um diese Living Walls, also Wände aus Moosmaterial, wo Pflanzen drin wachsen, damit die Städte kühler werden. Das ist ja auch ein zentrales Thema in mehreren Folgen. Und natürlich als Beruf, was mit Gärtnerei, bist du natürlich da auch ganz, ganz weit vorne. Jetzt hast du auch schon gesagt, Wassergärten wären wichtig für unsere Städte. Magst du da nochmal ein bisschen ausholen?
Jörg
00:28:57
Also Wassergärten kennen mittlerweile natürlich viele, weil sie vielleicht selber Garten zu Hause haben und haben da Wasser mit drin und dann wird es irgendwann, weil es ein bisschen mehr Wasser wird, ein Wassergarten. Mittlerweile hat sich das etwas gewandelt. Es gibt jetzt den Begriff der Schwammstadt und es gibt den Begriff der Schwammgärten. Und die Schwammstadt bedeutet einfach, dass das Wasser, was jetzt von oben kommt und uns ungemach bereitet hat in den letzten Jahrzehnten, weil es eben nicht mehr so wie früher alle 100 Jahre irgendwie so einen starken Niederschlag kommt, der kommt jetzt alle zwei Jahre. Und dann kommt plötzlich so viel Wasser, dass die Kanalisation das nicht mehr aufnehmen kann. Also haben wir uns überlegt und die Skandinavier sind dann ein Stück weiter vorne als wir. Wie kriegen wir unsere Städte so schwammartig aufgebaut, dass das Wasser, das fällt, zurückgehalten wird. Nicht kanalisiert, sondern wirklich zurückgehalten wird, um es dann kontrolliert langsam abzugeben und gleichzeitig zu nutzen, dass wir bei der nächsten Dürre, die meistens mittlerweile direkt nach den Niederschlägen kommt, dann unsere Städte lebenswert zu erhalten, weil das Wasser dann abgegeben wird, kennt ja jeder. Der kühlt nicht nur, wenn man nassgespritzt wird, sondern auch die Verdunstungskälte. Wenn man aus dem Wasser kommt, merkt man das. Das Wasser so verdunstet, die Gärtner nutzen das ja auch. Und das nutzen wir mittlerweile in den Städten, indem wir die Städte so aufbauen, dass das Wasser gespeichert wird, kontrolliert abgegeben wird. Und die Idee oder dieses Gespräch, das ich jetzt zweimal mit einem Freund hatte, bei mir im Podcast war. Müssen die Gärten in den Städten, in denen Wasserflächen sind oder überhaupt die Gärten sind, nicht in dieses Thema Schwammgarten, Schwammstadt mit eingebaut werden? Also großer Freund von Pareto, ich habe es schon ein paar Mal erzählt, das heißt also 80-20-Prinzip bedeutet, 80 Prozent des Gartens gehören dann vielleicht mir und 20 Prozent stelle ich der Allgemeinheit zur Verfügung. Und das bedeutet, wenn eben so ein starker Niederschlag kommt, dann darf der bei mir auch in den Garten geleitet werden. Und dann versickert das bei mir im Garten. Oder es wird vielleicht zwischengespeichert. Kommt auf uns alle wieder zurück, weil dann kann die Kanalisation kleiner gebaut werden. Dann müssen die Kläranlagen nicht so viel arbeiten. Du hast ja in einem Podcast auch über die Kläranlage gesprochen in Hamburg. Hamburg Wasser ist ja auch so ein Thema. Die haben ja unglaublich viel damit auch zu tun. Gleichzeitig kann das Wasser gereinigt werden dort. Und, und, und. Also ganz viele Aspekte. Und da haben wir auch eine konträre Meinung dazu. Ich finde, man darf über sowas schon mal nachdenken, ob dann die Allgemeinheit auch ein bisschen Zugriff haben muss auf den privaten Garten. Also nur indirekt, aber Zugriff haben sollte, muss, weil es uns allen gut tut. Oder ob man sagt, mein Garten ist, mein Heiligtum habe ich bezahlt, kommt keiner rein. Kann man darüber diskutieren, aber ich finde gerade vor dem Hintergrund, den wir jetzt mit Wasser vom Himmel haben und Schwammstätten, muss man auch den Schwammgarten decken. Die Skandinavier, wie gesagt, sind da sehr viel weiter als wir. Also die denken da schon ganz anders. Die decken auch in den Städten ganz anders. Also bei uns ist es schwierig. Das ist etwas, was wir... Jeder, der an einem Bach wohnt, der früher mal ganz normal durch die Gegend meandriert ist. Es ist ja kein Bach, der irgendwie schnurgerade durch eine Stadt läuft. Nein, der ist ja geschwungen. Und die Natur hat ja nicht aus Jüksentollerei gemacht. Wie ist es langweilig? Also mache ich jetzt mal geschwungene Bäche und geschwungene Flüsse. Nein, die hat sich ja was dabei gedacht, erstaunlicherweise. Und jetzt heute merken wir, oh, Auen, habe ich mit Clemens Kunitsch drüber gesprochen, Auen haben ja einen Zweck. Die sind ja cool. Die können uns ja nutzen. Also so eine hohe Spundwand irgendwann, da kommt das dann doch trotzdem drüber. Kennst du in Hamburg auch, ne? Plötzlich hast du doch Wasser mit drin. So, warum gab es die Auen? Weil sie überschwemmt wurden. Und dann hast du jemanden, Andrea Stobasser hat das auch erzählt, lass es uns doch einfach mal ausprobieren. einfach mal 100 Meter renaturieren wir jetzt. Und dann gucken wir mal, was passiert. Weil ganz oft stoßen die Gewässerrenaturierer an ihre Grenzen, wo es um Eigentum geht. Weil irgendeiner sagt, du kannst mit dem Bach machen, was du willst. Aber auf mein Grundstück sitzt du kein Fuß. Es geht aber nur mal da dran vorbei. Und unter Umständen müssen die eben ein Stück von dem Grundstück haben. Zum Beispiel an der Elbe. Die haben gemerkt, bei den Hochwassern, die ja jetzt auch immer häufiger kommen, oh, Da gibt es ja Überflutungsgebiete, die Elbe sucht sich plötzlich ihren Weg. Und warum ist sie denn jetzt in den Elbauern wieder drin? Weil sie dann halt Geschwindigkeit rausnehmen, weil es da versickern kann, weil die Sedimente tatsächlich auch ganz sinnvoll waren. Also da gibt es so viele unglaublich tolle Facetten, die jetzt so langsam wieder kommen. Wir waren so technikhörig und jetzt, glaube ich, sollten wir es ganzheitlicher betrachten und wieder ein bisschen auf die Natur hören.
Britta
00:34:04
Ja, jetzt nochmal von dem Großen und Ganzen auf die kleinen Details. Du hast erzählt, es gibt einen Podcast-Gast in deinem Podcast, die hat die Details im Farmsener Stadtbad untersucht. Oder wie ist das genau?
Jörg
00:34:20
Ja, das ist Dr. Antje Kakuschke, die ist tatsächlich Fotografin, die ist auch Forscherin und die konnte nicht dorthin fahren, wo sie hinfahren wollte, weil es gibt auf diesen Forschungsexpeditionen immer nur sehr wenige Plätze und dann hat sie gesagt, sie wird halt Guide auf Kreuzfahrtschiffen, fährt mit und bringt den Leuten dann bei, was die Tiere dort in der Arktis, in der Antarktis, wie man sich denen nähern muss und welche Ökosysteme da sind. Und so ist sie dort hingekommen. Und das hat sie zehn Jahre lang tatsächlich gemacht. Dabei hat sie dann auch angefangen zu fotografieren. Und jetzt ist sie im Bereich Naturbäder unterwegs. In Hamburg arbeitet sie in einem großen Büro. Die betreuen ganz viele Naturbäder, unter anderem das Naturbad Farmsen. Und was bei dem Betreuung der Naturbäder dazugehört, ist, die Wasserqualität zu sichern. Und Naturbilder bedeutet eben, da ist keine Chemie drin, sondern nur die Natur reinigt das Wasser. Und das, was das Wasser reinigt, das ist in dem Wassertropfen drin, das ist im Wasser drin. Und das ist unglaublich spannendes, vielseitiges, buntes Leben. Und diese Vielfalt hat sie fotografiert. Und das haben die Auf Plane aufgezogen und haben es im Stadtbad in Farmsen jetzt ausgehängt. Da kann man sich das angucken, da gibt es QR-Codes mit dazu, kann das dann lesen, was da dazugehört, welche Tierchen das sind, welche Algen das sind und die Vielfalt dieser Algen einfach betrachten. Und das ist echt so toll, weil das ist jetzt nicht irgendwie fotografisch bearbeitet, im Sinne von, wir machen das jetzt mal kreativ, sondern das ist die Natur. Die ist so bunt, die ist so vielseitig, die ist so unglaublich spannend und ja, das zeigt die da und wenn ihr das angucken könnt, guckt euch das an, das kann man wahrscheinlich auch noch im Internet finden. Das war sogar im Schleswig-Holstein Magazin. Also lohnt sich auf jeden Fall.
Britta
00:36:20
Ich glaube, ich muss jetzt mal wechseln von Hamburg Journal auf Schleswig-Holstein Magazin. Da verpasse ich ja alles Mögliche, das gibt es ja gar nicht. Nein, ehrlich gesagt, nein.
Jörg
00:36:32
Wir sind in Schleswig-Holstein schon gut, was das betrifft.
Britta
00:36:36
Lieber Jörg, vielen, vielen Dank für dieses schöne Podcast-Gespräch. Ich habe mich total gefreut, dich zu sehen, dich zu hören und dass du mir so viel über deinen Podcast und auch über alles andere von dir erzählt hast. Vielen, vielen Dank dafür.
Jörg
00:36:49
Sehr gerne, Britta. Es war mir eine große Freude und auch eine große Ehre, bei dir im Brittas Hafen-Podcast mit dabei sein zu dürfen. Und wie gesagt, ich lerne ja auch jedes Mal dabei und in diesem Gespräch habe ich gelernt und bei deinem Podcast höre ich eh immer zu. Also es war mir eine Riesenfreude. Vielen, vielen Dank für die Einladung.
Britta
00:37:05
Danke, tschüss.
Jörg
00:37:06
Tschüss.
Britta
00:37:12
Vielen Dank, dass du noch dabei bist und bis hierher zugehört hast. Ich hoffe, es hat dir richtig viel Spaß gemacht. Bei der Nachbearbeitung des Podcasts ist mir aufgefallen, wir haben über die Folge, die ich so spannend fand, gar nicht gesprochen. Da ging es um Moore und Klimaschutz. Das ist zum einen die Folge Superwasserspeicher aus dem Moor mit Lukas Gerritz und Wasser, ein unsichtbarer Baustoff mit Prof. Dr. Wolfram Kircher. Und dabei geht es auch um Living Walls, das sind Wände, Fassaden, die mit einer Art Matte ausgestattet werden, aus der Pflanzen wachsen. Wenn Du in Zukunft diesen Podcast hören möchtest, bevor er veröffentlicht wird, dann abonniere meinen Newsletter. Den Link dazu findest du direkt unter dem Podcast. Ich freue mich auf dein Feedback zu dieser Folge und ich freue mich schon sehr darauf, wenn du nächstes Mal wieder dabei bist. Bis dahin. Tschüss.

Feedback geben

Dir gefällt dieser Podcast und Du möchtest das gerne loswerden? Du hast eine Idee, wen ich als nächstes interviewen könnte? Schreib' mir, ich freu mich auf Deine Nachricht! 

Mit einem Klick auf "Nachricht absenden" erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Deine Daten zum Zwecke der Beantwortung Deiner Anfrage verarbeiten dürfen. Die Verarbeitung und der Versand Deiner Anfrage an uns erfolgt über den Server unseres Podcast-Hosters LetsCast.fm. Eine Weitergabe an Dritte findet nicht statt. Hier kannst Du die Datenschutzerklärung & Widerrufshinweise einsehen.

★★★★★

Gefällt Dir die Show?
Bewerte sie jetzt auf Apple Podcasts