Rausfahren, wenn andere reinkommen: Die Seenotretter auf Nord- und Ostsee
Christian Stipeldey, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
07.11.2026 32 min
Zusammenfassung & Show Notes
Christian Stipeldey, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), erklärt, wie die Seenotretter auf Nord- und Ostsee organisiert sind. Es geht um die Aufgaben der Rettungsleitstelle See in Bremen, die Koordinierung von Seenotrettungskreuzern, -booten und Hubschraubern sowie um Einsätze wie die Suche nach den vermissten Seeleuten des gesunkenen Frachters „Verity“.
Außerdem spricht Christian Stipeldey über die rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote der DGzRS, neue Spezialschiffe und das Training der freiwilligen und festangestellten Seenotretter. Er berichtet auch von Begegnungen mit Geretteten, Geburten an Bord und Beobachtungen zum Wetter auf See.
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ARD-Dokuserie: www.seenotretter.de/ard-serie
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Außerdem spricht Christian Stipeldey über die rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote der DGzRS, neue Spezialschiffe und das Training der freiwilligen und festangestellten Seenotretter. Er berichtet auch von Begegnungen mit Geretteten, Geburten an Bord und Beobachtungen zum Wetter auf See.
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Transkript
Es ist dunkel, der Wind peitscht mit acht Beaufort über die Nordsee.
Die Wellen sind mehrere Meter hoch. An Bord eines Fischkutters versucht
eine Crew verzweifelt, das Wasser aus dem Schiff zu pumpen.
Das Funkgerät knistert, die Situation wird kritisch.
Und dann passiert etwas, worauf sich Menschen auf Nord- und Ostsee seit über 160 Jahren verlassen.
Jemand antwortet. Nicht die Feuerwehr, nicht die Polizei, sondern die Seenotretter
der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
Moin und Hallo, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Brittas Hafen Podcast.
Ich freue mich sehr, dass du wieder dabei bist und wenn du heute zum ersten
Mal reinhörst, ganz herzlich willkommen.
Ich bin übrigens Britta. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
gehört zu den bekanntesten maritimen Institutionen Deutschlands.
Fast jeder kennt die Seenotrettungskreuzer, aber wie funktioniert
Seenotrettung eigentlich heute?
Wer entscheidet über Einsätze? Was passiert, wenn ein Notruf eingeht?
Und wie finanziert sich eine Organisation, die rund um die Uhr bereitsteht,
um Menschenleben zu retten?
Über all das spreche ich heute mit dem Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft
zur Rettung Schiffbrüchiger, Christian Stipeldey.
Eine Folge über schwere See, spektakuläre Rettungseinsätze und darüber,
warum Menschen eigentlich freiwillig bei Wind und Wetter auslaufen,
wenn andere lieber Schutz im Hafen suchen.
Dieser Podcast wird unterstützt von der Fairplay Towage Group.
Vielen Dank dafür. Los geht's!
Heute geht es um die Arbeit der Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur
Rettung Schiffbrüchiger.
Und ich möchte heute wissen, zum Beispiel, wie funktioniert die Arbeit genau,
was passiert, wenn ein Notruf eingeht und wie funktioniert überhaupt die ganze Organisation.
Mein Gast heute ist Christian Stipeldey, er ist Pressesprecher der Deutschen
Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Hallo Herr Stipeldey.
Moin aus Bremen.
Ich freue mich sehr, dass Sie sich Zeit nehmen für diesen Podcast. Vielen, vielen Dank.
Ja, sehr gerne. Vielen Dank für das Interesse.
Was viele ja gar nicht über die deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger wissen...
Viele denken, es ist eine gemeinnützige Organisation. Dachte ich ehrlich gesagt
auch, aber Sie haben mir ja im Vorwege einige Links zugeschickt,
die ich mir angucken konnte mit vielen, vielen Informationen.
Was genau ist denn die Aufgabe der DGZRS, sage ich jetzt mal in Abkürzung,
und was ist der große Unterschied zu Feuerwehr, THW oder anderen klassischen Hilfsorganisationen?
Bevor jetzt jemand auf den falschen Dampfer kommt, um im maritimen Bild zu bleiben,
gemeinnützige Organisation ist völlig richtig.
Spenden finanziert, rein spenden finanziert, die allseitige Freiwilligkeit ist
die Grundlage unserer Arbeit auf See wie an Land seit mehr als 160 Jahren.
Was wir vielleicht nicht sind und was vielleicht manche von uns denken,
ist eine Hilfsorganisation.
Wir kommen nicht zur Hilfe dorthin zu, wo der Staat nicht genug eigene Mittel
hat, wie viele andere Organisationen, die beispielsweise an Land im Katastrophenschutz
tätig sind, sondern wir sind ein sogenannter umfänglicher Rettungsdienst mit Garantenfunktion.
Die Bundesrepublik Deutschland hat uns die hoheitliche Aufgabe übertragen,
sämtliche Maßnahmen für Menschen in Seenot zu treffen, also den maritimen Such-
und Rettungsdienst sicherzustellen.
Und wir haben umgekehrt zugesichert, diese Aufgabe mit eigenen Mitteln sicherzustellen.
Also darum, nicht um staatliches Geld dafür zu bitten, sondern darauf zu verzichten.
Und weiterhin, so wie wir viele Jahrzehnte vorher auch schon tätig waren,
weiterhin dies freiwillig, unabhängig und spendenfinanziert zu tun.
Also ganz bewusst ohne jegliche staatlich-öffentliche Mittel in Anspruch zu nehmen.
Das ist ja total beeindruckend. Komplett mit Spenden finanziert und trotzdem
so professionell, muss man ja sagen.
Ja, das gilt trotz aller Freiwilligkeit auch für unsere vielen freiwilligen
Besatzungsmitglieder. Die sind genauso Profis wie die wenigen Festangestellten,
die für uns tätig sind. Die erhalten die gleiche Aus- und Fortbildung in unseren
eigenen Trainingseinrichtungen.
Je nach Funktion an Bord unterscheidet die sich zwar ein bisschen,
aber sie sind sicherlich niemand, der das nur in seiner Freizeit tut oder nur,
weil er Spaß an der Freude hat, sondern sie sind professionell ausgebildet.
Genau, nach der Ausbildung und den Trainings, die die ehrenamtliche oder nicht
ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Ihnen bekommen,
da würde ich gerne nochmal später drauf zurückkommen.
Warum ist denn jetzt eigentlich die professionelle Seenotrettung für die Bundesrepublik
Deutschland so gestaltet, wie sie jetzt gestaltet ist mit der DGZDS?
Erstmal ist das keine deutsche Besonderheit, sondern in Nordeuropa und Westeuropa vorherrschend.
Also da sind wir in bester Gesellschaft. Das hat natürlich auch historische
Gründe, dass sich das im 19.
Jahrhundert als eine der ältesten Bürgerinitiativen im ursprünglichen Sinn des
Wortes so gegründet hat.
Und es hat viele Vorteile, heute auch noch viele Vorteile, um so unabhängig
zu sein, selbst entscheiden zu können, wie man etwas organisiert, was man anschafft,
wie man eine Ausschreibung gestaltet, auf den eigenen Erfahrungen aufzubauen,
die unsere Besatzungsmitglieder machen und nicht auf Empfehlungen zu hören von
Menschen, die vielleicht gar keine Ahnung von der Materie haben.
Wie gesagt, es ist in Europa vorherrschend. Es gibt in unseren Breiten eigentlich
nur drei Ausnahmen mit staatlichen Seenotrettungsdiensten. Das sind Belgien, Dänemark und Polen.
Und ansonsten ist das in all unseren Nachbarstaaten von Frankreich bis Finnland
freiwillig, unabhängig und spendenfinanziert organisiert.
Die Besonderheit in Deutschland ist aber, dass wir auch die Rettungsleitstelle
See, das Maritime Rescue Coordination Center, MRCC, hier in Bremen selbst betreiben
und damit eben eine sonst staatliche Funktion wahrnehmen und deswegen die hoheitliche
Aufgabe übertragen bekommen haben.
Privatkaritative Seenotrettungsgesellschaften sind also in Europa keine Besonderheit,
aber diese Zuständigkeit, die die DGZS hat für diese Aufgabe,
die ist weltweit im Prinzip einmalig.
Sie haben es eben schon genannt, MRCC. Das ist ja eine spannende Sache.
Wie funktioniert denn das genau jetzt, wenn ein Notruf eingeht und dann kommt
ja irgendwann das MRCC ins Spiel? Wie geht das genau?
Die DGZRS hat nicht nur die Zuständigkeit für die Aufgabe, Menschen aus Seenot
zu retten, sondern auch die Zuständigkeit, sämtliche Maßnahmen des Maritimen
Such- und Rettungsdienstes zu organisieren, zu koordinieren und zu leiten.
Deswegen betreiben wir die deutsche Rettungsleitstelle See hier wenige Schritte
von meinem Büro entfernt.
Und die Funktion, die wir da zusätzlich noch wahrnehmen, ist die,
die es seit dem Ende von Norddeutsch Radio nicht mehr gibt, nämlich die Hörwache
sicherzustellen auf den international einheitlichen Notfrequenzen.
Das heißt, wann immer Seeleute rufen, auf Kanal 16 im Sprechfunk beispielsweise
oder auf entsprechenden digitalen Kanälen landen sie seit mehr als 25 Jahren
ohne Umweg, nicht mehr über die Küstenfunkstellen, wie es früher war,
sondern direkt hier im MRCC in Bremen.
Wir nehmen die Hörwache hier wahr, die Notrufe kommen hier an,
in demselben Raum im Prinzip, in dem auch die Einsätze koordiniert werden.
Okay, also es geht ein Notruf ein und dann, wie geht es dann weiter?
In der großen Schifffahrt geht der Notruf in der Regel über Funk ein,
aber natürlich erreichen uns auch Alarmierungen über Telefon.
Aus der Freizeitschifffahrt vielleicht, weil jemand in Küstennähe ist und noch
Empfang hat und das Funkgerät nicht bedienen kann, warum auch immer.
Oder weil Menschen an Land etwas beobachten. Auch das kann es ja geben in der
küstennahen Schifffahrt.
Zunächst mal ist es wichtig, dass wie in jeder Rettungsleitstelle an Land auch
eine unmittelbare Hilfszusage erfolgt.
Und nach einem festgelegten System standardisiert abgefragt wird,
wo was mit wem passiert ist.
Also wo ist der Notfallort, wie viele Menschen sind betroffen,
wie heißt das Schiff, wie ist die Position.
Das ist natürlich ganz wichtig, so etwas festzustellen, um Menschen auch zu
finden auf See. Denn am Bug aller unserer Rettungseinheiten steht ja in großen
Buchstaben SAR, Search and Rescue, Suche und Rettung.
Oftmals ist unsere Aufgabe erstmal die Suche, bevor wir retten können.
Je nachdem, wo derjenige oder diejenige sich befindet,
Setzt dann irgendjemand, so einen Seenotretter in Bewegung?
Genau, die nächstgelegenen Rettungseinheiten werden von uns alarmiert,
also DGZRS, eigene Seenotrettungskreuzer und Boote.
Aber eben nicht nur die, durch unsere Zuständigkeit sind wir eben in der Lage,
die gesamte Schifffahrt anzusprechen, die ja auch mithören kann auf dem internationalen Notkanal.
Schiffe, die ausrüstungspflichtig sind in der Berufsschifffahrt,
müssen ja diesen Kanal auch immer geschaltet haben und auch jeder Wassersportler sollte das tun.
Das ist ja der große Vorteil an Seefunk, dass man eben mithören kann und dass
man mit mehreren Schiffen und einer sogenannten Kreuzpeilung mit Funkpeilgeräten
auch eine Position finden kann auf See.
Alles viele Vorteile, die ein Handy an Land nicht bietet und sodass es eben
möglich ist, dass wir durch den Überblick, den wir über unsere Einsatzreviere
in Nord- und Ostsee haben, eben auch andere Schiffe mit einsetzen können und koordinieren können.
Nur ein Beispiel. Denken Sie an vor fast genau drei Jahren im Herbst 2023,
als die Verity in der Deutschen Bucht gesunken ist, vorher mit einem anderen
Frachter zusammengestoßen ist
und entsprechend Seeleute vermisst waren, im Wasser waren, gesucht werden mussten.
In dieser Zeit haben wir mehr als 18 Stunden lang 25 Schiffe koordiniert und
auch Rettungshubschrauber eingesetzt.
Also alle zur Verfügung stehenden Kräfte koordiniert.
All das ist unsere Verantwortung und aus der kommen wir auch nicht raus,
bis wir selber ja entweder zum Erfolg gekommen sind oder in schwierigen Situationen
irgendwann dann auch eine Suche einstellen müssen, wenn es keine Hoffnung mehr gibt.
Ich habe natürlich auch schon mal gesehen, dass Hubschrauber mit im Einsatz
waren. Sie fragen dann auch Hilfe bei der Hubschrauberflotte an oder wie geht das?
Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist zuständig für den
maritimen Such- und Rettungsdienst, für den aeronautischen Such- und Rettungsdienst,
also vereinfacht gesagt für abgestürzte oder vermisste Luftfahrzeuge über See,
sind die Marineflieger zuständig.
Das ist also der andere Teil des SAR-Dienstes.
Ich meinte zusätzlich zu Ihren, wenn Sie jemanden suchen im Wasser,
da wird doch manchmal auch mit Hubschraubern von oben gesucht.
Genau, wir meinen das Gleiche. Für den aeronautischen SAR-Dienst sind die Marineflieger
zuständig, aber der weitaus häufigere Einsatzfall ist der Seenotfall.
Beide SAR-Dienste unterstützen sich gegenseitig. Also wir würden im Luftnotfall
die Marineflieger unterstützen, aber im wesentlich häufigeren Fall,
im Seenotfall, unterstützen die Marineflieger uns.
Das ist eine seit Jahrzehnten funktionierende und auf wenigen Zeilen vereinbarte Zusammenarbeit.
Ich sage immer so etwas scherzhaft, wenn man die heute neu machen müsste,
müsste man wahrscheinlich einen Leitz-Ordner damit füllen.
Aber sie funktioniert seit Ende der 1950er Jahre auf anderthalb DIN A4 Seiten
und zwar über Organisationsunterschiede jeglicher Art ja hinweg.
Wir haben hier einen privaten spendenfinanzierten Verein. Auf der anderen Seite
eine staatliche Behörde, noch dazu militärisch und nicht zivil.
Also gegensätzlicher könnte es gar nicht sein und trotzdem spricht man seit
Jahrzehnten eine Sprache.
Das ist ja toll. Sagen Sie, wie viele Leute sind denn bei so einem Einsatz aktiv?
Also so ungefähr von bis?
Das ist ganz unterschiedlich. Wenn wir an eine große Suche denken,
dann sind das natürlich sehr viele Menschen.
Wenn wir an einen kleinen Einsatz denken, der eher Routine ist,
so wie ja auch für die Feuerwehr an Land vieles glücklicherweise Routine ist
und das Haus im Vollbrand selten ist, so ist das natürlich auch auf See.
Der extreme Einsatz, die echte Seenot, bei der es um Menschenleben geht,
ist glücklicherweise nicht sehr häufig.
Dann sind es vielleicht entsprechend weniger Einsatzkräfte bei einem Routinefall.
Wenn verschiedene Rettungseinheiten von uns im Einsatz sind,
dann kann man pro Rettungseinheit ungefähr durchschnittlich von vier Besatzungsmitgliedern ausgehen.
Und Sie hatten es schon angesprochen, dass es auch um die Berufsschifffahrt geht.
Wenn man an die deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger denkt,
denkt man oft ja an Wassersportler oder Segelschiffe, die privat unterwegs waren,
aber die Berufsschifffahrt wird ja auch von ihnen gerettet.
Wie häufig kommt das vor im Verhältnis,
und hat sich das vielleicht auch verändert in den letzten Jahren?
Das hat sich in den vergangenen 160 Jahren natürlich stark verändert,
weil es vor 160 Jahren kaum Wassersport gab.
Es gab auch im 19. Jahrhundert schon erste Lustfahrzeuge, so hat man damals
die Yachten genannt. Also Menschen, die sich nur zum Vergnügen auf dem Wasser
bewegt haben, aber das waren natürlich relativ wenige.
Heute haben wir den gesamten Bereich des Wassersports, Segelsport,
Motorsport, Trend-Sportler, Surfer, Kiter etc.
Dort entstehen ja auch neue Sportarten, aber natürlich auch den Ausflugsverkehr.
Das ist, wiederum natürlich dann Berufsschifffahrt.
In der Tat sind wir kein Hilfsdienst für Wassersportler, auch wenn man sommertags,
wenn man selber an der Küste Urlaub macht, die Seenotretter vielleicht mal bei
solchen Einsätzen eher wahrnimmt, sondern wir sind eben der zuständige maritime
Such- und Rettungsdienst für alle Menschen, die sich in unseren Seegebieten
auf Nord- und Ostsee bewegen.
Und wir alle, egal wo wir leben in Deutschland, sind ja vom Welthandel abhängig,
der zu 90 Prozent weltweit über See abgewickelt wird.
Wir haben das alle ja in der Pandemie gemerkt, wie sehr wir abhängig waren,
als das Klopapier alle war.
Aber wenn wir an viele Altagsdinge denken, das geht los bei den Bananen im Supermarkt.
Es geht weiter über die Energieversorgung im ganzen Land, die ja auch zunehmend
von See kommt. Und da arbeiten Menschen auf Schiffen dort, um sowas zu bauen
und zu unterhalten, Offshore-Windparks.
Das geht weiter über die Fischerei. Irgendwo muss ja unser Fisch herkommen, den wir auch kaufen.
Bis zu Gesundheit, die ja auch abhängig ist vom Nachschub über See.
Also wir alle haben irgendwie mit dem Meer Kontakt, auch wenn wir fern im Binnenland
leben und haben durchaus etwas von der Arbeit der Seenotretter.
Und deswegen wenden wir uns natürlich auch im ganzen Land an die Menschen mit
der Bitte, die Seenotretter zu unterstützen, weil, wie ich immer so schön plastisch
sage, man kommt eben schon mit dem Meer in Kontakt, wenn man im Supermarkt Bananen
kaufen geht und auch wenn das in Passau ist.
No Shipping, No Shopping oder wie Herr Stipeldey es eben beschrieben hat,
ohne Seefahrt auch kein Klopapier im Supermarkt.
Ich glaube, dass diese Folge dazu führt, wieder an die Menschen zu denken,
die dafür sorgen, dass wir im Supermarkt alles finden.
Sea Blindness ist ein Wort, das ich im Podcast mit Tina und Kristin vom Dukdalben gelernt habe.
Hier in Hamburg oder an der Küste generell sieht man zwar die großen Schiffe,
aber man sieht diese als technische Objekte.
Die Menschen, die dort arbeiten, die sieht man nicht.
In dieser Folge wird klar, wer auf See in Not gerät, der bekommt Hilfe.
Die Seenotretter kommen bei Tag, bei Nacht, bei Sturm und bei hohem Wellengang.
Und wenn du jetzt denkst, das ist wirklich eine gute Sache und die ist so wichtig,
Das möchte ich gerne unterstützen.
Dann findest du einen Link zu allen Informationen über die DGZRS und den Link
zum Spenden in den Shownotes.
Sie hatten schon am Anfang darüber gesprochen, wie professionell Ihre Einsatzkräfte geschult sind.
Trotzdem gibt es ja Freiwillige, die bei Ihnen arbeiten und Festangestellte,
nehme ich mal an, gibt es auch.
Wie funktioniert das? Wer sind diese Menschen?
Wir haben 180 Festangestellte Seenotretter und mehr als 800 Freiwillige.
Das heißt, die Mehrzahl unserer Besatzungsmitglieder ist wie freiwillige Feuerwehrleute
eben mit Alarmierungsgerät in der Tasche unterwegs und wird aus ihrer Arbeit
oder Freizeit weggerufen und muss innerhalb weniger Minuten am Hafen sein und
das Seenotrettungsboot besetzen.
Auf einem Drittel unserer Flotte, auf den größeren Seenotrettungskreuzern,
die alle ein Tochterboot mit sich herumtragen, das haben vielleicht viele Menschen,
die uns zuhören, schon mal gesehen, dort gibt es rund um die Uhr festangestellte
Besatzungen, die auch an Bord leben. 14 Tage Dienst an Bord, 14 Tage frei.
Die Festangestellten bringen in der Regel Seefahrtserfahrung mit,
sind also keine Menschen, die wir ausbilden. Seenotretter ist kein Ausbildungsberuf,
sondern Menschen, die wir aus der großen Fahrt weiter qualifizieren und zu Rettungsspezialisten
machen. Denen muss man also nicht erklären, wie man ein Schiff fährt.
Die sind oftmals auf großen Schiffen weltweit unterwegs gewesen und kennen auch
die Elemente und die Natur sehr gut und können das sehr gut einschätzen.
Aber sie müssen noch lernen, wie man suchend Rettungsspezialist wird.
Bei den Freiwilligen, also bei dem größten Teil unserer Mannschaften,
ist es so, dass die inzwischen jeden Beruf haben, den man sich nur vorstellen kann.
In den vergangenen Jahrzehnten kamen natürlich viele aus der Fischerei und aus den Dörfern an der Küste
und es war mehr oder weniger selbstverständlich, wenn man zu der Gesellschaft
eines kleinen Küstenortes gehörte, dass man auch zu der Gesellschaft der Seenotretter,
so wie die DGZRS hier manchmal kurz an der Küste auch genannt wird,
zu der Gesellschaft gehört.
Das ist natürlich durch veränderte Lebensbedingungen der Menschen an der Küste
und durch die abnehmende Bedeutung der Fischerei inzwischen anders geworden,
sodass wir in diesem Bereich mehr in grundlegende Kenntnisse auch ausbildungstechnisch
investieren müssen, seit einigen Jahren schon, also Seemannschaft viel mehr
schulen müssen, als früher Leute, die mit der Seefahrt ohnehin zu tun hatten,
zu uns dann als Freiwillige kamen.
Aber die Berufspalette dort ist breit, da ist der Steuerfachgehilfe genauso
bei wie der Polizist oder die Bäckerin aus dem Ort.
Das geht wirklich einmal quer durch die Last, wie man so maritim sagt.
Nun hatte ich ja vor kurzem Kontakt zu einem Hörer, der mich überhaupt auf die
Idee gebracht hat und den Kontakt auch zu Ihnen hergestellt hat.
Viele Grüße an Oliver. Der lebt ja im Binnenland. Sie haben wohl auch viele
Menschen aus dem Binnenland in Ihrer Organisation?
Ja, wir haben neben den Freiwilligen, so wie wir unsere ehrenamtlich engagierten
Rettungsleute auf den Schiffen nennen, haben wir nochmal rund 700 ehrenamtliche
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Binnenland.
Und zwar tatsächlich von der Küste, von der Waterkant bis zum Alpenrand sozusagen.
Das sind die vielen Menschen, die Vorträge über unsere Arbeit halten,
die auf Messen und Veranstaltungen stehen und die Seenotretter im ganzen Land
bekannt halten und die unsere 13.000 Sammelschiffchen leeren.
Die bekannten Kunststoffboote, 32 Zentimeter lang, Deutschlands bekannteste
Spendendose, sagt man ihr auch nach, die müssen ja auch betreut werden.
Und das machen eben in vielen Fällen unsere Ehrenamtlichen, nur nicht die Aufstellorte selbst.
Jetzt nochmal eine Frage zu den Personen, die als Ehrenamtliche dort oder als
Freiwillige mitarbeiten.
Sie hatten ja auch gesagt, man muss innerhalb von wenigen Minuten alles stehen und liegen lassen.
Da steckt ja auch oft eine Familie dahinter, die dann denkt,
oh Mann, jetzt fährt die Frau, der Mann auf See in eine schwierige Situation.
Oft sind die Wellen hoch, der Wind ist hart und die eisige Kälte.
Schaffen die das alle ganz locker, alles unter einen Hut zu bringen?
Das ist manchmal ganz unterschiedlich. Für die Festangestellten ist es ja so,
wenn die 14 Tage lang von zu Hause weggehen und sagen, ich bin jetzt an Bord,
dann sind die weg und dann bekommt die Familie die Alarmierung in der Regel ja gar nicht mit.
Heute kann man vielleicht mal eine Messenger-Nachricht schreiben und sagen,
geht los. Ich weiß nicht, wann ich mich wieder melden kann.
Früher, Telefonanruf hat vielleicht zu lange gedauert, hat man vielleicht gar nicht gemacht.
Also da ist es oftmals so, dass die Familien dann auch froh sind,
wenn sie es gar nicht wissen, wenn jetzt konkret ein Einsatz losgeht.
Wenn man aus dem familiären Zusammenhang als Freiwilliger herausgerissen wird
oder auch von der Arbeit weggerufen wird, dann bekommen es Arbeitskollegen,
Freunde, Familie natürlich viel eher mit und bangen dann vielleicht auch eher mit.
Man muss aber sagen, die meisten Angehörigen, mit denen ich immer spreche, denen ist das ja klar.
Die wissen ja, dass ihre Väter oder Mütter oder wer es auch immer ist aus der
Familie, dass die das nicht erst seit gestern tun und die haben ein hohes Vertrauen darin.
Die wissen genauso wie unsere Freiwilligen selbst, dass unsere Schiffe äußerst
seetüchtig sind, dass wir extrem hohe Maßstäbe an Entwicklung aller Technik
anlegen, dass wir sehr gute persönliche Schutzausrüstung anschaffen und dass wir sehr viel
investieren in das ständige Training unserer Besatzungen, Dass wir also alles
tun, das Risiko, was zweifellos immer vorhanden sein wird, weil die See immer
stärker sein wird als der Mensch, auch das ist Seenotrettern immer sehr bewusst,
der Respekt vor den Naturgewalten fährt bei uns immer mit an Bord,
dass dieses Risiko aber so gering wie möglich gehalten wird durch diese vielen
Maßnahmen, die wir ergriffen.
Und obwohl man ja sagen muss, das ist schon nicht ungefährlich,
was Sie eben gesagt haben, die See ist eigentlich unberechenbar.
Woher kommt die Motivation? Haben viele zum Beispiel einen familiären Hintergrund
zu Seefahrern oder woher kommt die Motivation?
Ja, die maritime Affinität, die ist sicherlich bei allen hoch,
auch wenn bei den Freiwilligen vielleicht nicht mehr so viele Menschen aus maritimen Berufen kommen.
Aber wir haben eben auch heute Menschen, die jetzt nicht aus der Fischerei kommen,
aber vielleicht Hafenmeister sind oder bei einem Hafenbetrieb arbeiten oder
in der maritimen Industrie tätig sind oder vielleicht auf einem
anderen Schiff zur See fahren und in der zweiten Hälfte Ihres Lebens,
wenn Sie Freitüren an Land haben, dann immer noch Lust haben,
weiterhin zur See zu fahren und dann als Freiwilliger zur Verfügung stehen.
Also das ist sehr breit. Die Motivation, wenn man Seenotretter fragt,
ist es immer wieder die Antwort, die ähneln sich sehr, die Antworten,
wenn man mit Seenotrettern spricht,
dass eigentlich der Dank der Geretteten schon Motivation genug ist,
dass man das nicht für Geld macht, auch wenn Seenotretter eine Aufwandsentschädigung
in geringem Maße in Anspruch nehmen können, freiwillige Seenotretter.
Viele tun das gar nicht, weil sie das gar nicht wünschen.
Es geht in der Regel darum, etwas Gutes zu tun, etwas für die Gesellschaft zu
tun, sich irgendwie zu engagieren.
Und wenn man was Gutes tun will und dann noch was Maritimes tun will,
dann ist man ja auch gedanklich schon leicht bei den Seenotrettern.
Also das ist oftmals die Motivation. Bei den Festangestellten kommt noch eine
andere Motivation hinzu.
Wenn ich jahrelang zur See gefahren bin und Wochen, Monate, vielleicht ein halbes
Jahr von zu Hause aus weg gewesen bin, dann ist natürlich ein Dienstrhythmus
14 Tage an Bord, 14 Tage frei, ist natürlich viel, viel attraktiver.
Und man sucht ja auch irgendwann, wenn man eine Familie gründet,
einen heimatnäheren Ort sozusagen.
Von daher ist das ein Gegensatz zu der Zeit, die dann vorher in der großen Fahrt
da gewesen ist. Und wenn man dann gleichzeitig noch etwas Gutes tun will,
dann kommt man auch wieder schnell bei den Seenotrettern raus.
Nichts gegen andere maritime Behörden oder Organisationen, aber wir hören eben
auch von unseren Festangestellten, dass sie sagen, ja, also ich wollte jetzt
nicht irgendwie so in einem Hafen irgendwie einen Landjob machen,
nur weil ich mal zu See gefahren bin.
Ich wollte schon irgendwie weiter zu See fahren und außerdem noch was Sinnvolles
tun. Und so bin ich auf die Seenotretter gekommen.
Jetzt hatten wir vorhin schon mal über die Berufsschifffahrt und die verschiedenen Einsätze gesprochen.
Jetzt in Bezug auf diese ganze Klimageschichte, haben sich denn gerade in der
letzten Zeit auch die Einsatzarten verändert?
Sind andere Risiken dazugekommen oder wie sehen Sie das?
Ich würde sagen, die Seenotretter sind sehr wohl Wetterexperten,
aber keine Klimaexperten.
Diese beiden Sachen muss man ja unterscheiden. Was wir merken ist tatsächlich,
dass sich das Wetter auf See verändert und dass das möglicherweise mit dem menschengemachten
Klimawandel zusammenhängt.
Wir können es nicht beurteilen, weil wir natürlich über einen längeren Zeitraum
nicht wie Wissenschaftler das Meer beobachten, sondern wir haben ältere Rettungsmänner,
die durchaus vom Gefühl her sagen, früher war das anders.
Das sind einzelne Äußerungen, die wir aber nicht empirisch jetzt nachhalten.
Was wir durchaus sehen ist, dass sich das Wetter auf See dahingehend verändert,
dass wir auch im Sommer plötzlich umschlagende Wettersituationen haben
und dass wir kürzere und intensivere Schlechtwetterperioden und häufigere Schlechtwetterperioden
haben und dass der klassische Herbststurm, also die Jahreszeit,
die jetzt ja wieder begonnen hat und der früher vielleicht
die größte Gefahr war und im Sommer hat man mal drei Monate überhaupt keinen
Sturm gehabt, dass das nicht mehr so ist.
Aber wie gesagt, wir können es nicht empirisch nachweisen, aber wir wissen und
sehen auch Veränderungen beim Wetter.
Das ist alles total spannend. Jetzt habe ich nochmal so ein bisschen mehr eine
persönliche Frage an Sie.
Können Sie sich an einen Einsatz erinnern, der Sie persönlich sehr bewegt hat,
über den Sie auch sprechen dürfen?
Wir sprechen ja über sehr viele Einsätze und veröffentlichen auch sehr viele Einsatzberichte.
Sowohl als Pressemitteilung sehr aktuell über unsere eigenen Kanäle,
als auch dann im Jahrbuch nochmal anders aufbereitet. Das Jahrbuch ist ein DIN
A5-Heft, was wir ja ganz viele Male im Jahr drucken und alle unsere regelmäßigen
Spenderinnen und Spender automatisch auch per Post bekommen.
Also auch eine Art Rechenschaftsbericht ja ist, wo wir nachweisen,
was wir getan haben in den vergangenen zwölf Monaten.
Und dafür schreibe ich viele Texte, spreche mit vielen Menschen.
Es fällt mir da schwer, jetzt den einen Einsatz herauszugreifen,
aber es ist natürlich immer beeindruckend, wenn Retter und Gerettete aufeinandertreffen,
was in der Berufsschifffahrt gar nicht immer möglich ist, weil Menschen da heute
hier und morgen schon in anderen Teilen der Welt sind
und man gar nicht nochmal die einen mit den anderen zusammenführen kann.
Im Fall der Verity, der Untergegangenen, die wir eben schon angesprochen haben,
gab es aber so eine Zusammenkunft.
Einer der Seeleute der Verity, der vom Marienhubschrauber gerettet worden ist,
den haben wir nachher nochmal gemeinsam mit den Marinefliegern auf dem Marinestützpunkt getroffen.
Das war schon sehr eindrücklich. Ich finde es generell immer eindrücklich,
wenn Menschen ihre persönliche Geschichte erzählen.
Und zu den schönsten Einsätzen gehören sicherlich ganz ungewöhnliche Einsätze.
Das sind Geburten an Bord. Auch zu denen kommt es hin und wieder mal.
In den vergangenen 60, 70 Jahren kann man so über den Daumen sagen,
haben 15 Kinder das Licht der Welt erblickt auf Seenotrettungskreuzern oder Booten der DGZS.
Und die werden natürlich auch irgendwann älter, werden 25, 30 Jahre alt,
kommen nochmal an Bord und man macht wieder Geschichten mit ihnen.
Solche Geschichten sind besonders tolle Geschichten.
Ja, das glaube ich. Klingt richtig gut.
Jetzt interessiert mich natürlich auch die Technik an Bord noch ein bisschen.
Sie bekommen ja auch öfter mal neue Schiffe.
Manche sind inzwischen auch schon ein bisschen älter. Können Sie da nochmal
einen Ausblick geben auf die Zukunft, was es da vielleicht Neues gibt bei der
Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger im nächsten Jahr vielleicht?
Wir haben 60 Rettungseinheiten im Einsatz, 20 größere, die Seenotrettungskreuzer
mit Tochterboot und 40 kleinere, die Seenotrettungsboote ohne Tochterboot.
Also die Tochterboote mitgezählt sind das 80 Schiffe und dann haben wir auch
noch ein paar Trainingsfahrzeuge. Also wir kommen schon nah an die 100 Fahrzeuge, die wir betreiben.
Das ist eine ganze Menge für eine kleine Reederei sozusagen.
Also wir sind gar nicht eine so kleine Reederei und das müssen wir auch machen,
den Schiffsbetrieb sicherstellen.
Und das erfordert viele Aufwendungen im Jahr. Es ist nicht damit getan,
ja einmal so ein Schiff anzuschaffen, sondern es muss unterhalten werden und
es sind hochkomplexe Spezialschiffe,
die eben viel Wartung und Pflege bedürfen, damit sie im Extremfall auch sofort
funktionieren und es keinen Zweifel darüber gibt, dass unsere Besatzungen den
Einheiten, die sie fahren, auf denen sie zum Großteil auch leben,
jederzeit vertrauen können.
60 Rettungseinheiten heißt bei einer durchschnittlichen Dienstzeit von 30 Jahren,
dass wir nach Adam Riese durchschnittlich zwei Schiffe pro Jahr neu in Dienst
stellen müssen und zwei andere uns verlassen,
damit wir nicht irgendwann in einen Investitionsstau geraten,
sondern immer eine möglichst junge Flotte haben, die natürlich auch viel leichter
und kostengünstiger zu unterhalten ist, als wenn die Schiffe zu alt wären.
Es gibt also immer Neubauprojekte. Bootserneuerung ist ein ständiges Thema für
die Seenotretter und im Moment arbeiten wir an zwei Typen, einem neuen Seenotrettungsboot
und einem neuen Seenotrettungskreuzer mit Tochterboot.
Das neue Seenotrettungsboot wird also ein Typ für unsere freiwilligen Stationen
werden, ein ganz anderes Fahrzeug als bisher, mit zwei Jetantrieben ausgestattet
sein, 12,7 Meter lang sein.
Der Prototyp hat seine erste Probefahrt jetzt in der Nähe seiner Werft absolviert.
Da wird noch viel drauf gearbeitet von der Werft und dann wird irgendwann die
Überführung an die DGZRS erfolgen. Und dann werden wir diesen Prototyp im kommenden
Jahr ein Jahr lang, so ist es geplant, auf möglichst vielen unserer Stationen
erproben, auf Herz- und Nieren testen.
Und dann werden wir ganz viele Rückmeldungen haben von unseren Besatzungen,
welche Schublade doch noch anders eingebaut werden muss, weil da man ja auch
drankommen muss, wenn das Schiff halb Kopf steht oder so.
So stelle ich mir das als Landratte so ein bisschen laienhaft vor.
Nein, ich weiß es natürlich auch von unseren Besatzungen, dass solche Wünsche dann immer kommen.
Und das ist sehr wertvoll für die Schiffbauer, bevor so ein Fahrzeug in Serie
geht, solche Rückmeldungen mit einzubauen, damit natürlich auch möglichst viele
Menschen nachher zufrieden sind mit diesem Schiff.
Wo wird das Schiff gebaut?
Das Schiff wird in Finnland gebaut, auf einer Spezialwerft, weil das in Deutschland
in dieser Form, aus diesem Material, in dieser Spezifikation,
wie wir es brauchen, gar nicht möglich ist.
Es ist also erstmals so, dass wir uns für diesen Typ entschieden haben,
eine Entwicklung auch auf dieser Schiene voranzutreiben.
Das liegt einfach daran, dass in Skandinavien unsere Schwestergesellschaften
mit ähnlichen Schiffstypen schon sehr gute Erfahrungen gemacht haben und wir
uns für die Entwicklung eines eigenen Schiffstyps, der in eine ähnliche Richtung gehen soll,
vier verschiedene Fahrzeuge angesehen haben und daraus das Beste für unsere
Einsatzprofile und unsere Küstenverhältnisse gemacht haben.
Man denkt ja immer so, Seenotrater können ja weltweit eigentlich das gleiche
Boot nutzen, aber die Welt ist wirklich sehr unterschiedlich.
Schon in Europa ist sie sehr unterschiedlich. Wir haben hier gerade in der Nordsee
die großen Flussmündungen Ems, Jade, Weserelbe mit den stark veränderlichen,
weitläufigen Gebieten, die sehr tiderabhängig sind.
Das gibt es so in unseren Breiten kaum noch einmal, auch wenn es vergleichbare,
ähnliche Küstenverhältnisse beispielsweise in den Niederlanden und Dänemark
gibt, aber dann ohne die großen Flussmündungen.
Und so unterscheidet sich das schon mit unseren Nachbarstaaten sehr,
sodass jeder dann doch guckt, was ist für meine Reviere, aber eben auch für
das, was wir an Einsätzen zu fahren haben, das beste Fahrzeug.
Das war nochmal ein spannender Einblick. Ich bin ja total gespannt schon dann,
wenn das neue Boot unterwegs ist oder das erste Mal getestet wird.
Vielleicht machen wir noch mal eine reine Technik-Folge. Können wir natürlich auch machen.
Würde ich auf jeden Fall dabei sein. Würde mich sehr freuen.
Herr Stipeldey, da habe ich jetzt noch eine Frage vergessen, die Sie gerne beantworten möchten.
Ja, wenn Sie mich fragen, was ich vielleicht noch mitzuteilen habe an alle die
Menschen, die uns zuhören.
Unsere wichtigste Botschaft ist natürlich die allseitige Freiwilligkeit.
Es funktioniert auf See heute so wie vor mehr als 160 Jahren nur dadurch,
dass sich Menschen freiwillig bereit erklären, rauszufahren,
wenn andere schützende Häfen anlaufen.
Und es funktioniert grundsätzlich nur, dass diese Menschen rausfahren können,
wenn es ganz viele Menschen an Land gibt, die das ideell, aber eben auch finanziell ermöglichen.
Diese allseitige Freiwilligkeit ist die Lebensader der deutschen Gesellschaft
zur Rettung Schiffbrüchiger.
Und deswegen sprechen ja auch wir beide miteinander. Denn nur wer uns kennt,
kann die Seenotretter ja auch gut finden. Und nur wer sie gut findet,
kommt vielleicht auf die Idee, auch für sie zu spenden.
Also kennen mögen spenden, das ist so meine Aufgabe sozusagen,
dafür zu sorgen, dass viele Menschen uns kennen.
Denn Wasser hat keine Balken. Man kann uns nicht so leicht zuschauen,
wie wir vielleicht alle wissen, wie ein Rettungswagen am Straßenrand parkt und
in die Türen auf sind, wie der von innen aussieht.
Wie unsere Arbeit auf See stattfindet, das sieht man nicht immer so einfach.
Kann man aber aktuell sehen durch die bekannte ARD-Serie, die Seenotretter,
die Doku-Reihe, die es ja gibt. Die kennen vielleicht auch viele Menschen, die uns zuhören.
Und da kommt zum Jahresende die dritte Staffel.
Ach prima. Okay, dann werden wir diesen Link, genauso wie den Link zu der DGZRS,
auf jeden Fall in die Shownotes legen.
Sehr gerne.
Genau. Kennen, mögen, spenden. Das ist ein gutes Stichwort. Vielen,
vielen Dank für das tolle Podcast-Gespräch.
Ich danke herzlich für das Interesse.
Ich wünsche Ihnen heute noch einen schönen Tag und freue mich,
wieder von Ihnen zu hören. Bis, dennni. Tschüss.
Gleichfalls. Alles Gute. Tschüss
Wie schön, dass du immer noch dabei bist und diesen Podcast hörst.
Vielen Dank dafür. Heute im Podcast Christian Stipeldey, Pressesprecher der
Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
Und wenn du denkst, Mensch, das war jetzt aber mal eine Folge,
die muss unbedingt meine Freundin, mein Freund, mein Vater, meine Mutter,
meine Tante hören, unbedingt den Link weiterschicken. Vielen, vielen Dank dafür.
Ich wünsche dir einen richtig schönen Tag. Bis zur nächsten Folge. Tschüss.
Christian Stipeldey
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Britta
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Christian Stipeldey
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Britta
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Christian Stipeldey
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Britta
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Britta
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