Neu im Markt und doch mit Track Record im Spezialsegment
Sebastian Heithoff, Geschäftsführender Gesellschafter HB Marine Insurance GmbH
16.05.2026 41 min
Zusammenfassung & Show Notes
Heute zu Gast im Podcast: Sebastian Heithoff, Geschäftsführender Gesellschafter der HB Marine Insurance GmbH. Der gebürtige Westfale hat einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen: Statt in der Heimat zu bleiben, zog er über Köln nach Lübeck und führt nun in Hamburg ein spezialisiertes Unternehmen für Lösungen in der Schiffsversicherung – an der Seite eines Partners, der diese besondere Produktkategorie über zwei Jahrzehnte geprägt hat. Und den er über LinkedIn kennenlernte.
In dieser Folge geht es um ein erklärungsbedürftiges, aber hochrelevantes Nischensegment der maritimen Versicherungswelt. Das Gespräch zeigt, dass sich auch komplexe Themen verständlich, greifbar und spannend vermitteln lassen, wenn sie aus der Praxis heraus erklärt werden.
Außerdem spricht Sebastian Heithoff über sein ehrenamtliches Engagement im Reeder- und Makler Club e.V. (RuM-Club), über die Rolle stabiler Netzwerke in der Schifffahrt und über seine laufende PQE-Weiterbildung am Institute of Chartered Shipbrokers (ICS) – einer international renommierten Ausbildungsinstitution.
Diese Folge liefert fundierte Einblicke in die Schiffsversicherung aus erster Hand: Sachkundig, praxisnah und mit Gespür für die besonderen Mechanismen eines spezialisierten Marktes. Viel Freude beim Hören!
In dieser Folge geht es um ein erklärungsbedürftiges, aber hochrelevantes Nischensegment der maritimen Versicherungswelt. Das Gespräch zeigt, dass sich auch komplexe Themen verständlich, greifbar und spannend vermitteln lassen, wenn sie aus der Praxis heraus erklärt werden.
Außerdem spricht Sebastian Heithoff über sein ehrenamtliches Engagement im Reeder- und Makler Club e.V. (RuM-Club), über die Rolle stabiler Netzwerke in der Schifffahrt und über seine laufende PQE-Weiterbildung am Institute of Chartered Shipbrokers (ICS) – einer international renommierten Ausbildungsinstitution.
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Dieser Podcast wird unterstützt von der FAIRPLAY TOWAGE GROUP - #strong connection
Transkript
Und das persönlich finde ich einfach sehr spannend, dass gerade über LinkedIn
man die Möglichkeit hat,
in den unterschiedlichsten Ländern Verbindungen zu knüpfen, die Menschen dann
irgendwann mal auf Veranstaltungen, auf Kongressen und wo auch immer zu treffen
und direkt eine Verbundenheit zu haben.
Und das finde ich einfach toll, auch jetzt schon mit Menschen vernetzt zu sein,
die ich noch nicht persönlich kenne, die ich mit Sicherheit aber irgendwann
treffen werde, auf der SMM zum Beispiel.
Und dafür finde ich einfach die Kombination von LinkedIn und von internationalem
Netzwerk einfach richtig toll. Und es passt für mich super zur Schifffahrt.
Das war ein Ausschnitt aus dem heutigen Podcast. Sebastian Heithoff spricht
über das Vernetzen und die Möglichkeit, Menschen, manchmal im ersten Step,
über soziale Medien kennenzulernen.
Genauso wie Sebastian geht es mir auch. Ich lerne gerne Menschen kennen.
Ich glaube, das ist die Grundvoraussetzung, um diesen Podcast zu produzieren.
Soziale Medien machen es einem leicht, mit anderen in Kontakt zu kommen.
Wenn ich in den sozialen Medien sehe, dass jemand ein sehr interessantes Thema
hat, dann nutze ich das sogar dazu, um einen Gast anzufragen,
ob er in meinen Podcast kommen möchte.
Moin und Hallo, herzlich willkommen zur heutigen Folge in Britas Hafen Podcast.
Dein Podcast über ungewöhnliche Berufe mit echten Persönlichkeiten und maritimen Chancen.
Wie schön, dass du dabei bist. Ich bin Britta.
Eben hast du schon die Stimme meines heutigen Gastes gehört.
Es ist Sebastian Heithoff. Bei ihm geht es um Schiffsversicherungen.
Ein Thema, das bis heute in keiner meiner Podcast-Folgen vorkam.
Deshalb bin ich sehr gespannt. Bei Versicherungen denke ich immer sofort daran,
man muss unbedingt das Kleingedruckte lesen.
Ob das wohl bei den Schiffsversicherungen auch so ist?
Dieser Podcast wird unterstützt von der Fairplay-Towage-Group.
Vielen, vielen Dank dafür. Strong connection. Bei der Nachbearbeitung ist mir
aufgefallen, ich habe total vergessen zu gendern.
Denke ich nächstes Mal wieder dran. Und jetzt geht's los.
Mir gegenüber sitzt heute Sebastian Heithoff, geschäftsführender Gesellschafter
der HB Marine Insurance GmbH.
Ich freue mich sehr, dass du dir die Zeit für diesen Podcast nimmst. Hallo Sebastian.
Hallo Britta, danke schön für die Möglichkeit dabei zu sein.
Als Eingangsfrage, wie bist du überhaupt zur Schifffahrt gekommen?
Tatsächlich mehr oder weniger durch Zufall oder wollen wir es vielleicht Fügung nennen.
Ich habe über LinkedIn jemanden kennengelernt vor mittlerweile drei Jahren,
der mittlerweile nicht nur ein sehr guter oder auch ein bester Freund geworden
ist, sondern auch heute mein Geschäftspartner bei der HB Marine Insurance GmbH.
Und wir haben uns so gut verstanden, dass wir gesagt haben, okay,
wir gründen zusammen ein Unternehmen.
Und er hatte 25 Jahre Erfahrung in genau dem Thema, das wir jetzt gemeinsam
machen und da habe ich mir gedacht, okay,
ich kenne andere Seiten der Versicherung und bin in letzter Zeit eher im Consulting
unterwegs und berate Versicherungsmakler und mache deren Außendarstellung und
da habe ich mir gedacht, okay,
wenn ich mal ein spannendes Thema finde, zu dem ich selber bereit bin,
ein Unternehmen zu gründen, das hier könnte es sein.
Wow, was für eine Story. Was findest du denn so faszinierend an der Maritimen Branche?
Insgesamt die Internationalität, die Menschen, das Verbundensein,
das Miteinander, die Möglichkeit zu haben, an den unterschiedlichsten Stellschrauben
Dinge zu bewegen, zu verändern.
Aber auch, dass so viel durch die
Schifffahrt bewegt wird, was die meisten Menschen gar nicht realisieren.
Wie heißt es nur immer so schön beim Verband der Schiffsmakler?
No Shipping, No Shopping.
Und genau das ist es ja. Diese Branche bewegt so viel der Weltwirtschaft, den ganzen Handel.
Alles, was irgendwo von A nach B muss, wird, wenn es nicht super eilig ist,
auf Schiffen transportiert, bevor es dann irgendwo weiter transportiert wird.
Die langen Wege sind einfach übers Schiff zu machen und das finde ich super
spannend, was es da für viele Möglichkeiten gibt, welche Menschen dahinter stecken
mit den unterschiedlichsten Geschichten, in den unterschiedlichsten Professionen
und da einfach ein kleiner Teil von zu sein, das macht riesig Freude.
Finde ich auch. Also No Shipping, No Shopping ist genau der Punkt.
Oft ist es ja auch so unsichtbar, auch wenn man einkaufen geht.
Kein Mensch sieht, dass all diese Waren mit dem Schiff kamen.
Aber wenn sie nicht gekommen wären, wäre der Supermarkt fast leer. Absolut, absolut.
Und woher kommt jetzt deine persönliche Begeisterung für Schifffahrt,
Hafen und die Menschen? Du hast das ja schon so ein bisschen angesprochen.
Ich habe tatsächlich für mein berufliches Leben immer nach Themen gesucht,
für die ich brennen kann.
Dinge, die mich begeistern. Und das hatte immer irgendwo mit Menschen zu tun.
Das hatte immer irgendwo mit einer Passion zu tun, etwas aufbauen,
etwas verändern, etwas positiv begleiten zu können.
Und ich habe mir tatsächlich lange Jahre, ich habe vor fast 20 Jahren meine
Ausbildung zum Versicherungskaufmann gemacht.
Ich habe mir lange nicht vorstellen können, in dem Segment wirklich vertrieblich
tätig zu sein, weil ich immer auch selber gesagt habe, wie du in der anderen
Moderation gesagt hast, Versicherung, post bloß auf, lies das Kleingedruckte.
Also ich habe selber bei Oma Puhvogel auf dem Sofa gesessen und die Haftpflicht
neu geordnet. Also ich habe ganz klassisch Versicherungskaufmann im Privatkundengeschäft gelernt.
Und genau das wollte ich nicht machen. Und ich wollte auch auf der anderen Seite
nicht hingehen und sagen,
ich mache im Gewerbegeschäft das, was alle anderen irgendwo auch machen,
lasse mich irgendwo anstellen und mache etwas,
was neun von zehn Marktteilnehmern genauso gut können und wo es einfach in irgendeiner
Form darum geht, wer hat das bessere Wording, wer hat mit dem Versicherer bessere Courtage behandelt.
Ich wollte etwas machen, womit ich irgendwo einen Fußabdruck hinterlassen kann,
wo ich die Möglichkeit habe, selbst gestalten, tätig zu werden.
Und ein Versicherungsprodukt zu finden durch Zufall oder von ihm gefunden zu
werden, Das so am Markt einfach super selten ist und was fast keiner macht,
weil es einfach so speziell ist und weil man es auch verkaufen muss,
das ist mir vorher nie begegnet. Ich wusste nicht, dass es das gibt.
Und wie der Zufall wollte, hat mich LinkedIn dahin geführt und dann das Persönliche,
das einfach irgendwie gematcht hat.
Wow, da bin ich ja jetzt schon richtig gespannt auf dieses Produkt.
Aber bevor wir dahin gehen, möchte ich nur einmal ein bisschen nachhaken.
Die maritime Wirtschaft ist ja für Außenstehende oft gar nicht so sichtbar.
Siehst du das auch so? Was ist das, was eigentlich für Außenstehende die maritime
Wirtschaft spannend oder überhaupt interessant macht?
Wir waren schon an der einen oder anderen Stelle beim Thema Menschen und für
mich sind es immer die Menschen und die Geschichten, die die ganze Branche so interessant machen.
Die Möglichkeit mit den Menschen aus unterschiedlichsten Ländern,
Kulturkreisen und einfach Menschen zu treffen, die einen ganz anderen Background
haben, die dadurch so viele Möglichkeiten haben, wenn man selber offen darauf
zugeht, einfach zu lernen,
wie ist es, wenn man in Afrika geboren ist?
Wie ist es, wenn man über Jahre in Singapur gelebt hat?
Wie ist das Leben an der US-Ostküste, Westküste? Wie ist das Leben in Skandinavien?
Diese Möglichkeit, so mit Menschen umzugehen, so international auch sein zu
müssen, dafür die Erfordernis zu haben und nicht einfach sagen zu können,
ich komme ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen.
Man sagt, der Westfale klebt an seiner Scholle.
Das heißt, der typische Westfale wird in einer Stadt geboren,
wie ich in Münster, und er bleibt sein restliches Leben in Münster.
Scholle ist ein Stück Land, deshalb sagt der Westfale, klebt an seiner Scholle.
Und genau das wollte ich nie. Das war nie mein Stil. Und deshalb,
ich habe einige Jahre in Köln gelebt, war danach dann jetzt die letzten fünf
Jahre in Lübeck und die Firma ist jetzt hier in Hamburg.
Das passt für mich einfach besser. Es hieß immer schon, Hamburg ist das Tor
zur Welt und für mich ist diese Weltoffenheit und auf Menschen zuzugehen,
mit Menschen Dinge zu erleben.
Das ist das, was für mich die Schifffahrt spannend macht und was von außen man
vielleicht gar nicht so sehr sieht.
Wenn man als Mensch, der mit Schifffahrt wenig zu tun hat, denkt man,
okay, es gibt Schiffe, die werden von irgendwem gefahren, von A nach B und die
verladen Ware und bringen die in den Hafen und dann.
Dann geht es irgendwie weiter mit dem Logistikunternehmen. So mag man das von außen betrachten.
Aber was überhaupt nötig ist, ich habe letztens mal bei einem Hafenagenten ein
paar Stunden verbringen dürfen und mir deren Arbeit näher bringen lassen.
Weil ich möchte einfach den gesamten maritimen Wirtschaftskreislauf verstehen
oder letztens mit einem Bunkerhändler gesprochen.
Ich möchte einfach diese Berufe kennen und die sind so unterschiedlich und es
gibt so viele verschiedene Menschen,
die einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass ein Schiff sich von A nach B
bewegen kann und dass es dann auch zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen
Stellen ankommt, richtig beladen und entladen wird,
dass die Ladung geplant ist, dass richtig gebunkert wird, dass man dabei noch
bestimmte Regeln einhält etc.
Und das finde ich super, super spannend.
Gut finde ich aber auch, dass ich das nicht alles machen muss,
sondern dass ich eben mir einen ganz bestimmten Teil aussuchen kann und sagen
kann, okay, wir spezialisieren uns und ich muss nicht alles können.
Dafür gibt es jemanden für jedes Thema, die oder der das viel besser kann.
Ja, kann ich total verstehen, dass dich genau das fasziniert.
Was ich noch ganz besonders finde, ist, dass all diese kleinen Räder innerhalb
der gesamten Wirtschaft, wie du das eben schon geschildert hast,
der Mensch, der sich ums Bunkern kümmert, der Nächste, der die Schiffe festmacht,
der Schlepperfahrer, alle zusammen im Team können nur dafür sorgen,
dass das alles rund läuft.
Und das, finde ich, ist so ein Punkt, der mich total fasziniert daran.
Absolut. Es geht nicht anders als im Miteinander. Und ohne Miteinander funktioniert es nicht.
Das finde ich super und das ist für mich eines der zentralen Punkte,
warum ich sage, ich finde Schifffahrt super.
Also es geht nicht ohne Netzwerken und das macht mir einfach große Freude.
Du bist nicht nur geschäftsführender Gesellschafter der HB Marine Insurance
GmbH, sondern du bist auch im Vorstand des Reeder- und Makler Clubs in Hamburg aktiv.
Was bedeutet dir dieses Engagement?
Wenn ich es in einen Satz fassen soll oder auch in einem sehr kurzen Satz, eine ganze Menge.
Für mich ist das einfach eine wunderbare Möglichkeit, dieses Miteinander,
das Kennenlernen unterschiedlicher Menschen in unterschiedlichen Positionen.
Ich erwähnte vorhin das Thema Hafenagent, das Thema Bunkertrader.
Genau die habe ich über den Verein kennengelernt, über unseren Club.
Und für mich ist es einfach eine ganz tolle Möglichkeit, die unterschiedlichsten
Menschen mit ihren Positionen, mit ihren Professionen kennenzulernen,
in einer sympathischen Art und Weise bei unseren Veranstaltungen in den Austausch zu gehen,
mehr über deren Arbeit zu lernen, natürlich Kontakte zu knüpfen.
Das war von Anfang an, auch als der Verein vor 75 Jahren, im neuen Jahr 1951
gegründet wurde, auch die Idee, sich miteinander zu vernetzen,
auszutauschen und auch Geschäfte zu machen.
Das ist ja vollkommen legitim in einem Business Club.
Und das ist für mich als jemand, der in der Schifffahrt ja noch verhältnismäßig
Neu ist, meine Firma wurde vor knapp zwei Jahren gegründet und ich habe mich vor
drei Jahren dann angefangen, mit der Schifffahrt zu beschäftigen. Ist auch ganz viel neu.
Fast jeder Mensch, den ich da kennenlerne, weiß von der reinen Schifffahrt mehr als ich.
Und das heißt, ich kann immer irgendwo was lernen. Und da ist der Club eine tolle Möglichkeit.
Und die Menschen, die mich darauf aufmerksam gemacht haben, waren alles welche,
die sich in dem Verein schon lange engagieren.
Und die gesagt haben, Sebastian, das ist eine tolle Möglichkeit, mach da mit.
Bring das ein, was du kannst, was bei mir insbesondere LinkedIn,
Außenwerbung, die Wahrnehmung der Marke des Clubs zu stärken,
das sind meine Themen, die mir besonders viel Freude machen,
Veranstaltungen organisieren.
Und da habe ich dann einfach gesagt, cool, da habe ich Bock drauf.
Vor kurzem hattet ihr ja eine Veranstaltung, wo es auch um Versicherungen ging.
Da kam ja dann beides zusammen, ne?
Gut, erwischt. Die Veranstaltung war tatsächlich für mich mal eine Möglichkeit,
den Kolleginnen und Kollegen aus dem Verein sowie interessierten Gästen zu präsentieren,
was macht die HB Marine Insurance GmbH,
wo ich also dadurch, dass ich ja im Verein mich ehrenamtlich engagiere,
auch die Möglichkeit hatte, eine gewisse, nennen wir es jetzt mal,
Eigenwerbung zu machen.
Das ist ja auch vollkommen legitim. Da stößt sich niemand dran.
Die Möglichkeit haben bei uns aber im Club alle Teilnehmenden,
dass wir halt insgesamt einfach sagen, wer spannende Themen hat,
wer sagt, ich möchte eine Veranstaltung machen, kann das und da unterstützen wir auch immer gerne.
Wir hatten jetzt beispielsweise Anfang Mai auch eine Veranstaltung mit dem Institute
of Chartered Ship Brokers, die für uns ein Partner sind, genau wie WISTA,
wo wir eben eine gemeinsame Veranstaltung gemacht haben, wo wir die Mehrwerte
des Instituts präsentiert haben und wo unsere Freunde von der Warburg Bank uns
die Räumlichkeiten und auch das gesamte Catering drumherum zur Verfügung gestellt haben.
Als eine Anerkennung für die Arbeit unseres Clubs, was ich persönlich eine ganz tolle Geste finde.
Ja, und man kann ja wahrscheinlich auch super netzwerken bei solchen,
Veranstaltungen, was ich da
so raushöre, ne? Ja, genau, das ist Sinn und Zweck, dieser Veranstaltung.
Ja, natürlich auch der Vortragsteil und das, was daraus dann entsteht.
Aber trotzdem, die Menschen kommen dahin, um sich zu vernetzen.
Und im Vorfeld werden insbesondere auch Menschen, die noch nicht Clubmitglieder sind, angesprochen.
Das mache ich vielfach per LinkedIn und sage Menschen aus meinem Netzwerk,
die ich mir alle immer schön mit einem Sternchen markiere in meinem Posteingang,
die potenziell interessiert sind, dass ich zu ihnen sage, wir haben die nächste
Veranstaltung, möchtest du nicht dabei sein?
Und dann kommen sie oder sie kommen auch nicht.
Und oft genug kommen sie. Und dadurch haben wir dann immer mal wieder,
gerade die letzten beiden Vortragsveranstaltungen im Blockbräu und bei Warburg,
die waren beide schon einen vor dem Termin ausgebucht.
Also da bin ich dann immer ganz froh.
Ja, Gratulation. Das ist ja richtig erfolgreich.
Sebastian, jetzt haben wir die ganze Zeit ja noch nicht über das genaue Produkt
diese Versicherungsgeschichte gesprochen. Darauf bin ich ja jetzt richtig gespannt.
Also ihr seid Spezialversicherungsmakler in einem Nischenthema.
Was macht HB Marine denn genau?
Und bitte so ein bisschen erklärt für Menschen, die keine Ahnung von Schiffsversicherung haben.
An dieser Stelle möchte ich ein bisschen ausholen, einfach um das gesamte Ökosystem
einmal zu verstehen. Wir haben ein Schiff.
Ein Schiff kann die unterschiedlichsten Gefahren auf See oder auch im Hafen
erfahren, die das Schiff als solches beschädigen können.
Und ein Schiff an sich braucht eine sogenannte Hull & Machinery Versicherung,
die, das ist glaube ich selbsterklärend, die Schiffshülle und Maschinen / maschinelle
Einrichtungen versichert.
Dann haben wir Haftpflicht, das ist Protection and Indemnity, P&I-Versicherung.
Wir haben die sogenannte Loss-of-Hire-Versicherung, also sowas wie ein Verdienstausfall,
Betriebsunterbrechung für das Schiff.
Wenn also das Schiff an dem Verdienen seiner Heuer gehindert ist,
springt nach einer gewissen Selbstbehaltsphase die Loss-of-Hire-Versicherung ein.
Und dann gibt es noch einige andere. Es gibt noch eine Kidnap-and-Randsom-Versicherung.
Es gibt Kriegsrisiken, es gibt ganz, ganz, ganz, ganz viel.
Und diese Versicherungen werden
über den sogenannten Seeplatz- oder Seeversicherungsmakler bestellt.
Das sind also absolute Spezies für die Versicherung von Schiffen.
Manche machen auch noch ein bisschen Yachtgeschäft, manche machen auch noch
ein bisschen mehr Yachtgeschäft, aber klassischerweise ist ein Seeplatzmakler
im Bereich der Handelsschifffahrt unterwegs und Pleasure Boat machen eben andere Player.
Diese Seeversicherungsmakler kümmern sich aber um die sogenannten Hauptverträge,
das heißt also Hull & Machinery, Loss of Fire, P&I und Co.
Da haben die schon ganz schön viel mit zu tun, weil es ist eben in aller Regel
ein sehr internationales Versicherungsgeschäft,
also die Versicherer, nicht nur in Deutschland sitzen. Wo also verschiedenste
Versicherer aus allen Teilen der Welt sich, jetzt bei der Hull & Machinery insbesondere.
Aufteilen, wer nimmt wie viel Prozent an einem zuversichernden Schiff.
Das ist also ein sogenanntes Beteiligungsgeschäft. Und das zu organisieren und
zu orchestrieren und auch die Abrechnungen und alles, das macht der Seeplatzmakler.
Damit haben diese Unternehmen gut zu tun.
Und damit eine Prämie nicht aus dem Ruder läuft, gibt es sogenannte Selbstbehalte.
Selbstbehalt ist, als wenn man in der Vollkasko 500.000, 2.000 Euro selber
bezahlt im Falle eines Schadens.
Und diese Selbstbehalter kann man auch versichern. Und das ist genau unser Thema.
Denn das ist ein Produkt, anders als die genannten Hauptverträge.
Was der Reeder nicht braucht, um sein Schiff in Fahrt zu halten.
Die Loss-of-Hire-Versicherung wird bei einem finanzierten Schiff,
die viele Schiffe sind finanziert, wird es von der Bank vorausgesetzt in aller
Regel, dass man eine Loss-of-Hire-Versicherung hat, damit man seine Raten weiter
bedienen kann, auch wenn das Schiff nicht weiterfahren kann.
Das ist ein wichtiger Punkt. Auch eine Hull & Machinery-Versicherung sollte
man in aller Regel haben.
Ansonsten kann es auch unangenehm werden.
Und unsere Versicherung, dass wir also sagen, wir nehmen den Selbstbehalt in
der Hull & Machinery-Versicherung oder den Selbstbehalt in der Loss-of-Hire
und reduzieren den für eine Prämie.
Feste Prämie, klare Auszahlung im Schadenfall.
Das ist eben etwas, das wird nicht benötigt, um das Schiff in Fahrt zu halten.
Insofern ist es etwas, was aktiv verkauft werden muss.
Und das ist der Grund, warum das sehr, sehr wenige Player am Markt machen.
Okay, schließt man das dann nur für eine Reise ab oder für ein ganzes Jahr oder wie funktioniert das?
Tatsächlich sind das Dreijahresverträge, die man aber jahresweise sowohl von Reeder- bzw.
Shipmanagerseite als auch von Versichererseite theoretisch kündigen kann,
wenn es komplett aus dem Ruder läuft.
Aber de facto sind es ganz klassische Drei-Jahres-Versicherungsverträge,
die also jetzt nicht irgendwie Reisegebunden sind oder sonstige Kurzfristverträge,
sondern es geht gerade darum,
Kostenspitzen klein zu halten, die Kosten über die Flotte zu nivellieren,
also hinzugehen und zu sagen, wenn ich jetzt, ich habe zehn Schiffe,
zwei haben einen großen Schaden, der komplett meinen Selbstbehalt ausschöpft.
Das kostet meine Shareholder Geld. Das ist ungünstig. Wir können hingehen und
sagen, wir planen ein festes Versicherungsbudget ein und können damit sagen,
wir haben quasi nur bis zu einer bestimmten Summe X, die wir selber festlegen,
überhaupt einen Aufwand, wenn wir einen Schaden haben.
Und ansonsten haben wir den durchlaufenden Posten einer Versicherung,
damit genau das nicht passiert, dass wir nicht 50, 100, 150 oder gar 200.000
Euro Selbstbehalt im Schadenfall haben.
Und wenn das jetzt schon Summen sind, die hochklingen, dann rechnen wir mal
das bei der Loss-of-Hire aus.
Wir können natürlich jetzt hingehen und sagen, wir nehmen so exorbitante Charterraten,
wie es jetzt bei den VLCCs noch vor der Hormus-Geschichte tatsächlich war,
wenn man mal 170.000 Euro, was ja viel ist, Tagescharterrate nimmt.
Klassischerweise haben wir 14 Tage Selbstbehalt in der Loss-of-Hire-Versicherung.
14 mal 170.000, 2,38 Millionen Euro. Das möchte ich als Shareholder nicht aus
der eigenen Tasche bezahlen müssen.
Und gleichzeitig können wir
hingehen und sagen, wir reduzieren diesen Selbstbehalt von 14 Tagen auf 2.
Und das ist eben etwas, was für die Betreiber von Schiffen, nenne ich sie jetzt
einfach mal, durchaus interessant ist.
Nämlich einfach zu sagen, okay, mich kostet ein Treffer in der Hull & Machinery,
also in der Seekaskoversicherung, nicht 50, 150 oder wie viel, 1000 Euro, sondern 10.
Dafür bezahle ich eine feste Prämie. Und mich kostet die Möglichkeit,
wenn mein Schiff durch einen, das ist wichtig, es muss ein Schaden am Schiff
sein, dass eben der Loss-of-Hire-Schaden eintritt. Das kann also nicht sein,
ich darf einfach nicht weiterfahren aus behördlichen Gründen.
Wir brauchen einen, jetzt wird es versicherungstechnisch, einen Sachsubstanzschaden,
sofern wir den haben, also einen Hüllenschaden oder einen Maschinenschaden.
Aber in aller Regel sind Maschinenschäden die Auslöser für einen LOH-Schaden, wenn sowas ist.
Entweder wir haben 14 Tage, die wir selber zahlen müssen oder wir haben alternativ
ein Produkt, das das absichert.
Und da gibt es vielleicht vier Versicherer, die das machen.
Und ja, das ist genau unser Thema auch.
Okay, ist das eigentlich ein Produkt, was speziell jetzt auch für Reeder gedacht
ist, die alte Schiffe haben?
Weil wenn ich mir vorstelle, ich habe ein altes Auto, ist ja sehr wahrscheinlich,
dass demnächst ein Schaden entsteht.
Oder ist das bei Schiffen ganz anders? Wir merken in unserer Kundschaft oder
bei den Interessierten, mit denen wir sprechen, jetzt keinen deutlichen Trend,
dass insbesondere Reedereien mit älteren Schiffen sich für unsere Cover interessieren.
Es ist auch so, dass wenn ein Schiff sogar noch Garantie hat,
eine Garantie heißt ja nur, dass bestimmte Dinge über die Werft abgesichert sind.
Crewverschulden, Crew Negligence ist im Zweifelsfall ausgeschlossen.
Und auch die Möglichkeit, einen, wie auch immer, berechtigten Schadenersatzanspruch
jetzt irgendwo in Fernost wirklich wirksam durchzusetzen, die sind durchaus begrenzt.
Wenn man auf der anderen Seite dann hingeht und sagt, wir sichern das Risiko
ab, wir nehmen einen europäischen Versicherer,
wir nehmen die Möglichkeit, hier in Deutschland Sachen direkt abzuwickeln,
ist das aus meiner Sicht die sinnvollere Variante, als sich allein darauf zu
verlassen, bei einem Neubau, der irgendwo aus Fernost kommt,
da wird schon mich die Werftgarantie schützen im Fall des Falles.
Es gibt genug Fälle des Falles, wo es eben dann doch nicht geschützt ist.
Und auch ein älteres Schiff, es kommt darauf an, wo es gebaut ist.
Und wenn es Klasse hat, ist es im Zweifelsfall fahrtüchtig.
Sollte es sein, wenn man bei der Klasse ausgepasst hat. Und...
Wir haben auch Schiffe bei uns in Versicherungsschutz, die 30 Jahre und älter
sind. Es kommt auf den Zustand des Schiffes an.
Es kommt darauf an, wie die Schadenquote natürlich ist.
Wir gucken im Rahmen des Underwritings selbstverständlich, wie sind die Schäden,
die innerhalb der Franchise oder oberhalb der Franchise stattfinden.
Das heißt also, was ist für uns relevantes Schadenaufkommen?
Und das ist für uns einfach wichtig, weil wir stehen als Versicherungsmakler
zwischen dem Reeder- und Shipmanager und der Versicherungsgesellschaft.
Und wir müssen da einen gewissen Interessensausgleich herstellen.
Im einen Jahr verdient der eine Geld an dem Produkt, in dem anderen Jahr verdient
der andere Geld. Und es muss beiden Seiten irgendwo Freude machen,
wenn man 20% Schadenquote hat, dann wird der Reeder schnell das Produkt kündigen,
weil er sagt, das bringt mir ja nichts.
Auf der anderen Seite, wenn man 200% Schadenquote hat, wird irgendwann der Versicherer
kündigen und sagen, hey, der zieht mich hier aus.
Und da für beide Seiten etwas hinzubekommen, was halt einfach funktioniert,
dass das Prämienniveau stimmt, dass die Schadenfrequenz, dass das einfach alles
insgesamt zusammenpasst.
Das ist aber einfach unsere Aufgabe und gerade auch das macht das Produkt so
interessant, weil es dauerhaft immer wieder neue Verkäufe benötigt,
weil ansonsten natürlich irgendwann die Schadenquote steigt.
Jeden Tag wird jedes Schiff in der Flotte einen Tag älter, jedes Jahr ein Jahr älter.
Und so steigt natürlich im Lauf der Zeit und auch über die Versicherungsdauer
hinweg, je länger etwas versichert ist, desto höher ist die Chance,
dass ein Schaden passiert.
Und insofern muss das Buch, die Zahl der versicherten Schiffe,
immer, immer, immer größer werden, damit die Schadenquote nicht explodiert.
Und das ist die Herausforderung bei einem Produkt, das Reeder oder Shipmanager
nicht zwingend brauchen, anders als andere der am Anfang genannten Versicherungen,
dieses Produkt zu verkaufen. weil es eben nicht,
was zwingend nötig ist, aber doch sehr sinnvoll. Und wenn ich von dieser Sinnhaftigkeit
nicht überzeugt, würde ich das nicht machen.
Ja, also ein spannender Einblick in dieses Nischenprodukt auf jeden Fall.
Jetzt nochmal so eine Nachfrage. Was ist denn in der täglichen Arbeit mit Reedern
und Shipmanagern, du hattest es ja gerade schon erwähnt, was ist denn da so besonders wichtig?
Aus meiner Warte ist es insbesondere das Thema Verbindlichkeit.
Das heißt, dass das, was wir sagen, auch das ist, was am anderen Ende ankommt.
Dass also ein gegebenes Wort immer gehalten wird, dass Erwartungen erfüllt oder
übererfüllt werden, dass es sich von beiden Seiten lohnt, ein Geschäft zu machen.
Nur so funktionieren Geschäfte langfristig.
Also wir haben die Erfahrung einfach gemacht, dass es manchmal eine gewisse
Zeit dauert, bis man miteinander warm wird, dass erstmal Angebote angefragt
werden, dann liegen die mal ein paar Monate, dann kommt man irgendwann doch
wieder aufeinander zu, dann kommen Menschen und sagen, hey hier,
wir haben das auch schon gemacht, das ist ganz schön gut mit denen,
macht Spaß, komm, mach du das auch.
Und dieses maritime Miteinander, das funktioniert aus meiner Erfahrung ziemlich
gut und es ist einfach eine schöne Art und Weise miteinander umzugehen.
Es ist wichtig, Verbindlichkeit, Verbindlichkeit erzeugt Vertrauen.
Es gibt, ich glaube es ist Kommunikationswissenschaftler Niklas Luhmann,
der sagt, Vertrauen ist die Reduktion von Komplexität.
Und genau das ist unsere Aufgabe. Es gibt auch ein Buch, das so heißt,
das war eines der wenigen Bücher in meinem Leben, die ich irgendwann aufgehört
habe zu lesen, weil es für mich, ehrlich gesagt, sehr schwierig zu lesen war,
weil es sehr
Sehr.
Fachsprachlich geschrieben war. Für Menschen, die Spaß daran haben.
Und ich habe wenige Bücher aufgehört zu lesen in meinem Leben,
meistens wirklich bis zum Ende, aber das nicht.
Trotzdem fand ich diesen Satz schön. Der Titel war schön, der Inhalt hat mir
nicht gefallen. Viel Spaß am Rande.
Und tatsächlich sagt das Motto des Institute of Chartered Shipbrokers,
es heißt Our Word, Our Bond.
Und dieser Begriff ist für mich Grundlage unserer Berufsethik.
Das sieht mein Freund und Geschäftspater Andreas Böhme ganz genauso.
Wenn wir etwas zusagen, müssen wir das auch halten. Ansonsten brauchen wir das Wort nicht zu geben.
Und das sehen zum Glück eine nicht geringe Zahl der Menschen in der Schifffahrt heute nach wie vor so.
Und das sind die Menschen, mit denen es Spaß macht, zu arbeiten.
Sebastian, du hast das Wort eben schon fallen lassen. Institute of Chartered Shipbrokers.
Und du beschäftigst dich intensiv mit diesem Thema. Was genau ist denn das für eine Institution?
Das Institute of Chartered Shipbrokers ist nach meinem Verständnis eine Organisation,
die sich dem Thema Weiterbildung und Netzwerk international verschrieben hat.
Dass man eine international anerkannte Fachausbildung im Bereich der Schifffahrt,
Menschen von England bis in die USA, von Afrika bis China, von Sri Lanka bis
nach Novgorod, wo auch immer,
den Menschen zur Verfügung stellt, ein Netzwerk daraus aufbaut,
das die Menschen zusammenbringt, die alle gesagt haben,
egal was ich vorher schon gelernt habe, ich bin bereit, ein einheitliches Wissen
nach genormten Standards, den nach dem britischen Institut zu erstellen,
dass ich selber mich diesen Prüfungen unterwerfe und danach den Antrag stelle,
Mitglied, also Member of the Institute of Chartered Shipbrokers zu werden und
nach einer gewissen Zeit und einer entsprechenden Karriereentwicklung vorausgesetzt,
vielleicht auch irgendwann in den Fellow-Status zu kommen.
Das ist für mich super spannend, denn ich selber komme ja nicht aus der Schifffahrt.
Ich habe auch keinen Schifffahrtskaufmann.
Ich habe einen Versicherungskaufmann gemacht und habe einen Versicherungsfachwirt
obendrauf gesetzt. Das heißt, Versicherung wird mir grundsätzlich keiner absprechen, dass ich das kann.
Aber Seeversicherung, die waren da kein Thema.
Die gibt es aber als den Baustein Marine Insurance beim Institute of Chartered
Shipbrokers als einen der Lernbausteine. Und natürlich werde ich den machen.
Und auch wenn es ein reines Produkt gibt, das einfach nur sagt,
lerne Marine Insurance.
Habe ich für mich gesagt, nein, ich mache das komplette Thema,
ich mache sieben Prüfungen im Bereich verschiedenster Schifffahrtsthemen mit einem Zeitraum,
man hat maximal fünf Jahre Zeit, ich plane die Hälfte dafür zu brauchen und
einfach die komplette Schifffahrtsthematik mit vier festen Bausteinen und dreien,
die ich mir aussuchen durfte, zu sagen,
da lege ich Prüfungen auch nach britischem System ab, das durchaus anders ist
als das deutsche, wo man auch erst mal verstehen muss, wie werden diese Prüfungen
eigentlich geschrieben, wofür gibt es Punkte, wofür nicht.
Aber die Community, die man dafür bekommt, die sehe ich alleine schon auf LinkedIn,
weil immer, wenn ich irgendwo das Kürzel M-I-C-S oder F-I-C-S sehe, weiß ich direkt, okay,
das ist eine Person, die hat das schon hinter sich und dadurch haben wir in
jedem Fall ein Thema, worüber man miteinander sprechen kann und das finde ich
super spannend und unterstützenswert.
Kannst du vielleicht einmal ein Beispiel von diesen Themen, die du dir da selber
ausgesucht hast, geben?
Ich kann dir sogar alle drei geben, das ist nicht ganz so schwierig.
Das eine ist Marine Insurance, das nächste ist Shipping Finance und das dritte
ist Ship Operations and Management oder Ship Management and Operations. Irgendwie so rum.
Und das letzte ist am wenigsten naheliegend, aber für mich war es einfach das
Spannendste, weil ich einfach wissen möchte, was passiert da eigentlich ganz
genau. Und die anderen beiden Themen, die lagen für mich als Fachwirt für Versicherung
und Finanzen irgendwo nah.
Und dann gibt es halt noch vier obligatorische Themen,
die müssen alle machen und die heißen dann eben beispielsweise Legal Principles
of Shipping oder Shipping Business und das ist so die Richtung und jeder dieser
Fachbereiche hat unterschiedliche Anforderungen und endet jeweils mit einer
dreistündigen Prüfung und ich habe jetzt schon Handschmerzen,
wenn ich an drei Stunden schreiben denke.
Das Ganze funktioniert online und dann macht man die Prüfung in Präsenz in London
oder wie geht das? Die Anmeldung funktioniert online.
Also man kann sich als Studentin, Student einschreiben und dann für Prüfungen anmelden.
Die Prüfungen werden aber in Präsenz in den Exam Centers geschrieben und eins
davon ist hier in Hamburg in der Schule am Berliner Tor.
Und dort werden dann entsprechend von den Angemeldeten die zentral bestellten
Prüfungen geschrieben unter Aufsicht und dann bekommt man eine Zeit lang später digital die Info,
bestanden oder nicht bestanden und wer sehr erfolgreich besteht,
hat dann auch eben die Möglichkeit noch zusätzlich dafür ausgezeichnet zu werden.
Da kenne ich auch die ein oder andere Person aus dem Kreise,
die da tatsächlich auch schon sehr gute Ergebnisse erzielt hat.
Also ich persönlich bin jetzt nicht so, die Mentalität ein gutes Pferd springt
nicht höher als es muss, aber auf der anderen Seite, ich habe bisher nur Prüfungen
nach deutschem Ansatz geschrieben.
Das wird erstmal interessant, wie das insgesamt ist, aber ich stelle mich der Herausforderung.
Da wünsche ich dir ganz viel Erfolg. Dankeschön.
Da bin ich ja richtig gespannt.
Das ist ja eine sehr, sehr spannende Ausbildung. Trifft man denn auch die anderen
Studenten oder ist das dann eher so online? Ich würde ja jetzt britisch antworten
und sagen, well, it depends.
Es kommt darauf an, welchen Lernzugang wir wählen. Das ist das Schöne.
Wir haben unterschiedliche Möglichkeiten, diese Ausbildung zu machen und den
Weg zur Prüfung zu gehen. Und die klassischste, das ist auch die,
für die ich mich selber entschieden habe, ist das Selbststudium.
Das heißt, es gibt zu jedem Thema ein Lehrbuch, das wird erarbeitet.
Tatsächlich sind die Prüfungen aber eher eine Transferleistung,
also ein reines Abfragen von Wissens.
Also nicht so, wie wir das aus Deutschland kennenlernen, das Buch auswendig
und du bestehst die Prüfung. Das wäre zu schön und zu einfach.
Und wir haben dann noch die Möglichkeit, ein Tutor-Ship zu haben.
Und es gibt nach meinem Kenntnisstand auch die Möglichkeit wirklich eines fachlichen
Kurses, der einen darauf vorbereitet.
Und diese verschiedenen Möglichkeiten haben alle Studierenden.
Die kosten unterschiedlich viel Geld.
Selfststudy ist auch die günstigste, weil du bezahlst die Lehrbücher und die
Prüfung und die Studierendengebühr und das war's.
Und gleichzeitig ist es trotzdem jetzt nichts, was man geschenkt bekommt.
Auch das kostet durchaus Geld, aber gleichzeitig gibt es dafür dann eben auch
eine fundierte Ausbildung,
die international anerkannt ist und die tatsächlich, das würde ich zumindest
herausfinden, wenn es denn dann soweit ist, auch nach britischem Recht durchaus
die Möglichkeit beinhaltet,
über den Sonderzugangsweg der Bewerbung auch einen britischen Hochschulabschluss noch zu machen.
Also das finde ich persönlich ganz spannend, denn ich habe mein Jura nicht zu Ende studiert.
Und insofern hadere ich immer noch damit, dass ich doch gerne einen Hochschulabschluss
hätte. Vielleicht wird es irgendwann ein Britischer, man weiß es nicht.
Ja, oh Mann, das wird ja doch spannend. Dann kommst du aber wieder, ne? Auf jeden Fall.
Ja, spannend. Also trotzdem nochmal die Frage, kennst du andere Studenten,
die zeitgleich mit dir studieren?
Durch Zufall ja. Dadurch, dass ich das Thema immer mal wieder anspreche und
dadurch, dass ich, wenn ich auf Menschen treffe, die auf die Namensnennung positiv
reagieren, frage ich natürlich, wie ist da so dein Stand?
Also ich kenne tatsächlich zumindest eine andere, die auch im November die nächsten
Prüfungen schreibt, wo ich mich anmelden werde.
Und ansonsten kenne ich nur welche, die abgeschlossen haben.
Aber das wird sich mit Sicherheit im Laufe der Zeit Stück für Stück ergeben.
Der grundsätzliche Vorteil ist aber eben das Netzwerk derjenigen,
die die Ausbildung bereits beendet haben, weil man die zum einen an den Namenskürzeln
auf LinkedIn erkennt oder eben auf Veranstaltungen trifft.
Und das persönlich finde ich einfach sehr spannend, dass gerade über LinkedIn
man die Möglichkeit hat,
in den unterschiedlichsten Ländern Verbindungen zu knüpfen, die Menschen dann
irgendwann mal auf Veranstaltungen, auf Kongressen und wo auch immer zu treffen
und direkt eine Verbundenheit zu haben.
Und das finde ich einfach toll, auch jetzt schon mit Menschen vernetzt zu sein,
die ich noch nicht persönlich kenne, die ich mit Sicherheit aber irgendwann
treffen werde, auf der SMM zum Beispiel.
Und dafür finde ich einfach die Kombination von LinkedIn und von internationalem
Netzwerk einfach richtig toll und es passt für mich super zur Schifffahrt.
Das ist ja jetzt eine wirklich ganz fundierte internationale Ausbildung,
die du da machst, so eine Fachausbildung.
Warum ist das gerade in der Schifffahrt so wichtig? Bei der Frage bin ich mir
tatsächlich unsicher, ob ich dafür der Richtige bin, um die Antwort drauf zu geben.
Wir haben den Schifffahrtskaufmann bzw. die Schifffahrtskauffrau in Deutschland
als eine sehr anerkannte und wirklich sehr gute Ausbildung.
Tatsächlich kann man sich dafür nämlich auch mehrere der Prüfungen anrechnen
lassen beim ICS, also beim Institute of Chartered Shipbrokers.
Ob ein Schifffahrtskaufmann mehr oder weniger lernt, als wenn man die PQE,
also die Professional Qualifying Examinations beim Institute of Chartered Shipbrokers
macht, kann ich nicht beurteilen, weil ich selber nicht Schifffahrtskaufmann bin.
Wenn ich das nächste Mal mit jemandem spreche, der beides gemacht hat,
kann ich die Frage gerne stellen und dir berichten.
Ich gehe davon aus, dass die Internationalität der Ausrichtungen bei den PQE
stärker ist und dass der Themenspread noch ein bisschen weiter ist.
Insbesondere die Vertiefung zum Thema Marine Insurance, die ich für mich gewählt
habe, wird in der Tiefe beim Schifffahrtskaufmann nicht dabei sein.
Das ist schon ein ganz ansehnliches Buch, was man dafür können kann.
Können sollte. Aber trotzdem kann ich das nur aus Hörensagen und Vermutungen
beantworten und insofern möchte ich es bei dieser Aussage bewenden lassen,
bevor ich mich dann nachher noch in irgendwas verstricke, wo ich nicht wieder rauskomme.
Ja, danke. Also nochmal viel Erfolg bei deiner Ausbildung. Was würdest du jemandem
über die Branche sagen, der mit der Schifffahrt bisher ganz wenig Berührung hatte?
Mein Tipp eindeutig, geh zu Veranstaltungen, lerne Menschen kennen, sprich mit anderen.
Vernetze dich, sorge dafür, dass du Einlass findest in die Kreise,
in denen die Menschen miteinander zu tun haben.
Es läuft alles irgendwo über Verbindungen. Es läuft alles darüber,
wer sich wo kennt, wer sich wo mag.
Und das wirkt von außen manchmal wie ein Closed Shop, ist es an der einen oder
anderen Stelle sicher auch.
Trotzdem erfordert gerade das eben, sichtbar zu sein, mitzumachen,
teilzuhaben, sich ehrenamtlich zu engagieren und einfach nicht scheu zu sein,
sondern in den Dialog zu gehen,
Fragen zu stellen, von anderen Menschen lernen zu wollen,
sich Mentoren zu suchen.
Das ist aus meiner Sicht etwas, was unglaublich wichtig ist.
Und ein offener Geist und ein Lernwille sollte immer dabei sein,
weil die Schifffahrt so viel Gestalt ist und sich täglich Dinge verändern,
so dass niemand wirklich sagen kann ich persönlich stoße mich auch immer am Wort Experte,
weil Experte irgendwie, es erinnert mich immer an Spongebob Schwammkopf ich
weiß nicht, ob du den kennst, da gab es so eine Folge,
da hat er immer den kleinen Finger hochgehoben und wer den kleinen Finger möglichst
hochhält ist der größere Experte es hieß dann, ist der Finger oben,
wird man Dich loben und das verbinde ich mit dem Wort Experte deshalb, es.
Kann aus meiner Sicht in der Schifffahrt kaum jemanden geben,
der wirklich sich als Schifffahrtsexperte über den Gesamtkosmos bezeichnen kann
und das auch wirklich dann ist.
Denn für die einzelnen Bereiche, und
da sind wir wieder beim Thema Spezialisierung, gibt es die ganz sicher.
Es gibt Versicherungsexperten, es gibt Experten im Bereich Chartering,
es gibt für ganz, ganz, ganz, ganz viele. Aber keiner von denen ist in der Lage,
aufgrund der Komplexität dieses Systems, wirklich alle Bereiche in sehr guter
Manier zu durchdringen.
Es ist nicht möglich, dafür ist die Schifffahrt zu groß.
Und das finde ich persönlich spannend und das bietet eben auch eine Möglichkeit,
von Menschen zu lernen und von
unterschiedlichen Menschen ganz unterschiedliche Perspektiven zu sehen.
Und alle haben recht, weil es gibt nicht die eine Wahrheit. Und das war für
mich auch das größte Learning aus dem Jurastudium.
Es gibt nicht nur eine Wahrheit, sondern es kann ganz, ganz viele geben und
wenn sie gut begründbar ist, dann kann sie richtig sein, auch wenn es noch fünf andere gibt.
Ich glaube, da hast du mir jetzt schon fast die Antwort für die nächste Frage vorweggenommen.
Meine nächste Frage wäre nämlich, was begeistert dich bis heute an deinem Weg in der maritimen Welt?
Die Antwort könnte jetzt dem einen oder anderen bekannt vorkommen,
denn es sind, und das wird es auch mal so sein, die Menschen.
Es ist das Miteinander, es ist das Zusammen mehr erreichen, es sind die Verbindungen,
die über den Reeder- und Makler Club entstehen, es sind Verbindungen,
die über LinkedIn entstehen, über persönliche Kontakte, über Veranstaltungen.
Das Ganze sich miteinander verbinden und einfach schauen, mit wem kann man,
mit wem möchte man was machen Und wo gibt es die Möglichkeit,
sich gegenseitig zu unterstützen, um einfach insgesamt davon mehr zu erreichen?
Und dieses sich gegenseitig unterstützen, das ist für mich einfach etwas,
was in der Branche super gelebt wird. Es gibt nicht den extremen Kampf,
den ich aus der Versicherungsbranche kenne, wo es immer um höher,
schneller, weiter geht.
Klar ist es alles auch irgendwo erfolggetrieben.
Es ist Handel, wir wollen Geld verdienen. Aber trotzdem erlebe ich mit den unterschiedlichsten
Menschen eine Offenheit dafür zu erzählen, was wir jeweils tun und auch anderen
Menschen zu helfen, auch wenn wir nicht sofort einen monetären Benefit daraus ziehen,
sondern einfach auch hilfsbereit zu sein.
Und das finde ich persönlich toll und auch so gehe ich gerne durchs Leben.
Sebastian, das war ein wunderbares Podcastgespräch.
Vielen, vielen Dank für deine vielen Antworten und den tollen Einblick in die
Versicherungsbranche, speziell diese Nische in der Maritimen Welt.
Ich wünsche dir ganz viel Erfolg auf deinem weiteren Weg und freue mich,
wenn du irgendwann mal wieder vorbeischaust. Herzlichen Dank, dir Britta.
Gut, dann wünsche ich dir jetzt einen superschönen Tag und sage Tschüss.
Tschüss und bis zum nächsten Mal.
Mein Gast in dieser Podcast-Folge ist Sebastian Heithoff gewesen von der HB Marine Insurance.
Ich hoffe, es hat dir viel Spaß gemacht. Vielen, vielen Dank,
dass du bis hierher zugehört hast.
Ich wünsche Dir jetzt einen superschönen Tag und sage bis nächstes Mal. Tschüss!