Brittas Hafen Podcast

Britta Mueller

Kurs Afrika in der Hafenpraxis

Dr. med. Clara C. Schlaich und Dr. med. Eike Beyer

11.07.2026 33 min

Zusammenfassung & Show Notes

Dr. Clara Schlaich und Dr. Eike Beyer leiten gemeinsam die außergewöhnliche Hafenpraxis in der Hamburger HafenCity. Hier werden Seeleute aus aller Welt und ganz normale Hausarztpatienten Tür an Tür versorgt.
In dieser Folge von Brittas Hafen-Podcast tauchen wir tief ein in ein faszinierendes, medizinisches Spektrum, die Schifffahrtsmedizin. Die beiden Fachärzte für Arbeits- und Innere Medizin berichten von den Bedingungen und Tauglichkeitsprüfungen für Lotsen / Lotsinnen, Taucher / Taucherinnen, Festmacher / Festmacherinnen  und Offshore-Mitarbeitenden. 

Doch das ist längst nicht alles: 
Dr. Clara Schlaich ist Honorarkonsulin von Malawi. Gemeinsam mit Dr. Eike Beyer hat sie eine ganz besondere Expertise und ein starkes Netzwerk mit dem Fokus Afrika. Diese Praxis berät in Sachen "Health & Safety" kleine und mittelständische Unternehmen, die den Schritt auf den afrikanischen Kontinent wagen. 

Eine Episode über echte Persönlichkeiten, maritime Karrierechancen für Quereinsteiger und medizinische Pionierarbeit zwischen Elbe und Äquator!

Von Hausarzt bis Arbeitsmedizin - Ihre Hafenpraxis Hamburg
Deine Maritime Chance in der Hafenpraxis: Stellenangebote - Hafenpraxis Hamburg



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Transkript

Dr. Clara Schlaich
00:00:00
Das ist eigentlich auch erstmal eine Arbeitsmedizin halt nochmal mit einem besonderen Fokus, nämlich der internationalen Tätigkeit, die wir beide gerne betreiben und der Fokus Afrika. Da haben wir halt eine besondere, ich fand eine besondere Expertise und auch ein Netzwerk von Leuten. Das heißt Firmen, die vielleicht sich auch ihre Marktchancen in Afrika nutzen wollen, dorthin gehen wollen, Produktionsstätten aufbauen wollen, Firmen und sich fragen, wie ist das gesundheitlich, wie ist es sicherheitstechnisch, wie mache ich das vor Ort, die beraten wir sachkundig in einem Netzwerk.
Britta
00:00:34
Fokus Afrika, Health and Safety International, Marktchancen in Afrika nutzen. Wir geben Ihnen Sicherheit. Das war die Überschrift und ich bin total gespannt, was ich heute über dieses Thema erfahre. Und hallo, herzlich willkommen zur neuen Folge in Britas Hafen-Podcast. Dein Podcast über ungewöhnliche Berufe mit echten Persönlichkeiten und maritimen Chancen. Wie schön, dass du heute dabei bist. Ich bin Britta. Ich bin heute in der Hafenpraxis von Dr. Clara Schleich und Dr. Eike Bayer in der Shanghai Allee in der HafenCity. Eine Praxis, die Seeleute und ganz normale Hausarztpatienten in einer Praxis versorgt. Hier geht es um Arbeitsmedizin, Schifffahrtsmedizin und eben die Themen einer ganz normalen Hausarztpraxis. In der letzten Folge sprachen wir über die Besonderheiten dieser Praxis, aber vor allem ging es um die beiden Ärzte. Hier ein paar Stichworte. Dr. Clara Schleich hat mit einem Stipendium an der US-Spitzenuniversität Johns Hopkins studiert und war solchen Referentin in Hamburg. Dr. Eike Bayer hat in verschiedenen deutschen Städten, aber auch in Paris studiert, spricht mehrere Sprachen, war jahrelang als Schiffsarzt auf den Weltmeeren unterwegs und dabei für die Gesundheit von tausenden von Gästen und Crewmitgliedern zuständig. Zusammen leiten die beiden die Hafenpraxis. Und wer die erste Folge verpasst hat, sollte unbedingt reinhören. In dieser Folge beschäftigen wir uns heute mit den Details zur Untersuchung für verschiedene maritime Berufe, zum Beispiel für Lotsen, Taucher, Offshore-Mitarbeitende. Frau Dr. Clara Schleich ist außer ihrer Tätigkeit als Medizinerin auch Honorarkonsulin von Malawi. Malawi ist ein Land in Südostafrika. Dort hat Frau Dr. Schleich gearbeitet. Das ist ein sehr außergewöhnlicher Ort für einen Arbeitsplatz. Daher mein Interesse. Und es gibt einen weiteren neuen Schwerpunkt in der Hafenpraxis, Beratung für Firmen, die in Afrika arbeiten möchten oder die Mitarbeiter nach Afrika schicken möchten. Dabei geht es natürlich um Health and Safety, also Gesundheit und Sicherheit. Und im Fokus stehen hier insbesondere kleine und mittlere Unternehmen. Ein ganz besonderes Highlight in dieser Hafenpraxis, es gibt gleich mehrere maritime Chancen. Eine Azubi-Stelle und mehrere Stellen für Mitarbeitende, die Lust haben, in dieser außergewöhnlichen Hafenpraxis zu arbeiten. Unterstützt wird dieser Podcast von der Fairplay Towage Group. Vielen Dank dafür. Strong Connection. Los geht's. Mir gegenüber sitzen mit Frau Dr. Clara Schlaich und Dr. Eike Beyer. Und wir haben uns vor dem Gespräch darauf geeinigt, dass wir du sagen. Hallo Clara.
Dr. Clara Schlaich
00:03:35
Hallo Britta.
Britta
00:03:36
Hallo Eike.
Dr. Eike Beyer
00:03:36
Hallo Britta.
Britta
00:03:37
Im Vorspann habe ich euch und eure Hafenpraxis schon vorgestellt. Das ist ja wirklich eine Praxis, die was ganz Besonderes hat. Seeleute, die hier Termine brauchen, aber auch die ganzen Hausarzt, Patientinnen und Patienten von nebenan. Wie funktioniert das denn jetzt mit der Terminvergabe? Oder arbeitet ihr hier 24 mal 7?
Dr. Eike Beyer
00:03:57
Jein. Also wir sitzen natürlich nicht 24 Stunden, sieben Tage die Woche in der Praxis, Frau Dr. Schlaich und ich. Dazu sind wir auch nur Menschen und auch wir haben mal unser freies Wochenende und wir fahren weg. Wir haben aber für bestimmte Betriebe und gerade für die Hafenbetriebe haben wir beide eine Notfallnummer, über die man uns erreichen kann. Denn oft ist es so, dass zum Beispiel wir mit den Hafenagenten dann absprechen, wie können wir am besten weitermachen. Soll der zum Beispiel zu uns oder ist das was, was direkt zum Spezialisten soll? Oder wenn es dann um eine Seedienst-Tauglichkeit geht, dass wir dann auch mal am Wochenende reinkommen oder vielleicht auch mal abends eine Spätsprechstunde machen und dann für die Seeleute die entsprechenden Untersuchungen vorhalten.
Britta
00:04:38
In diese Praxis kommen jetzt Hausarztpatientinnen und Patienten und Seeleute. Das stelle ich mir sehr kompliziert vor mit der Terminvergabe. Gerade wenn es um die Termine für die Seeleute geht. Gibt es da spezielle Terminfenster?
Dr. Eike Beyer
00:04:55
Frau Schlaich und, dadurch, dass wir beide Fachärzte für Arbeitsmedizin, Fachärzte für innere Medizin sind, sind wir in beiden Bereichen tätig. Das heißt, Frau Schlaich und ich kann uns da wirklich wunderbar ergänzen. Und wir haben da also von den Anmeldetresen, haben Sie ja vielleicht gesehen, ist es bei uns aufgeteilt, dass wir einen arbeitsmedizinischen Bereich haben und einen Bereich für innere Medizin. Wir haben ja auch zwei Weiterbildungsassistenten, die uns da unterstützen. Aber Frau Schlaich und ich sind sozusagen in beiden Bereichen zu Hause, bespielen beide Seiten und können entsprechend auch dann die Seeleute kurzfristig auch mit unterbringen.
Dr. Clara Schlaich
00:05:27
Aber man muss sich das ja so vorstellen, das ist ja nicht wie ein Autounfall, wo man sofort ausrücken muss, sondern das sind ja, wie du schon sagtest, wird ja zum Teil Tage vorher angekündigt vom Agenten, wenn die vielleicht noch in der Deutschen Bucht sind oder so und dann hat man ja doch relativ lange Zeit zum Planen, da gibt es natürlich auch viele Verschiebungen. Und es ist einfach unser Prinzip. Die Seeleute, das wissen unsere Mitarbeiter, wenn es da eine Anfrage gibt, die werden immer dazwischen geschoben. Und letztendlich muss man sagen, so groß ist die Masse auch gar nicht. Also wir haben viel mehr an Masse, an Tauglichkeitsuntersuchungen, die wirklich geplant sind. Aber kranke Seeleute, das sind vielleicht vier, fünf in der Woche. Also das ist für eine große Praxis gar nichts. Nur als offene Sprechstunde, weil Seeleute sind ja per se erstmal eine gesunde Gruppe. Healthy Workers. Unfälle, jetzt haben wir mal chirurgische Unfälle, gehen direkt ins Krankenhaus. Das machen wir nicht. Sondern wir machen wirklich das Hausärztliche und Koordination, würde ich sagen. Also wenn unklar ist, welcher Facharzt muss aufgesucht werden, Dann gucken wir uns das erst mal an und dann nutzen wir unser Netzwerk und helfen einfach, dass die dann die richtige Hilfe kriegen in dem Netzwerk. Aber von daher ist das gut zu bewältigen. Wir machen das unheimlich gern. Wir freuen uns eigentlich über jeden Seemann, wie der Seefrau, die kommt. Das ist schon interessant. Unsere Assistenzärzte wissen auch, dass das irgendwie wichtig ist. Die werden da ganz früh eingewiesen, dass sie das auch verstehen und was es da geht, eben halt immer die Arbeitswelt mit im Blick zu haben, immer sofort und unmittelbar. Ja, wir haben ein gutes Netzwerk, muss man sagen. Der Hafenärztliche Dienst, der staatliche Hafenärztliche Dienst, für den ich ja mal tätig war. Dann natürlich die Reedereien, die Agenten bis hin zur Seemannsmission. Das hat man sonst eigentlich nicht, dass man noch so eine Art Sozialarbeiter an der Seite hat, die man ansprechen kann. Das ist schön, ja.
Dr. Eike Beyer
00:07:21
Und was tatsächlich ganz, ganz toll ist, ist, dass die Seeleute sehr, sehr dankbar sind. Dass sie das eben nicht als Selbstverständlichkeit sehen, dass sie hier jetzt Hilfe kriegen, sondern dass man da wirklich ganz unmittelbar die Dankbarkeit kriegt, dass man sich um sie kümmert. Das ist ganz, ganz toll. Also wenn man da wirklich dann ein Thank-You-Doc zu hören kriegt, dann weiß man, das kommt von Herzen und das ist toll.
Britta
00:07:45
Ich durfte ja eben im Wartezimmer zehn Minuten warten und hatte das große Glück, neben vier wunderbaren Frauen zu sitzen, alles Seeleute, die demnächst auf drei verschiedenen AIDA-Schiffen unterwegs sind. Das ist schon was ganz Besonderes hier im Wartezimmer.
Dr. Clara Schlaich
00:08:00
Davon eine Schlangenakrobatin. Ach so, eine, die Schlangenakrobatin ist.
Dr. Eike Beyer
00:08:06
Es ist tatsächlich auch diese Atmosphäre schon allein. Ich kann das selber noch sagen, als ich hier in die Praxis kam zu meinen Untersuchungen. Man hat auch immer jemanden getroffen, den man kannte und ach Mensch, wir sind doch vor zwei Jahren zusammengefahren, weißt du noch, wo gehst du jetzt hin? Es ist für viele auch so etwas Persönliches, hierher zu kommen, dann die Untersuchung hier machen zu können.
Dr. Clara Schlaich
00:08:28
Genau, weil Dr. Bayer hat die Praxis kennengelernt, selber als Seemann, der hier zur Tauglichkeitsuntersuchung kam, ganz häufig als Schiffsarzt.
Dr. Eike Beyer
00:08:36
Dann habe ich irgendwann die Seiten gewechselt, genau.
Britta
00:08:38
Branchen-Schwerpunkte, habe ich gelesen, sind die Seeschifffahrt, Kulturbetriebe, Gesundheitswesen, Zertifikate für Taucher und Druckluft, Offshore-Tauglichkeit. Das sind ja schon sehr unterschiedliche Dinge, ob man in der Gastronomie arbeitet oder als Taucher. Das ist ja ein riesiges Spektrum, würde ich mal sagen, so aus meiner Sicht. Seht ihr das auch so?
Dr. Eike Beyer
00:09:00
Sehr abwechslungsreiches Spektrum. Es ist ein riesiges Spektrum, da hast du völlig recht. Aber jedes hat seine Daseinsberechtigung. Und ich glaube, wir können auch alle Bereiche mit Leben erfüllen. Denn wir haben mit allen Bereichen wirklich unsere Verbindung. Und das ist das Schöne bei der ganzen Sache, dass man auch weiß, wie arbeiten die Leute da in diesen Bereichen. Klar, die Schifffahrtsmedizin ist natürlich was Besonderes. Das heißt aber nicht, dass wir sagen, naja, wir machen die Kulturbetriebe, weil wir halt Kulturbetriebe machen müssen. Auch die haben absolut ihre Daseinsberechtigung, machen tolle Sachen und verdienen sozusagen, sagen, dass man sie entsprechend unterstützt, berät und dann auch die Untersuchung durchführt.
Dr. Clara Schlaich
00:09:36
Also das hat sich zufällig ergeben. Unser wirklicher Schwerpunkt ist die Schifffahrt. Wenn ein Schifffahrtsunternehmen anfragt, dass Arbeitsmedizinisch betreut werden will, dann werden wir da immer sehr genau hinsehen, dass wir auch dafür Kapazitäten schaffen. Und die Kultur, das hat sich mal ergeben, zufällig, die Philharmonie oder ein Theater.
Dr. Eike Beyer
00:09:56
Das ist das Notfalltelefon.
Britta
00:09:57
Ach, das ist das Notfalltelefon. Das ist jetzt das Labor. Ja, geh mal dran, das ist wahrscheinlich das Labor. Das hat sich zufällig ergeben und wir betreuen ja ein Krankenhaus. Betriegsärztlich macht eine unserer angestellten Ärztinnen. Das ist auch sehr interessant und ist natürlich auch gut, so einen Fuß in den Krankenhaus zu haben. Wie viele Mitarbeitende hat denn diese Praxis eigentlich?
Dr. Clara Schlaich
00:10:23
Wir haben, jetzt muss ich sagen, wir sind ein bisschen ein atmendes System. Also wir sind so fünf bis sechs Ärzte, die noch hier mitarbeiten, zum Teil Teilzeit. Die junge Ärztin, die gerade rausgegangen ist, ist eine Ärztin, die eine Schauspielausbildung macht und auch noch in Teilzeit für uns tätig ist und so weiter. Das ist schön, ja. Das ist natürlich der Vorteil von Hamburg, dass man doch ganz gut Leute finden kann. Tauchen Druckluft, das ist mein Mann, mit dem ich die Praxis gegründet habe. Der ist Taucherarzt und Druckluftarzt. Und aber auch, kommt auch, also wir haben uns kennengelernt in der Schifffahrtsmedizin, das ist ja eine zweite Ehe, aber das ist sozusagen der Schwerpunkt und Offshore ist das Spezialgebiet auch von Dr. Bayern, muss man sagen, wo er sich sehr stark einbringt. Es hat ja eine große Nähe auch zur Schifffahrt. Die Offshore-Medizin hat ja eine große, also die Offshore-Tätigkeit hat ja eine große Nähe zur Schifffahrt. Also es ist schon eins, es gehört schon sehr ähnlich zusammen, es gibt vieles, es klingt so sehr unterschiedlich, aber da gibt es viele Ähnlichkeiten in der arbeitsmedizinischen Betreuung.
Britta
00:11:24
Wobei bei Offshore wird, glaube ich, wird mehr untersucht, oder?
Dr. Eike Beyer
00:11:28
Wird mehr untersucht als bei einer deutschen Seedienst-Tauglichkeit, weil es einfach ganz andere Bedingungen sind da draußen.Ja.
Britta
00:11:38
Die Praxis wurde 2014 bereits gegründet von Dr. Clara Schlaich und Dr. Faesecke.
Dr. Eike Beyer
00:11:44
Wir sind froh, dass Dr. Faesecke immer noch bei uns ist. Das muss man auch ganz klar sagen. Von Dr. Erfahrung können wir immer noch zehren. Dr. Faesecke, er ist Frau Dr. Schlaichs Mann und immer noch unser Seniorpartner. Das heißt, er ist immer noch unser Weiterbildungsbeauftragter im Bereich Arbeitsmedizin. Und von Dr. Faesecke, wenn Dr. Faesecke hier reinkommt, man kann nur lernen. Es ist toll, wenn er da ist.
Dr. Clara Schlaich
00:12:07
Vor allem als Taucherarzt.
Britta
00:12:09
Da fiel schon gerade das Wort Tauchmedizin. Das ist ja nochmal ein ganz besonderes Gebiet. Also klar, kann ich mir schon vorstellen, geht es wahrscheinlich um Lungenvolumen. Kann ich mir so vorstellen.
Dr. Eike Beyer
00:12:18
Unter anderem, ja.
Britta
00:12:20
Was wird denn noch bei Tauchern untersucht?
Dr. Eike Beyer
00:12:22
Bei Tauchern wird zum Beispiel auch die körperliche Fitness untersucht, ob die zum Beispiel sich auch gut bewegen können, denn die sind ja unter Wasser durch ihre Ausrüstung ja schon ziemlich eingeschränkt. Dann wird natürlich geguckt, sind die auch belastungsfähig, dass zum Beispiel ein Belastungs-EKG gemacht wird, dass sie auch wirklich mit viel Körpergewicht und gegebenenfalls mit ihrer schweren Tauchungsrüstung lange Strecken tauchen können und dann unter Wasser auch was machen können. Die Ohren werden untersucht, die Zähne werden untersucht. Da kann es ja auch immer durch die unterschiedlichen Drücke zu Problemen kommen.
Dr. Clara Schlaich
00:12:59
Die Berufstaucherei ist nun mal eine sehr gefährliche Tätigkeit, spielt ja auch eine große Rolle im Hamburger Hafen, Kampfmittelbehrung, mit der Wasserarbeit, Reparaturen, also ist eine gefährliche Arbeit und wie gesagt eine große Branche und die Druckluftmedizin ist also das Arbeiten zum Beispiel hier alter Elbtunnel unter Druck, die Bohrerarbeiten unter Wasser, das hat alles was mit dem Arbeiten unter erhöhtem Umgebungsdruck zu tun. tun. Und das hat vielfältige Auswirkungen auf den menschlichen Körper und ist eine gefährliche Arbeit.
Britta
00:13:33
Dann habe ich gelesen, es gibt auch eine Lotstauglichkeitsprüfung. Ich glaube, Lotsen müssen auf jeden Fall gut gucken können.
Dr. Eike Beyer
00:13:40
Nicht nur, die müssen auch gut klettern können vor allen Dingen, weil die Lotsen ja über die Jakobsleiter auf das Schiff klettern. Das heißt, das Lotsenversetzboot, was die Lotsen zum Schiff bringt und das Schiff fährt irgendwann parallel mit gleicher Geschwindigkeit und dann müssen die Lotsen natürlich mit entsprechender von diesem kleinen Lotsenboot auf das große Schiff übersteigen in voller Fahrt. Und auch das wird entsprechend natürlich von uns mit beurteilt. Also nicht das Übersteigen wird beurteilt, sondern ob sie dazu in der Lage sind.
Dr. Clara Schlaich
00:14:11
Und natürlich sind die Lotsen älter auch als die Seeleute. Es sind ja oft altgediente Nautiker, die dann irgendwann die Fahrenszeit aufgeben und sich quasi niederlassen, indem sie Lotsen werden, Familie gründen, Haus bauen und so weiter. Und das ja auch bis zum Rentenalter machen in einem Selbstversicherungssystem. Von daher sind die Älter, können auch mehr Krankheiten mitbringen, jetzt als ein typischer Seemann, der dann einfach nicht mehr angeheuert wird oder nicht mehr anheuert. Und genau, auch das ist eine gefährliche Tätigkeit. Das Aufsteigen ist natürlich auch konzentrativ anstrengend. Und die werden auch auf staatlicher Grundlage, auf gesetzlicher Grundlage untersucht. Und wir sind tatsächlich, als wir die Zulassung bekommen haben, mussten wir auch mitfahren. Das ist doch gar nicht so lange her. Wie lange ist das her? Drei, vier Jahre? Drei Jahre. Also wir waren beide bei den Elblotsen, haben dann einen Tag verbracht und sind auch wirklich mit raus auf das Lotsschiff. Und dann hat es Spaß gemacht. Ja, es hat Spaß gemacht.
Dr. Eike Beyer
00:15:16
Die fanden das auch unheimlich toll, dass man sich das mal mit anguckt. Und haben auch sehr viel erklärt, haben viel gezeigt, was man da machen konnte. War ein sehr eignungsreicher Tag, glaube ich, für uns beide.
Dr. Clara Schlaich
00:15:28
Genau, das geht halt darum, dass man versteht, was sind die gesundheitlichen Gefährdungen für die Berufsgruppen. Deshalb gucken wir uns schon sehr viel. Die andere interessante Berufsgruppe, die wir betreuen, sind die Festmacher. Und das ist, würde ich sagen, auch eine sehr gefährliche Tätigkeit. Absolut. Die auf den Dalben und an den Kaikanten und so weiter.
Dr. Eike Beyer
00:15:49
Wenn man die Leute, also gerade wenn man noch die Festmacher sieht, dann hat man großen Respekt vor dem, was die da machen, was die da leisten müssen. Das ist wahr.
Britta
00:16:02
Wie in der Anmoderation versprochen, kommt hier deine maritime Chance.
Dr. Eike Beyer
00:16:07
Wir gucken immer, was wir machen können. Also wir freuen uns über jede Bewerbung, die reinkommt. Wir gucken dir auch alle durch und wir melden uns auch bei allen. Also das landet nicht bei uns irgendwo in der Schublade unter ferner Liefer, sondern wir gucken uns das durch und wir freuen uns. Ja, wir freuen uns gerne, wenn uns noch jemand unterstützen würde. Also gerne eine Mail schreiben an owner at hafenpraxis-hamburg.de OWNER@hafenpraxis-hamburg.de Und Frau Dr. Schleich, gucken wir uns gerne die Bewerbung durch. Auch Querensteiger sind bei uns immer willkommen. Denn wichtig ist einfach, dass man das Herz am rechten Fleck hat und dass wir hier als Team zusammenarbeiten. Das ist ganz wichtig.
Britta
00:16:46
Gibt es denn jetzt aktuell auf eine Stelle, wo wirklich jemand spontan gesucht wird?
Dr. Clara Schlaich
00:16:51
Ja.
Britta
00:16:51
Welche ist das denn?
Dr. Eike Beyer
00:16:52
Das ist eine Stelle als medizinische Fachangestellte beziehungsweise im medizinischen Bereich, sowohl in der Arbeitsmedizin als auch gegebenenfalls in der Hausarztpraxis mit. Und da freuen wir uns über BewerberInnen.
Dr. Clara Schlaich
00:17:06
Und man kann auch als QuereinsteigerIn gerne mit medizinischem Vorwissen aber auch sonst reinkommen, weil gerade in der Arbeitsmedizin sind es ja gar keine kranken Personen. Es gibt einen hohen Verwaltungsanteil auch. Also wir suchen eigentlich vor allem Leute, die Spaß haben an diesem bunten Umfeld. Die sich für Schifffahrt interessieren, ein bisschen Englisch können und flexibel sind.
Britta
00:17:31
Diese Praxis arbeitet ja mit der UKE zusammen, akademische Lehrpraxis der Uni Hamburg. Ich habe gesehen, dass es auch eine duale Studente.
Dr. Clara Schlaich
00:17:40
In dieser Praxis gibt. Richtig.
Britta
00:17:42
Weiterbildung. Lehre und Forschung Scheint mir hier echt ein wichtiges Thema zu sein.
Dr. Eike Beyer
00:17:47
Ist auch ein großes Anliegen von uns, muss man ganz klar so sagen. Dass wir versuchen natürlich auch unseren Praxisgeistern, natürlich auch unsere Motivation an jüngere Kollegen weiterzugeben, mitzugeben und sind deswegen auch entsprechend vernetzt. Sowohl mit dem UKE sind wir vernetzt, als auch mit der MSH hier in Hamburg. Das heißt, wir haben eine duale Studentin. Das heißt, wir haben Studierende aus ganz Deutschland kommen hier tatsächlich. Wir haben hier einen Teil von ihren Praktika, die sie im Rahmen ihres Studiums machen müssen, ableisten wollen. Wir hatten jetzt gerade vor ein paar Wochen jemanden aus Aachen hier, die für einige Wochen bei uns formuliert hat. Der hat das unheimlich Spaß gemacht, so mal was ganz anderes zu sehen. Und ja, es ist einfach schön. Wir lernen dadurch auch immer nochmal neue Sachen kennen. Aber wir versuchen natürlich ganz klar, uns da entsprechend mit einzubringen und unseren Grundgedanken da auch weiterzubringen.
Dr. Clara Schlaich
00:18:42
Also wir bilden Azubis aus als MFAs sehr gerne und wir betreuen gerne Studenten. Es macht einen besser. Man muss immer wieder was erklären, muss nachlesen. Die jungen Leute bringen auch neue Aspekte rein, das muss man sagen. Also das bringt Spaß. Wir haben da viel Übung drin und natürlich sind wir sehr beliebt auch, Auch weil dieses Hafenumfeld, das zieht die jungen Studentinnen und Studenten an. Und die Werkstudentin, das ist was ganz Neues, Muss man sagen. Es ist natürlich auch in der Praxis wie bei uns, der einen Anteil IT, Qualitätsmanagement, also ein QM-System aufzubauen. Solche Themen spielen natürlich eine große Rolle im Hintergrund. Und da haben wir uns einfach getraut, nochmal zu sagen, wir gucken nochmal in eine andere Richtung im Bereich Werkstudenten, jetzt eine Studentin der Gesundheitsökonomie, weil diese Themen wie Qualitätsmanagement, IT, aber vielleicht auch mal soziale Medien bedienen, dass da haben weder die Ärztinnen und Ärzte noch die MFAs wirklich Zeit zu und auch die Ausbildung. Und die jungen Leute, die bringen einfach Begabung und Dinge rein, von denen wir einfach nur profitieren können. Das ist super, das ist ein neuer Versuch, den wir hier machen und ich denke, das bewährt sich doch für uns auch nochmal so einen neuen Aspekt reinzukriegen mit diesem dualen Studium. Das ist eine schöne Sache mit dem Werkstudent hin. Da muss man immer flexibel bleiben mit allem. Und die Digitalisierung ist ja eine ganz große Herausforderung für Arztpraxen auch. Wir haben uns ja da vorgenommen, auf der Welle vorne zu schwimmen und wirklich da jeden Schritt mitzumachen. Natürlich unter Sicherung jeder Art von Datenschutz und Datensicherheit. Und das fordert schon auch eine Menge Kräfte, das immer wirklich top zu halten. Und da kann man gut Unterstützung von jungen Leuten brauchen.
Dr. Eike Beyer
00:20:35
Man kann sich gerne bei uns auch für Famulatoren oder auch für Praktika melden. Wir müssen gucken, weil wir natürlich sehr viele Anfragen haben, inwieweit das auch reinpasst, inwieweit wir das auch zusagen können, so ein Praktikum. Aber auch hier gilt, beantworten alle Mails. Also wenn sich bei uns jemand meldet, kriegt er auch eine Antwort.
Dr. Clara Schlaich
00:20:56
Und wir suchen aktuell auch eine Azubine oder ein Azubi, gerne auch einen jungen Mann als medizinischer Fachangestellter oder Fachangestellte, die Lust haben, ganz von der Pike auf den Beruf zu lernen. Können auch gerne Leute sein, die vielleicht später studieren wollen, das macht nichts. Also da haben wir auch Platz nochmal für jemanden.
Britta
00:21:17
Ausbildungsbeginn 1.8 oder 1.2. Dann habe ich ja was ganz Spannendes gelesen. Dr. Clara Schleich war Head of Medicine, oder sagt man Medicine?
Dr. Clara Schlaich
00:21:34
Head of Department of Medicine, ja.
Britta
00:21:36
In Kamusu, Central Hospital Lilongwe, Universität Malawi in Afrika.
Dr. Clara Schlaich
00:21:44
Ja, in Malawi, ja.
Britta
00:21:46
Wie kam das denn?
Dr. Clara Schlaich
00:21:47
Ja, also ich habe schon eine lange Affinität zu Afrika. Mein erster Mann kommt aus Togo. Ich habe vier Kinder, vier afro-deutsche Kinder. Und habe das eigentlich lange vorgehabt, nochmal sozusagen in den Truppen zu arbeiten als Infektiologin und die erste Ehe zerbrach. So ist das. Und dann habe ich gedacht, jetzt nehme ich die Gelegenheit wahr und mache eine Zäsur und wollte dann eigentlich mit der Truppenklinik, mit der ich sehr verbunden bin, mit dem Bernhard-Nocht-Institut nach Kumasi gehen. Das wäre aber eine Stelle gewesen, wo man nonstop für eine große wissenschaftliche Studie durch viele Länder hätte reisen müssen. Und da dachte ich, mit vier kleinen Kindern als alleinerziehende Mama, das wird doch ein bisschen zu viel. Und dann wurde mir diese Stelle in Manawi angeboten, ein Land, das ich gar nicht kannte, in Südostafrika. Aber ich habe mich dann erkundigt und habe gehört, dass es ein ganz friedliches Land ist. Und dann wurde mir diese Stelle dort angeboten mit der GIZ, die Deutsche Entwicklungshilfeorganisation. Eine sehr schöne Stelle in der dortigen Hauptstadt Lilongwe. Und die Aufgabe war, einen Campus, also einen Lehrcampus der Universität aufzubauen. Es war vor allem eine universitäre Stelle, aber auch eine Klinikleitung. Und es war eine wahnsinnig schöne Zeit für uns alle als Familie. Und ich habe dort Herrn Fesiger dann geheiratet, in Lilongwe. Ach, wie schön. Und dann, ich wäre vielleicht auch gar nicht unbedingt zurückgekommen oder hätte vielleicht auch was anderes noch gemacht. Aber wir haben uns dann entschlossen, dass wir diese, ja. Und meinen Ehemann habe ich kennengelernt in der Schifffahrtsmedizin, als ich Leiterin des Hafenärzigen Dienstes war, weil er der Schifffahrtsmedizin auch sehr verbunden ist. Er war bei der Marine, war Marine-Taucher. Und so haben wir Dr. Bayer, die Kreuzpfalzmedizin, ich komme aus dem staatlichen Hafenärzigen Dienst, also aus dem Seuchenschutz im Hafen- und Flughafen. Und mein Mann kam von der Marine und aus der Taucher- und Flugluftmedizin. Das haben wir dann alles zusammengeschmissen. Und genau, es war auch sehr romantisch alles, muss man sagen.
Britta
00:23:55
Okay, romantisch, aber ich finde es auch echt mutig, als alleinerziehende Mutter mit vier kleinen Kindern nach Afrika.
Dr. Clara Schlaich
00:24:01
Fand ich auch im Nachhinein, wenn man denkt, ja, es war aberirgendwie, ja, meine Kinder fanden das gut. Es war natürlich eine sehr große Erfahrung für sie, auch als schwarze Deutsche, dann einmal im Umfeld dort zu sein. Und wir haben das extrem genossen und lieben dieses Land auch. Und es war natürlich eine sehr, sehr, sehr interessante Zeit, medizinisch auch, die Tropenmedizin, wobei ich sagen muss, es war fast gar nicht Truppenmedizin, es war in erster Linie, damals war noch, also die HIV-Medizin, es war zum Großteil natürlich eine, haben sich da die Auswirkungen der Aids-Epidemie in Malawi gezeigt. Was wir hier dann schon vergessen hatten an dem Punkt, ich habe mich lange mit HIV jetzt beschäftigt, war da wieder sehr aktiv. Und daraus sind große Freundschaften entstanden. Ich bin ja auch Honorarkonsulin von Malawi. Da gibt es eine enge Verbindung zu dem Land und zu den jungen Menschen.
Britta
00:24:54
Genau. Honorarkonsulin von Malawi. Was macht man da genau?
Dr. Clara Schlaich
00:25:00
Ja, also man vertritt das Land sozusagen in der Stadtgesellschaft von Hamburg. Ich bin ja für Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Hamburg. Wenn Menschen Fragen zu Malawi haben, wenn es um Wirtschaftsbeziehungen geht, universitäre Beziehungen, wenn Malawi ja nach Deutschland wollen. Ich vermittle zwischen dem Auswärtigen Amt, den Botschaften von Malawi. Ich pflege sozusagen ein Netzwerk von Menschen, die sich mit Malawi beschäftigen. Und ich habe keine konkreten formalen Aufgaben wie Passrechte und sowas. Aber ich bin natürlich immer informiert, was es da gibt. Und wenn jemand eine Frage dazu hat, kann er sich da an mich wenden.
Britta
00:25:39
Dann gibt es ja noch etwas über Afrika. Und zwar Fokus Afrika Health and Safety International Marktchancen in Afrika nutzen. Wir geben ihnen Sicherheit. Also ich habe das so verstanden, dass es um die Beratung von Firmen geht, die Mitarbeiter nach Afrika senden möchten oder ein Unternehmen in Afrika starten möchten und dort Mitarbeiter haben. Wie geht das jetzt genau?
Dr. Clara Schlaich
00:26:02
Wir haben ein Netzwerk von Kollegen, die sich auskennen mit Afrika, vielleicht dort gelegt haben oder auch aus dem Land kommen Und hier arbeiten von Sicherheitsfachkräften, also SIFAs und Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmedizinern mit Kenntnissen. Und das ist sozusagen ein Schwerpunkt, den wir jetzt entwickeln wollen. Und es ist ja politisch bekannt, dass Deutschland auch nach Afrika strebt, dort mehr Wirtschaftsbeziehungen aufbauen möchte, gerade auch hier in Hamburg. Und wir stellen unsere Expertisefirmen zur Verfügung, die vor Ort zum Beispiel Produktionsstätten haben, dort auch nochmal den Arbeitsschutz verbessern wollen oder deren Mitarbeiter dorthin gehen, wie zum Beispiel Service-Techniker, die vielleicht in Afrika arbeiten. Und das ist eigentlich auch erstmal eine Arbeitsmedizin halt nochmal mit einem besonderen Fokus, nämlich der internationalen Tätigkeit, die wir beide gerne betreiben. Und der Fokus Afrika, da haben wir halt eine besondere Expertise und auch ein Netzwerk von Leuten. Das heißt Firmen, die vielleicht sich auch ihre Marktschance in Afrika nutzen wollen, dorthin gehen wollen, Produktionsstätten aufbauen wollen, und sie fragen, wie ist das gesundheitlich, wie ist es sicherheitstechnisch, wie mache ich das vor Ort, die beraten wir sachkundig in einem Netzwerk. Als Arbeitsmediziner, also eine betriebsärztliche Tätigkeit oder eine sicherheitstechnische.
Britta
00:27:25
Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Ist jemand um die Ecke gekommen und hat gesagt, ich brauche mal Infos über Afrika? Also erstmal betreuen wir natürlich schon Firmen, die auch in Afrika tätig sind. Das ist ja klar, auch die Schifffahrt, aber auch Hamburg hat ja traditionelle Beziehungen auch in die frühere Kolonien nach Afrika. Ein bisschen hat auch mein Ehrenamt in der Seemannsmission damit zu tun. Da bin ich ja als Präsidentin sozusagen auch, haben wir auch eine Station in Afrika. Das fand ich auch schon sehr interessant, wie die zu betreiben ist, wie man da auf den Arbeitsschutz auch achtet und so weiter. Dann natürlich meine eigene persönliche Geschichte, das familiäre und das ist ein Wunsch, der sich entwickelt hat. Das ist einfach eine Idee, die vor die Füße gefallen ist und ich würde sagen auch ein Bedarf. Aber wie gesagt, wir betreuen schon seit vielen Jahren auch Firmen, die auch in Afrika tätig sind und das macht uns einfach Spaß. Die internationale Tätigkeit überhaupt ist ja auch die Schifffahrt, muss man sagen. Aber es ist noch ein bisschen mehr. Wir entwickeln das wirklich jetzt als neuen Schwerpunkt. Deutsch-afrikanische Wirtschaftsbeziehungen arbeitsmedizinisch und sicherheitstechnisch zu begleiten. Ich habe gelesen, dann gibt es einen Diplom-Sicherheitsingenieur Semah Woldeab. Magst du dazu noch ein bisschen was sagen?
Dr. Clara Schlaich
00:28:39
Mit dem wir schon lange zusammenarbeiten. Genau. Genau, das ist jemand, der kommt aus Eritrea und auch der hat den Wunsch sozusagen, mehr in diesem Miteinander zwischen Deutschland und Afrika zu arbeiten. Und mit dem zusammen sind wir sehr aktiv dabei, letztendlich eigene Marktchancen aufzutun. Also wir freuen uns über jede Firma, die vorhat, auch ganz kleine. Wir wollen uns vor allem fokussieren auf die kleinen und mittelständischen, die vielleicht auch nur mit einem spezialisierten Produkt irgendwo eine Getreidemühle aufbauen oder eine Viehzucht oder eine Teeproduktion oder was weiß ich. Und die da Expertise brauchen für den Schutz, Arbeitsschutz ihrer eigenen Mitarbeiter hier in Deutschland, aber auch den Mitarbeiter vor Ort.
Britta
00:29:25
Ist das eigentlich einzigartig in Deutschland oder gibt es noch andere Firmen, die so eine Beratung machen?
Dr. Clara Schlaich
00:29:30
Wahrscheinlich ist das schon einzigartig. Wir betreuen ja übrigens auch das Bernhard-Nocht-Institut als Betriebsärzte. Die haben ja im Prinzip auch vor Ort Labore und so weiter. Da findet das natürlich auch schon statt. Also es ist wahrscheinlich in der Konstellation was Besonderes, weil wir uns halt auch vor allem auf die kleinen Firmen beschränken. Es gab schon immer in den 60ern, 70er große Belfinger und so weiter, große Baufirmen, die Staudämme und sowas in Nigeria und was weiß ich gebaut haben, die haben da ganze Camps aufgebaut. Und das ist nicht so der Fokus, eher die spezialisierten Firmen, die wir ja hier in Hamburg und Norddeutschland auch gut haben, die sagen... Du hast es ja schon gesagt, wir vermeiden vielleicht Afrika, weil es uns zu unsicher ist, weil es uns zu fremd ist, denen Sicherheit zu geben, das ist schon einmalig, ja. Dazu kommt natürlich auch dieser besondere Blick auf die Lieferketten, der jetzt hier auch entsteht, dass schon auch klar ist, dass auch eine Verantwortung besteht, auch für die Produktion vor Ort in Afrika, dass das halt nicht so sehr mit zweierlei Maß gemessen werden kann, sondern machen ja auch Firmen, auch große Firmen schon dieses Due Diligence, dass sie sagen, wir erfüllen unsere Sorgfaltspflicht. Auch für unsere Produktionsstätten im Ausland mit vergleichbaren Sicherheitskonzepten, wie wir sie auch in Deutschland haben. Also das ist etwas, wo wir jetzt reinstoßen, etwas Neues. Das wird noch ein neuer Schwerpunkt werden in einem Netzwerk mit anderen Kollegen. Wir sind große Netzwerke, wir arbeiten gerne im eigenen Team, aber auch im Netzwerk mit anderen Menschen. Das passt einfach gut zu uns.
Britta
00:31:04
Netzwerken und sich mit anderen zusammenzuschließen, sich auszutauschen, davon bin ich ebenfalls ein großer Fan. Wer hätte erwartet, eine so interessante Beziehung zu Afrika in diesem Podcast zu hören? Und wer wusste, dass es so ein Beratungsangebot für den Arbeitsort Afrika in der Hafenpraxis gibt? Ich habe wieder jede Menge Neues und Spannendes in dieser und der letzten Podcast-Folge erfahren. Was haben wir für ein Glück in Hamburg, dass es die Praxis von Dr. Clara Schlaich und Dr. Eike Beyer und ihrem gesamten Team gibt. Sie sind Ansprechpartner für die Seeleute und alle maritimen Berufsgruppen, wenn es um die arbeitsmedizinische oder schifffahrtsmedizinische Unterstützung geht. Vielen, vielen Dank für dieses wunderbare Vollgasgespräch. Ich habe mich total gefreut. Man muss sich das überlegen, nach so einem anstrengenden Praxistag hier nochmal eine Stunde dranzuhängen.
Dr. Clara Schlaich
00:31:57
Vielen Dank für die tolle Vorbereitung, dein Interesse. Du kannst wirklich gut fragen, muss man sagen. Das ist toll, das ist auch eine Begabung wahrscheinlich. Danke. Hat Spaß gemacht.
Britta
00:32:10
Vielen Dank, dass du bis hierher dabei bist und zuhörst. Ich hoffe, du hattest genauso viel Spaß beim Zuhören wie ich beim Aufnehmen. Schreib gern eine Rezension oder hinterlass einen Kommentar, ein Like oder schreib mir einfach ein Feedback. Ich freue mich immer, wenn ich Post bekomme. Ich wünsche dir jetzt einen super schönen Tag. Bis nächstes Mal. Tschüss.

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